Was bringen Aktien ohne Dividende?

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Gesellschaften die keine Dividende bezahlen können mit dem Geld weiter wirtschaften. Wenn sie das gut machen hat der Aktionär mehr davon als bei einer Dividendenauszahlung.

Hier ein prominentes Beispiel:

https://www.finanzen.net/aktien/berkshire_hathaway_b-aktie

Und was heißt 'höchstens" zu dem höheren Preis verkaufen? Damit hat man für sich doch die Dividende realisiert.

Die Verliebtheit in jährliche Auszahlung ist die typisch deutsche Sparbuchmentalität.

Ja die Firma kann mit dem Geld weiter wirtschaften, das ist mir schon klar, aber die Investoren haben davon nichts.

Es ist doch nur das "greater fool" Prinzip, wenn man teurer also zu höherem Kurs verkauft, aber der Investor mit der Aktie eigentlich rein gar keinen Gewinn ausgeschüttet bekommt.

Es scheint mir eben Quatsch zu sein, etwas zu kaufen, was keine Rendite abwirft, nur um einen "grösseren Dummen" zu finden, der den Titel ohne Rendite teurer abkauft, weil er hofft es wieder einem anderen noch teurer weiter zu verkaufen, usw.

Analog würd ich mir z. B. auch keine "Beteiligung" an einem Auto kaufen, wenn ich dann das Auto in keinster Weise nutzen darf und nur hoffe, die nutzlose "Beteiligung" jemandem weiter zu verkaufen.

Das ist was ich nicht verstehe, was Aktien ohne Dividende überhaupt für einen Sinn machen.

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@Karl22

angenommen ich kaufe eine 1% "Beteiligung" von einem Ferrari. Fahren oder irgendwie nutzen oder verkaufen darf ich den Ferrari nicht, auch nicht 1% der Zeit.

Der Eigentümer kann nun mit dem Geld von mir wirtschaften. Er kann den Ferrari crashen oder er kann ihn vielleicht noch wertvoller machen.

Wenn der Ferrari im Wert steigen sollte, darf ich ihn immer noch nicht fahren oder nutzen, aber mein Geld hat der immer noch. Es hat mir also rein gar nichts gebracht.

Nun könnte ich die nutzlose Beteiligung jemand anderes anbieten - zu einem höheren Preis. Aber warum sollte jemand kaufen, er darf mit der Beteiligung ja auch nicht fahren.

Mir scheint, viele hinterfragen das aber bei Aktien nicht, so dass man oft jemand findet, der die Aktie ohne Dividende zu höherem Preis abkauft, obwohl sie ihm genau so keinen Gewinn abwirft, er müsste wiederum auf noch irrationalere Käufer hoffen die noch mehr zahlen.

Oder ist meine Analogie mit dem Ferrari falsch?

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Ich denke inzwischen etwas anders über Aktien ohne Dividende und halte selbst Berkshire Aktien: Anscheinend können aktivistische Investoren selbst mit relativ kleinen Beteiligungen so viel Druck auf die Firma ausüben, dass sie doch irgendwann Dividende zahlen. Ein Beispiel ist Icahn, der Apple dazu brachte, Dividenden auszuschütten. Es ist also eine Frage der Zeit, bis aktivistische Investoren bei einer Firma ohne Ausschüttung Forderungen stellen. Von daher kommen für mich auch gut wachsende Aktien ohne Dividenden in Frage. Berkshire tätigt auch Rückkäufe, sobald Buffet/Munger die Aktie unterbewertet erscheint. Dadurch scheint mir gewährleistet zu sein, dass die Aktie in Zukunft zu einem passablen Preis verkauft werden kann.

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