Was darf/soll eine private Krankenversicherung kosten?

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7 Antworten

Zuerst das Wichtigste: nicht in die PKV um Geld zu sparen !!!

Das sollte eine (mehr oder weniger) lebenslange Entscheidung für das ein oder andere System sein. Alle pauschalen Aussagen  wie z.B. "die Beiträge im Alter sind in der PKV höher" sind Quatsch. Man muss das nur richtig anfangen, und das wird man nur hinkriegen und machen wenn man aus Überzeugung und weil das System und die Leistungen der PKV einem zusagen, dorthin wechselt.

Und dann geht man nicht zu einem Vertreter der seinen, und nur seinen, Bauchladen anzubieten hat, sondern zu einem unabhängigen Berater (Honorar) oder Makler. und der spricht erst einmal über die unterschiedlichen Systeme und wie eine PKV lebenslang funktioniert bzw. abläuft.

Dann werden alle (und das sind viele) !) relevanten Bereiche angesprochen, denn bei einer PKv bekommst Du genau das was schwarz auf weiss in den Bedingungen steht. Da sind die häufig angeführten Prozente der jeweiligen Erstattungen nur Nebensache.

Weisst Du was ein Primärarzt-Tarif für Auswirkungen hat bzw. haben kann ? Wie die genaue Definition des Primär-Arztes lautet (alleine hier schon gibt es deutliche Unterschiede) ?

Wenn ich schon lese Reiseschutzbrief. Und dann Leistungen bei Auslandsaufenthalten ? Das kann jede PKV, die Frage ist nur, wo, wann, wie lange, in welchem Umfang und welche Kostensätze (z.B. analog der deutschen GOÄ oder nicht) werden akzeptiert.

Wieso Krankentagegeld erst ab der 7. Woche und dann "nur" 50,- Euro ? weil es so billiger ist ? Oder willst Du damit sagen dass Du 6 Wochen, arbeitsunfähig, ohne Einkommen überbrücken kannst und danach mit umgerechnet 1.500,- Euro Brutto pro Monat auskommst ? Ist Dir klar was passieren muss und was nicht passieren darf wenn Du als Selbständiger Krankentagegeld beziehen willst ?

So, jetzt höre ich erstmal auf. Du fragst nach den Haken bei den anderen, "günstigeren" Angeboten ? Die Antwort lautet: Viele, sehr viele ! Nur ob alle diese für Dich relevant sind, weiß keiner.

Du zäumst das Pferd definitiv von der falschen Seite auf.

Und bevor ich es vergesse, hast Du Dich mal genau beraten lassen wie das mit einer PKV im Leben weitergeht (Familie, Alter, usw.) ?

Danke für die ausführliche Antwort!

Fassen wir es einmal zusammen - ich glaube, dass ich einfach noch zu wenig weiß und der Makler hat mich rückblickend auch nicht wirklich beraten oder aufgeklärt. Was ich aus seiner Sicht verstehen kann... zumindest hat er einen Anreiz.

Ich brauche mehr Informationen.

Als Ansprechpartner würdest du mir einen (unabhängigen) Makler oder Berater empfehlen? Auf was sollte ich bei der Auswahl dieser Person achten?

Das ganze ist sehr undurchsichtig, wenn man nicht tiefer in der Materie ist...

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@RobinBanks

Entweder Du gehst zu einem Versicherungsberater (z.B. via www.bvvb.de), der arbeitet gegen Honorar. Aber auch hier wird es welche geben die beim Thema Krankenversicherung mehr wissen und besser beraten können als andere.

Oder Du gehst zu einem Versicherungsmakler, der würde bei einem Abschluss, egal bei welchem Versicherer, einer PKV hieran verdienen (Abschlussprovision). Da gibt es garantiert welche die Dir nur eine PKV verkaufen wollen und sich nicht wirklich die Mühe machen, zuerst einmal neutral die "Entscheidung GKV oder PKV" zu beraten. Hier gibt es natürlich auch welche die von PKV nicht wirklich Ahnung haben und es gibt eben auch welche die sich dort (nicht nur PKV-Tarife sondern eben auch SGB V - GKV usw.) sehr gut auskennen. Nicht überall wo Spezialmakler PKV drauf steht, ist leider auch ein selbiger drin. Ein geeigneter Versicherungsmakler wird Dich "im Ganzen" sehen und ggf. dann in Frage kommen wenn Du mit Deinen "anderen Versicherungsangelegenheiten" auch zu ihm gehst.

