Warum stieg der ETF von Comstage auf den MSCI Emerging Markets nur um 1,5 % über 3 Jahre, der Referenzindex aber um 23,81%?

2 Antworten

Liegt wohl an der Währung. Der MSCI EM NR USD hat in den letzten drei Jahren 2,2% hinzugewonnen und der ETF 1,07%. Schaut man sich das ganze in Euro an, dann hat der MSCI 31,98% gewonnen und der ETF 29,9%.

Kleiner Tipp am Rande: In diesen engeren Märkten würde ich eher auf aktiv gemanagte Fonds zurückgreifen, sind meist besser als die Indices und dann eben auch besser als die ETFs.

Natürlich gibt es auch Argumente für aktiv gemanagte Fonds. Aber woher hast Du denn diese Information, dass aktiv gemanagte Fonds "meist besser sind als die Indizes" ? Das wäre mir allerdings völlig neu.

Zitat finanzen.net:

Fest steht: Solange aktiv gemanagte Fonds deutlich teurer bleiben als gleichartige ETFs, werden sie es schwer haben, im Durchschnitt besser abzuschneiden als die passiven Produkte. "Trotzdem ist das eine Produkt nicht besser als das andere, denn ETFs auf gängige Indizes bilden keine überlegene Anlagestrategie ab", sagt Beck. Befürworter aktiver Fonds können sich trotz der Kostenlast damit trösten, dass es ­immer wieder Manager geben wird, die herausragende Ergebnisse erzielen und eine pfiffige Strategie verfolgen.

"Um diese zu ermitteln, muss man mehr in die qualitative Ebene einsteigen - und vor allem überprüfen, in welchen Marktphasen ein Manager besonders gut ist", sagt Masarwah. Wichtig auch: Wer aktive Fonds bevorzugt, sollte Managern folgen, die wirklich aktiv sind. "Wenn ein vermeintlich aktiver Fonds an seinem Index klebt, gibt es keinen Grund, dafür 1,5 Prozent Gebühren zu bezahlen." Dann ist ein preiswerter ETF ohne Frage die bessere Lösung.

Zitat Handelsblatt:

Von Anfang an waren die Papiere eine Kampfansage an klassische Investmentfonds. Ihre Fondsmanager treten stets mit dem Anspruch an, durch ein aktives Management den Markt zu schlagen. Das versuchen sie durch eine gezielte Aktienauswahl, Trendgespür oder Umschichtungen zu erreichen. Doch die Bilanz fällt ernüchternd aus: So liefern nur acht von 169 Fonds für amerikanische Standardwerte über einen Zeitraum von zehn Jahren einen höheren Ertrag als der Vergleichsindex MSCI USA. Bei europäischen Aktien schneiden derzeit 60 von 225 Produkten über diesen Zeitraum besser ab als der Vergleichsindex.

Ich weiss, Du sprichst von "engeren Märkten" und es wird natürlich immer aktiv gemanagte Fonds geben, die den Index schlagen, aber dass in irgendeinem Bereich die Mehrzahl der aktiv gemanagten Fonds besser sind, stimmt (leider) nicht.

Das ist schon allein rechnerisch kaum möglich, da diese "besseren" ja alle nicht nur den Index schlagen, sondern für einen höheren Nettoertrag zusätzlich noch die höhen Gebühren verdienen müssten.

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@Zappzappzapp

Ich spreche nur von engeren Märkten. 

In den breiten Märkten, wie z.B. DAX, Dow Jones, EuroSTOXX, MSCI World etc. gebe ich Dir völlig recht, dass es nur sehr sehr wenige aktive Fonds gibt, die auf Dauer den Index schlagen, doch, wie Du schon schreibst, die gibt es auch und bei ausreichend Recherche findet man auch diese, doch die Mühe kann man sich in der Regel sparen und auf einen passiven Fonds umsteigen, der einen etablierten Index abbildet, denn die Unterschiede sind da meist relativ gering.

Bei engeren Märkten, wie hier z.B. die genannten Emerging Markets gibt es allerdings deutlich mehr aktive Fonds, die nach den Gebühren die Indices und somit die Passiven schlagen, deshalb bevorzuge ich in diesem Bereich eindeutig die aktiven Fonds.

Man sollte sich aber generell bewusst sein, dass nur ca. 20% aller aktiven Fonds die Vergleichsindices auf Dauer schlagen und somit auch die dazugehörigen passiven Fonds und da gilt es diese herauszufiltern. Bei einem aktiven Fonds hat man im übrigen IMMER die Chance den Vergleichsindex zu schlagen, bei einem passiven Produkt wird man NIE den Vergleichsindex schlagen können, sondern immer schlechter sein (zwar gering auf Grund der Gebühren, aber schlechter). Wie meist ist es so, dass die Selektion und die Analyse den Unterschied macht.

Mir persönlich stößt halt bei sehr vielen der ETFs auf, dass sie die Indices oft synthetisch replizieren, d.h. ich kaufe z.B. einen DAX ETF und im Portfolio ist kein einziger DAX-Wert (überspitzt gesagt) und da sind mir die Risiken der Swap-Geschäfte, Gegenparteirisiken etc. nicht so ganz greifbar und das läßt mich dann etwas skeptisch werden. Aber so langsam schwenken die ETF-Gesellschaften um und bieten zum Glück immer mehr nicht synthetische Gebilde an. Etwas fraglich finde ich auch, dass die großen ETF-Gesellschaften immer mehr passive Produkte auf aktiv gemanagte Indices rausbringen, denn im Grunde hat man dann doch einen "aktiven" Fonds nur ist dies dann meist nicht mehr vergleichbar, weil ein aktiv gemanagter Index hat natürlich keinen Vergleichsindex.

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@heinuun

Du hast uneingeschränkt Recht, dem ist nichts hinzuzufügen. Im Grunde sind wir völlig einer Meinung.

Ich habe  ausschließlich der Aussage " ...sind meist besser als die Indices..." widersprechen wollen.

Wer meint, einen der besseren aktiv gemanagten Fonds entdeckt zu haben, der soll es eben versuchen und bekommt dafür eine größere Chance aber auch ein größeres Risiko. Das muss es ja auch geben.

Ein positiver Effekt meines kleinen Widerspruchs ist der letzte Absatz Deiner Antwort. Dieser Punkt kommt meines Erachtens bei allem berechtigten Lob für ETFs leider immer etwas zu kurz. Da schleicht sich bei den Angeboten doch mancher viel zu kompliziert konstruierter und daher schwer zu durchschauender "Müll" dazwischen.

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