Warum weniger voraussichtlich weniger Steuerrückerstattung als 2021?

3 Antworten

Okay, "nur 3 Monate mehr gearbeitet" bedeutet vermutlich, dass Du das ganze Jahr gearbeitet hast.

Bei Lohnsteuerklasse 1 ist der Lohnsteuerabzug im Prinzip korrekt, ausser man hat Besonderheiten geltend zu machen. Beispielsweise Werbungskosten über der Pauschale von 1.200,-€.

Es ist in Deinem Fall natürlich nicht alles gleich geblieben, und auch die Werbungskostenpauschale hat sich ja gegenüber dem Vorjahr erhöht. Das heisst, während sich in 2021 noch Werbungskosten über1.000,-€ ausgewirkt haben, sind es für 2022 nur Kosten, die über 1.200,-€ liegen. Die Pauschale ist nämlich schon im Lohnsteuerabzug berücksichtigt.

Das ist aber logisch, denn der Lohnsteuerabzug ist monatlich, aber das Einkommen in 2021 von 9 Monaten wurde auf 12 Monate verteilt. ALG II ist steuerfrei und unterliegt nicht, dem Progressionsvorbehalt. Da war ein gute Erstattung logisch.

In 2022 war der Lohnsteuerabzug schon genau richtig für das gesamte Jahr. Nur die zusätzlichen Ausgaben brachten die Erstattung.

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Steuerbevollmächtigtenprüfung 1979, Steuerberaterprüfg .1986

Eigentlich ganz simpel. Hartz 4 berücksichtige ich mal nicht.

2022: Du hast 12 Monate gearbeitet. Der Lohnsteuerabzug geht auch von 12 Monaten aus.

2021: Du hast 9 Monate gearbeitet. Der Lohnsteuerabzug geht aber von 12 Monaten aus. Somit hast du jeden Monat mehr als vorgesehen gezahlt. Daher die erhöhte Rückerstattung.

Krasses Beispiel:

Du arbeitest nur einen Monat für 5.000,- Euro und zahlst 1.500,- Euro Steuern. Diese bekommst du komplett zurück, da du unter dem Freibetrag verdient hast.

Woher ich das weiß:Berufserfahrung

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