Frage von henry13057, 78

warum wird eine rentenerhöhung von der grundsicherung abgezogen?ganz einfach:wir sind keine politiker und könnten evtl. zuviel geld haben?

Antwort
von cyracus, 12

Die Grundsicherung ist ja eine Art von Not-Hilfe für diejenigen, die nicht in der Lage sind, durch Einkommen oder Vermögen ihr Existenzminimum selbst zu sichern. Deshalb wird bei Einkommen die Differenz bis zum von den Politikern ausgedachten (oder gewürfeltem??) Existenzminimum aufgestockt. Steigt das Mini-Einkommen, sinkt der Bedarf an Aufstockung.

Bitter ist natürlich, dass sogar bei Mini-Renten wie z.B. 400 Euro die Rentenerhöhung höher ausfällt als die (beschämend) geringe "Erhöhung" der Grundsicherung.

Wie @Juergen010 schon ausführt, sind die ranghohen Politiker nicht gerade geizig, wenn es um ihre eigenen (Mast-)Diäten und Rentenansprüche geht. - Falls Du den Nerv dazu hast, kannst Du Dir das gern genauer ansehen, indem Du googelst mit

Abgeordnetenentschädigung Wikipedia

Die Politiker kriegen nämlich keinen Lohn, sondern sie werden entschädigt dafür, dass sie ihre Arbeit machen. - Ich finde, dass in vielen Berufen die Menschen entschädigt werden müssen für ihre Arbeitsleistung, anstatt vielfach auch noch für Mindestlohn arbeiten zu müssen,  sehr oft auch noch plus Aufstockung durch das Jobcenter. - Aber naja, ärgern nützt ja nichts, schadet uns nur.

.

Weil Du wohl zur Rente Grundsicherung beziehst, vorsorglich diese Hinweise von mir, die ich Arbeitslosen und anderen Grundsicherungsbeziehern reingebe - Du wirst leicht erkennen, was auf Deine Situation zutrifft:

Umgang mit Sozialbehörden

Mit dem Amt nichts telefonisch klären (das kann man später nie beweisen).
Alles schriftlich machen. Am besten Schreiben, Belege und Anträge
persönlich abgeben. - Den Erhalt des Schreibens lässt man sich auf
einem mitgebrachten Doppel mit Stempel, Datum und Unterschrift
bestätigen. (Dies verlangt man mit ruhigem, freundlichem Ton und reicht
das Schreiben rüber, „und hier brauche ich noch Stempel mit Datum
und Unterschrift“
).

Wenn man nur etwas abgeben will, dann wie üblich ein Schreiben
aufsetzen, in dem erklärt wird, was "als Anlage" überreicht wird (sind es
mehrere Anlagen, diese mit Nummern versehen aufzählen). - Wiederum
dieses Anschreiben auf einem mitgebrachten Doppel mit Stempel und
Unterschrift bestätigen lassen.

Diese Bestätigungen sind Gold wert, sie sind mehr wert als ein
Einschreibebeleg (mit dem ja nur der Eingang eines Umschlags bestätigt
wird).

Mit einer solchen Bestätigung kann von Seiten der Behörde nicht
behauptet werden, Schreiben und Belege seien nicht eingegangen. Und
wenn doch, eine Fotokopie von deren Bestätigung vorlegen (das Original
unbedingt wie eine Kostbarkeit hüten)
. - Nicht (oder angeblich nicht)
abgegebene Unterlagen kann als Verstoß gegen die Mitwirkungspflicht
gedeutet werden, was zu Sanktionen führen kann = Kürzung von Geld. -
Und: Werden so die Unterlagen / Belege abgegeben, wird erfahrungsgemäß
allgemein die Sache zügiger bearbeitet.

Falls Du meinst, ich würde übertreiben, google mit
jobcenter unterlagen verloren
und lies auch dies:
Hartz IV: Verschwundene Unterlagen mit System?
http://www.gegen-hartz.de/nachrichtenueberhartziv/hartz-iv-verschwundene-unterla...

.

Im Gespräch mit den Mitarbeitern immer korrekt und konzentriert sein.
Wenn die Mitarbeiter freundlich und zugewandt sind: Auch Infos im
Vertrauen
landen in der Akte und können später gegen den „Kunden“
(wie es vollmundig bei Sozialbehörden heißt) verwendet werden. - Lies auch

Wichtige Tipps für Hartz-IV-Betroffene
http://www.gegen-hartz.de/nachrichtenueberhartziv/wichtige-tipps-fuer-hartz-iv-b...

.

Oft ist es ratsam, zum Amt einen Beistand als Begleitung mitzunehmen.
Dieser Ämterlotse muss nur zuhören und kann dabei Protokoll führen, oder hinterher
macht man gemeinsam ein Erinnerungsprotokoll. Der Beistand kann aber
auch für Dich Erklärungen abgeben, dazu § 13, Absatz 4 SGB X (google
mit 13 sgb 10):

     (4) Ein Beteiligter kann zu Verhandlungen und Besprechungen mit
           einem Beistand erscheinen. Das von dem Beistand Vorgetragene
           gilt als von dem Beteiligten vorgebracht, soweit dieser nicht
           unverzüglich widerspricht.

