Was bedeutet Roll-Over-Risiko im Zusammenmhang mit Immobilienkredit?

2 Antworten

Wer jetzt Super Zinsen ausnutzt und die ganz geringen Zinsen z. B. nur für 5 Jahre abschließt (10, oder 15 würden schon mehr kosten), der geht das Risiko ein, das er in 5 Jahren zu hohen Kosten, die er dann nicht mehr tragen kann, neu finanzieren muss.

Mit Roll-Over-Risiko bezeichnet man das Zinsanpassungsrisiko nach Auslaufen der jeweiligen Zinsbindungsfrist.

Eigentlich ist dies ein Begriff aus dem Bereich der variablen Roll-Over-Krediten, bei denen nach einer jeder 3-, 6- oder 12-Monatsfrist der Zinssatz neu festgelegt wird.

In der Baufinanzierung ist dies ein unüblicher Begriff. Aber das Zinsanpassungsrisiko ist für ein knapp ausgestattetes Haushaltsbudget existenzbedrohend. Beim Zielen auf einen möglichst niedrigen Zins und eine niedrige monatliche Kreditbelastung wird oftmals eine (zu) kurze Zinsbindungsfrist gewählt anstelle der längeren Bindungsfrist mit einem höheren Zins.

Jeder Baufinanzierungsinteressent soll einfach für sich ausrechnen, ob er sich nach Ablauf der ersten Zinsbindungsfrist (z.B. nach 10 Jahren) eine Erhöhung des Anschlusszinssatzes auf 6 oder 8 % p.a. finanziell leisten kann oder ob dann der (selbstverschuldete) Auszug droht. Solche Zinssätze sind historisch nicht einmal außergewöhnlich hoch, sondern entsprechen eher dem langfristigen Durchschnitt.

Es gibt natürlich nicht nur Stressmöglichkeiten mit der Anschlussfinanzierung, sondern auch in anderen Fällen, z.B. Jobverlust, längere Krankheit, Scheidung etc. Aber diese erscheinen mir weniger vermeidbar zu sein.

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