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Ich will dazu gar nicht viel schreiben und auch keine Auszeichnung bekommen, aber mir geht dieses Thema nicht in den Kopf, obwohl ich es in der Praxis leider viel zu oft sehe.

Die Entscheidung in die PKV zu gehen ist für einen jungen Selbstständigen an sich schon eine Entscheidung, die man sich gut überlegen muss. Aber sich dabei auf einen Einfirmenvertreter zu verlassen, der im besten Fall aus 3-4 Tarifen, häufig aber sogar nur 1 oder 2 Tarife zur Auswahl hat, ist doch irgendwo zwischen gutgläubig, naiv und dumm anzusiedeln.

Die Entscheidung für einen Tarif in der PKV ist eine, die du im Alter von 23 triffst, die Auswirkungen auf die nächsten 60,70 oder 80 Jahre deines Lebens hat. Monat für Monat zahlst du Hunderte von Euro in diesen Vertrag. Die Kostensteigerung, ein großes Thema in GKV wie PKV, muss dabei bedacht werden.

Bei diesem Thema muss man sich anständig und unabhängig beraten lassen. Es gibt über 100 Tarife auf dem Markt. Die Wahrscheinlichkeit, hierbei den für dich am Besten geeigneten über einen Einfirmenvertreter zu finden, der dir mit dem Allianz AktiMed einen Tarif anbieten kann, liegt demnach bei unter 1%.

Auf so einer anonymen Plattform darf ich auch ohne den Verdacht der Eigenwerbung daher dringendst raten: Such dir einen guten unabhängigen Versicherungsmakler, versuche dir vorher zu überlegen, ob du einen Hochleistungs- oder einen Billigtarif oder etwas dazwischen haben willst und hinterfrage dessen Empfehlungen solange, bis du dir sicher bist, dass du die richtige Wahl triffst.

Diese Entscheidung sollte man bewusst treffen, da kann man sich auch ein paar Tage oder Wochen für Zeit nehmen.

Viel Erfolg dabei.

 Aber sich dabei auf einen Einfirmenvertreter zu verlassen, der im besten Fall aus 3-4 Tarifen, häufig aber sogar nur 1 oder 2 Tarife zur Auswahl hat, ist doch irgendwo zwischen gutgläubig, naiv und dumm anzusiedeln.

Noch dummer wäre es sich auf einen Versicherungsmakler zu verlassen, der keine Kenntnisse von Krankenversicherungen hat.

Wie man z.B. aus einer Antwort eines Versicherungsmakler mit Namen FinanzberaterTV hier im Forum erkennen kann:

https://www.finanzfrage.net/frage/was-darfsoll-eine-private-krankenversicherung-kosten?foundIn=tag_overview

An den Rest der Leser folgenden Hinweis:

Bitte sucht euch einen Versicherungsspezialisten, der sich auch mit Krankenversicherungen auskennt. Auch ein Einfirmenvertreter hat Vergleichsprogramme um euch die Leistungsunterschiede zwischen den einzelnen Versicherungstarifen auf zu zeigen.

Mein Tipp: geht zu einem Versicherungsvermittler (Makler oder Vertreter) zu dem ihr Vertrauen habt und der in eurer Nähe wohnt.

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Oder sollte ich vielleicht überhaupt keine PKV abschließen und lieber in der GKV bleiben?

Wenn Du ein paar mehr Informationen rausrückst, kann man deine Frage vielleicht auch beantworten.

Seit wann bist Du selbständig ?

Wie hoch ist dein mtl. Netto-Einkommen ?

Kann man davon ausgehen, dass dein mtl. Netto-Einkommen mindestens auf dem heutigen Stand bleibt, bzw. steigt.

verheiratet ?   wenn ja, welche Tätigkeit führt deine Frau aus und wie ist sie krankenversichert ?

Kinder ? wie alt ?

Kostentechnisch würde ich zumindest im Moment durch die PKV noch sparen.

