Warum sperrt man Steuerhinterzieher ein?

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12 Antworten

Man sperrt Sie ein, weil es im Gesetz steht, bzw. weil im Gesetz ein Strafrahemen genannt ist, den die Richter angemessen anzuweden haben.

Das ist bei allen Straftaten so.

Je nach persönlichem Gerechtigkeitsempfinden wird man das sinnvoll, oder weniger sinnvoll empfinden. ICh persönlich kann es auch nicht nachvollziehen, dass jemad der mir mein Auto aus der verschlossenen Garage klaut, härter bestraft wird, als einer, der mit mit einem gezielten Faustschlag die Nase bricht.

Auch ich würde Steuerhinterzieher vermutlich nie mit Haft bestrafen, sondern imm mit einer Vermögensstrafe nach dem Punkt, 100.000,- hinterzogen, also 100.000,- + Zinsen zahlen + Geldstrafe in gleicher Höhe. Allerdings mit dem Zusatz, wenn es nciht einfach nur um Steuerhinterziehung geht, also mit hoher krimineller Energie noch Urkundenfälschung für nachgemachte Belege dazu käme, wäre das auch ggf. extra zu bestrafen.

Das gesamte Strafsystem stammt aus dem vorletzten Jahrhundert. Es stimmt in weiten Teilen nciht mehr mit unserer gesellschaftlichen Realität überein. Es wurde zwar angepaßt, es gibt nicht mehr reine Verwahrung, es wird wohl mit den Häftlingen an der Resozialisierung gearbeitet, aber trotzdem gäbe es heute andere Möglichkeiten.

So ist es doch in vielen Fällen unlogisch, dass Jemand ins gefängnis wandert, für viel Geld untergebracht wird, aber sein(e) Opfer auf die Entschädigung waten müssen.

Viel logischer, man läßt den jenigen arbeiten und legt ihm mit elektronischer Fußfessel einen räumlichen Rahmen fest, in dem er sich bewegen darf.

was hat die Gesellschaft davon das Hoeneß sitzt? Was wäre denn, wenn er zu den 28,2 Mio Steuern nochmal 28,2 zahlen müßte und 3 Jahre nur in einem Umkreis von 2 Kilometer von Haus und Arbeitsplatz und dem Weg zwischen beidem unterwegs sein dürfte?

Danke - Dachte schon ich bin ganz alleine mit meiner Meinung.

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Ich denke, dass jeder,der schon mal in einem Gefängnis war weiss, dass das nicht das selbe ist. Ich war dort zwar nur zu Besuch, weiss aber seitdem, dass der wesentliche Punkt der Strafe der Entzug der Freiheit ist.

Man muss sich einiges zu Schulden kommen lassen, um dieses Grundrecht zu verlieren aber wenn es so weit ist, empfindet man es als "etwas andere" Strafe, als wenn man auf Zeit das Leben führt, das viele Menschne freiwillig oder unfreiwillig eh schon führen. Ein eingeschränkter Radius würde viele kaum abschrecken.

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@Rat2010

Ist doch eine Frage der Kontrollmöglichkeiten.

Wenn der Steuerhinterzieher kein Geld mehr hat, dann kann er doch auch nichts mehr hinterziehen?

Wenn man einen Gewalttäter nicht wegsperrt, dann kann er jederzeit die nächste Gewalttat begehen.

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@solicitation1
Wenn der Steuerhinterzieher kein Geld mehr hat, dann kann er doch auch nichts mehr hinterziehen?

Warum??? Die Motivation dürfte dann eher höher sein.

Ich denke, die Bevölkerung kriegt da einen afalschen Blick. Der wesentlich höhere Teil der Steuer wird von Handwerkern, Händlern und allen, die Geld einnehmen hinterzogen. Allein, was Kriminelle an Umsatzsteuer hinterzieht soll jedes Jahr bei 100 Mrd. € liegen.

Den Kapitalanlegern in der Schweiz kommt man nur gerade drauf. Deshalb meint alles, das wären die einzigen oder ein Großteil der Steuerhinterzieher.

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@Rat2010

@Rat2010

Ich hatte auch schon ein paar Mal das vergnügen. Mal um Mandaten zu besuchen mal für eine Dichterlesung.

Was Du ansprichst ist die Abschreckungswirkung. Nur die ist ohnehin relativ gering, weil gerade Leute wie Steuerhinterzeiher nicht annehmen geschnappt zu werden.

Und so eine Einschränkung des Lebensraumes durch eine Fußfessel mag nicht abschrecken, aber sehr schmerzen.

Ausserdem, Gewalttäter müssen ja leider weggesperrt werden, denn die sind Gefahr für Leib und Leben. Aber es sitzen auch Schwarzfahrer im Knast, oder Ladendiebe als Wiederholungstäter.