Für einen ehrenamtlichen Behördenbegleiter = Beistand google jeweils mit
Deinem Wohnort (oder dem nächstgrößeren, wenn Deiner klein ist) mit

     Ämterlotsen
     Behördenlotsen
     Behördenbegleiter
     Wir gehen mit org

Diese Ämterbegleiter sind wertvolle Hilfen und notfalls auch Zeugen, und
(die meisten? alle?) haben für diesen ehrenamtlichen Dienst eine kleine
Ausbildung genossen und kennen sich bestenfalls mit den Gesetzen aus.
(Sag beim Amt niemals, Du hättest einen Zeugen dabei! Zeugen dürfen
des Raumes verwiesen werden - Beistände dagegen nicht, auf die hast
Du ein Recht.)

Lebst Du in einer Bedarfsgemeinschaft (oder Haushaltsgemeinschaft):
Andere Mitglieder solch einer Gemeinschaft können für Dich kein Beistand
sein, denn sie sind nicht neutral, sondern automatisch selbst Betroffene.

Google mit

legitimation eines beistands pdf (die Wörter genau so)

und lade Dir die Datei vom elo-forum runter. Darin erfährst Du die
gesetzliche Grundlage für Beistände und dass jeder Bürger ein Recht
darauf hat, sich bei Behördengängen von einem Beistand begleiten zu
lassen.

In der Info erfährst Du unter anderem, dass wenn Dein Beistand für Dich
etwas sagt, und Du widersprichst nicht, gilt es so, als hättest Du selbst es
gesagt.

Antwort
von Primus, 36

Es ist halt so, dass die Grundsicherung von Steuergeldern gezahlt und von daher nach einem bestimmten Satz festgelegt wird, der nicht überschritten werden darf.

Bekommst Du nun eine Rentenerhöhung liegt diese Summe über diesem Betrag und wird  Dir wieder abgezogen.

Die Bezüge der Politiker darfst Du nicht mit der Grundsicherung vergleichen, denn sie wurden durch Arbeitsleistungen erworben und sind keine staatliche Unterstützung.

Kommentar von Juergen010 ,

" Die Bezüge der Politiker darfst Du nicht mit der Grundsicherung
vergleichen, denn sie wurden durch Arbeitsleistungen erworben und sind keine staatliche Unterstützung. "

Booorrrr ....;-)

Endlich mal wieder eine Steilvorlage für einen zynisch-sarkatischen Kommentar. ;-)

Was ein Glück, dass Du dich nur auf politische "Arbeitsleistung" und nicht auf qualitativ verwertbare Produktivität von Politikern beziehst. Bei ergebnisbezogener Betrachtung wären unsere Politiker nämlich absolut überbezahlt.

Das Thema "Grundsicherung"  könnte man natürlich auch auf Politiker umlegen: Bei den üppigen Diäten, die unsere Politiker erhalten - und sich regelmäßig, ohne wirklichen Anlass und Grund, parteiübergreifend erhöhen - hat die dortige "Grundsicherung" ja schon fast Selbstbedienungseffekte, die den wahren Grundsicherungsempfängern, insbesonders den Rentnern, systematisch verwährt wird.

Und wenn man zur Kenntnis nimmt, dass unserer politische Kaste, nach ein paar Monaten im Amt, inklusive professioneller Pöstchenschiebereien in diverse Vosrtandsstellen, Beraterpositionen - auch nach aufgeflogenen eklatanten Lebenslauf- und Ausbildungslügen - satteste Pensionen aus Staats- mithin also aus Steuergeldern gezahlt werden, fällt es schon schwer, nicht von "staatlicher Unterstützung" zu sprechen.

;-) doppelgrins ;-)

Kommentar von Primus ,

Ich bin ja ganz Deiner Meinung und meine Antwort wurde ohne Emotionen geschrieben 😉😉

Kommentar von cyracus ,

dito   ‹(••)›

Antwort
von wfwbinder, 47

Grundsicherung (bei Rentnern) udn ALG II (bei Personen, die noch im Arbeitsleben sind), decken den Bereich zwischen dem tatsächlichen Einkommen und dem Mindestbedarf eines 'Bürgers (ob der richtig berechnet ist, sei mal dahingestellt).

Daher wird erzieltes Einkommen, somit auch mehr Rente, eben leider angerechnet.

Schlecht für Rentner, dass der Betrag, der dazu kommt, bei ALG II nur zum Teil angerechnet wird, der Betrag der bei Rentnern dazu kommt, aber leider voll.

Kommentar von wfwbinder ,

Auch bei Politikern wird angerechnet. So bekommt ein(e) MinisterIn, oder KanzlerIn, die auch Bundestagsabgeordnete ist, nur die halben Diäten für die Tätigkeit als Abgeordneter.

Andere Einkünfte, soweit vorhanden, müssen gegenüber dem Bundestagspräsidenten aufgedeckt werden und mal ehrlich, wer will den Sch.....job schon für 225.000,- (Kanzler) brutto machen, wenn man mit ein bißchen Trällern, oder kicken Millionen machen kann, oder als Dr. der Physik in einer Konzernleitung auch das gleiche bekommen kann, aber mit besserer Arbeitszeit.

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