Dies ist der falsche Ansatz - eine PKV schließt man nicht ab um Geld zu sparen, sondern um eine bessere Leistung zu bekommen.

Den ersparten Teil sollte man in eine Altersversorgung einzahlen um im Rentenalter die höheren Beiträge für eine PKV aufzufangen.

 In der gesetzlichen Krankenkasse bezahle ich mittlerweile über 400 Euro im Monat an Beiträgen...

Bedeutet dann also, dass deine mtl. Einkünfte unter 3.000 € liegen.

Mit solch einem Niedrig-Einkommen sollte man noch etwas in der GKV bleiben. Das Risiko ist viel zu hoch, um die Beiträge für die PKV immer zahlen zu können.

Gruß Apolon

Sicherlich eine schwierige Auswahlfrage mit vielen Leistungskomponenten, deren Notwendigkeit nicht brauchbar vorhergesehen werden kann. Vielleicht liest Du auch mal diesen Artikel mit den untenstehenden Kommentaren (insb. den vom 17.02.15):

https://www.test.de/Private-Krankenversicherung-im-Test-5-von-107-Tarifen-sind-sehr-gut-4692658-0/

PS: Die geringen Ausgaben für den Test- und WiWo-Bericht sind sicherlich eine lohnende Investition angesichts der lebenslang zu zahlenden Beiträge!


Oh Gott, bloss nicht den mit haarsträubenden Fehlern behafteten und handwerklich überaus schlechten Test von Finanztest.

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@Hanseat

Sie sind doch eigentlich immer sachlich mit fremden Kommentaren umgegangen. Warum jetzt nicht? Wenn der Test schon fehlerbehaftet ist, was ja durchaus sein kann, sollte man das wenigstens begründen. Derartige Pauschalaussagen helfen einem Fragesteller nicht und erzeugen schnell den, hoffentlich nicht richtigen Eindruck, dass man hier provisionswirksam akquirieren will.

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@Hanseat

Ich nehme Dich beim Wort, Hanseat:

Alle Aussagen im Rahmen meiner Beiträge erfolgen ohne Gewähr und stellen keine (Rechts)Beratung dar.

Man kann sich also nicht auf Dich verlassen, schreibst Du in Deinem Profil.

Da bedarf es dann auch nicht Deines blasphemischen Erstaunens in Deinem Kommentar, oh Hanseat.   

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@LittleArrow

Was soll dieser Unsinn ? Das ist (leider) eine (haftungs)rechtliche Notwendigkeit in einem solchen Forum.

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@gammonwarmal

Ich (und viele andere Kenner der Materie) spreche Finanztest nur fast jegliche Kompetenz im Bereich PKV (und übrigens auch im Bereich BU) ab. Nicht alles was dort publiziert wird, ist schlecht, aber eine Testrangfolge, so nach dem Motto "der beste PKV-Tarif" ist schlicht fahrlässiger Schwachsinn. Die Testkriterien sind willkührlich, die Bewertungen widersprechen den eigenen, nebulösen Kriterien, das könnte ich noch länger fortführen. Und das Beste, Finanztest haftet noch nicht mal dafür, man kann sogar gegen geld sich eine Tarifauswahl schicken lassen. das ist eine Frechheit die manch ein kollege von mir schon mal "ausprobiert" hat, mit katastrophalen Ergebnissen.

All dieses, und noch viel mehr, kann und will ich nicht immer ausführen. Deshalb warne ich pauschal davor.

Jeder der nach reiflicher Überzelegung zum Schluss kommt, die PKV ist nichts für mich (oder ich kann sie mir nicht leisten), ist ein falscher PKV-Versicherter weniger, und davon gibt es leider in der PKV immer noch zu viele.

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@Hanseat

Oh Gott, bloss nicht den mit haarsträubenden Fehlern behafteten und handwerklich überaus schlechten Test von Finanztest.

Auf jeden Fall ist es nicht verkehrt sich in solchen Artikeln erst mal ein zu lesen um sich dann später bei einem fachkundigen Krankenversicherungsspezialist beraten zu lassen.

Und gerade hier trennt sich dann die Spreu vom Weizen, denn die wenigsten Versicherungsvermittler kennen sich bei Krankenversicherungen aus (und ich meine hier Vertreter wie auch Makler).

Gruß Apolon

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@Hanseat

Jeder der nach reiflicher Überzelegung zum Schluss kommt, die PKV ist nichts für mich (oder ich kann sie mir nicht leisten), ist ein falscher PKV-Versicherter weniger, und davon gibt es leider in der PKV immer noch zu viele.

Sorry- aber dies hat mit Finanz-Test nicht das geringste zu tun.

Dies muss man den Versicherungsvermittlern anlasten, die ihre Kunden falsch beraten und bei denen vordergründig die Euros in den Ohren klingeln.

Gruß Apolon

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@Apolon

Genau so würde ich mir das auch vorstellen, Apolon. Danke für Deinen sehr treffenden Kommentar.

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Schau mal. ob Du hier ein paar Anhaltspunkte findest:

http://www.wiwo.de/finanzen/vorsorge/ranking-private-krankenversicherung-die-leistungsstaerksten-pkv-tarife/11928782.html

Du kannst aber definitiv davon ausgehen, dass Du im Alter mehr bezahlst als in der GKV:

1. Seit wann hat denn die wiwo Ahnung von PKV ?

2. "Du kannst aber definitiv davon ausgehen, dass Du im Alter mehr bezahlst als in der GKV:"  -  Unsinn, wie kann man das bei einem 23-jährigen sagen von dem man nichts weiß. Oder hast Du das genau ausgerechnet (KVdR vs. freiwillige GKv vs. PKV mit allen Tarifen ) ?

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@Hanseat

1. Ich habe den Fragesteller lediglich gefragt, ob er dort ein paar Anhaltspunkte findet. Ich habe nichts bewertet.

2. Der Fragesteller hat Leistungsvorstellungen vorgegeben. Bei diesen wird es definitiv so sein. Und das unabhängig davon, dass er jetzt 23 Jahre alt ist. Ich habe mich sicherlich nicht auf 35 Jahre als "im Alter" bezogen.

Ich habe mich mit 31 Jahren privat versichert, mit einem ähnlich Versicherungsumfang. Schon damals wurde mir fairerweise gesagt, dass es im Alter teuer wird, weit teurer als in der GKV. Ich habe es trotzdem gemacht, und es ist auch genau so gekommen. Und ich würde es wieder machen. Schlimm finde ich, wenn man Interessenten vorgaukelt, dass das nicht stimmt. Ich kenne niemanden in meinem Alter (66) , der mit gutem Versicherungsschutz auf einem Beitragsniveau der GKV liegt.

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@gammonwarmal

350 - 400,- Euro monatlich inkl. der Anrechnung einer SB (kein Billig-Tarif, ganz im Gegenteil) und vor Abzug des Zuschusses der Rentenversicherung.

In den meisten Fällen stimmt das aber was Sie sagen, teilweise deshalb weil während des Erwerbslebens im Vergleich zur GKV "Geld gespart" wurde und dieses nicht (zumindest z.T.) im Alter zur Reduktion der Beiträge genutzt wurde, auf welchem weg auch immer.

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Die Allianz gehört zu den teuersten Versicherungen überhaupt. Lass Dich nocheinmal von einem freien Finanzvermittler beraten, ich kann mir bei Deinem Alter vorstellen, dass Du auf einen Beitrag von unter 200 Euro kommen kannst, wenn Du keine kritische Vorgeschichte hast und die Arztuntersuchung machst.
Mein Freund zahlt 160 Euro, bei sehr ähnlichen Leistungen. Er ist Anfang 30 und bei der HanseMerkur.

Ich glaube kaum dass der Hanse-Merkur Tarif ansatzweise diesselben Leistungen hat, wenn man genau hinschaut, mal abgesehen von der SB. Und ich bin nun überhaupt kein Allianz-Fan :-).

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Mein Freund zahlt 160 Euro, bei sehr ähnlichen Leistungen. Er ist Anfang 30 und bei der HanseMerkur.

Für eine Vollkrankenversicherung (kein Beihilfetarif) bekommt man dafür allerdings max. eine Grundabsicherung. Alternativ einen sehr hohen Selbstbehalt.

Bedeutet im Klartext - die falsche Entscheidung für eine PKV. Aber spätestens im Rentenalter kommt die Erkenntnis.

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