Eierdiebe mit Schadenssummen von unter 1.000,- euro werden mit einem Kostenaufwand von über 10.000,- Euro bestraft (90 Tage Haft).

Die sollte man lieber verstärkt zu gemeinnütziger Arbeit heranziehen.

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warum man sie einsperrt? Weil es das Gesetz so will und weil Staatsanwälte danach ihr Strafmass ausrichten und Richter danach urteilen.

Man mag geteilter Meinung zu dem Thema sein. Ob Einsperren das Richtige in dem Falle von Steuersündern ist, wird breit diskutiert.

Viele gehen gar nicht ins Gefängnis. Wer sich selbst anzeigt, das korrekt macht, der geht straffrei aus. Auch hier könnte man nach dem Sinn fragen.

Und viele gehen gar nicht ins Gefängnis, weil die Beträge zu klein sind.

Im Falle Höness ist die Strafzahlung so hoch, dass er nicht nur seine Unterbringung (du nennst 150.000 Euro) zahlt, sondern noch andere.

Ich persönlich halte es auch für wenig sinnvoll, diese Leute einzusperren. Aber so ist es nun mal.

Und Madoff? Das ist ein anderer Rechtsraum. Das interessiert hier nicht. Das sind die USA.

Danke, gute Hinweise.
Allerdings denke ich nicht, daß sich Amerikaner viel anders verhalten als Deutsche/Westeuropäer.

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Die Strafe besteht auch darin, abzuschrecken.

Denkst du, Herr H. würde steuerehrlich werden, wenn er nicht ins Gefängnis gehen müsste, sondern einfach nur das Doppelte nachbezahlen könnte?

Warum gibt es in Thailand kaum Drogenkuriere? Weil die drohende Todesstrafe einfach abschreckt und sich das Risiko für bodypacker nicht lohnt .

Ein Raser oder Kiffer hört auch nicht auf, über sein Verhalten nachzudenken, wenn das Risiko erwischt zu werden kalkulierbar ist und ein Bussgeld ohne Punkte oder Führerscheinentzug locker eingegangen werden kann :-)

G imager761

Apropos Drogen:
Aktuell wird auch die Legalisierung von Marihuana diskutiert. Alkohol, Nikotin, Geldspielautomaten, Internetspielsucht, Daytrading an der Börse. Demnächst dann vielleicht Marihuana. Wo soll das noch hinführen? Somit kann dann die Aussage, je nach den persönlichen Möglichkeiten, immer treffender werden: "Sind wir nicht alle ein bisschen Hoeneß?".

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Weil Steuerhinterziehung ein Straftatbestand darstellt. Im übrigen wird nur ein kleiner Teil aller Steuerhinterzieher mit Haftstrafe belangt.

Hallo maxbreak, die meisten Personen die Steuern hinterziehen, werden, meiner Meinung nach, immer noch nicht erwischt. Die anderen, davon werden die meisten mit einer Geldstrafe wegkommen, nur wenn die Selbstanzeige nicht korrekt oder zu spät abgegeben wird oder die hinterzogene Summe über 1 Million Euro liegt, droh Gefängnis.

Genau um die letztgenannten geht es hier.

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Du scheinst ja irgendwie davon auszugehen, dass Einsperren von Steuerhinterziehern der Regelfall sei.

Lass dich belehren: Es ist die absolute Ausnahme.

Bei der weit überwiegenden Mehrheit der Steuerhinterzieher kommt es nicht mal zur Anklage, sondern das Verfahren wird eingestellt (http://www.gesetze-im-internet.de/stpo/__153a.html).

Ach so - Ich dachte immer die Kleinen sperrt man ein, die Großen lässt man laufen.

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@maxbreak

Die Mittelgroßen lässt man laufen. Die ganz, ganz Großen muss man schon wieder einsperren, weil sie zu auffällig sind. Aber zum Glück gibt's davon nur ganz wenige Dumme, die sich erwischen lassen...

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Ich hatte auch mal die Idee, es wäre effizienter gewesen, U. H. den Berliner Fluchhafen fertigstellen zu lassen Managerqualitäten hat er ja unbestritten.Der Besuch irgendeines Fussballspiels wäre erst nach einwandfreiem Funktionieren des Objekts wieder erlaubt gewesen. Alles natürlich plus einer ordentlichen Geldstrafe.

Aber...geht ja wohl so nicht. Die Kosten für einen Gefängnistag mögen 120,00 sein. Ich vermute nicht, dass es sich um viele Tage handeln wird. Nächte evtl. mehr.

Man sperrt sie ein, weil die Kosten der Haft kein Thema sind.

Nie!

Entscheidend ist die Strafe und da zieht bei jemandem, der Steuer hinzerzogen hat (und wenn er viel hinterzogen hat oft am oberen Rand der Gesellschaft steht) Gefängnis mehr als eine Geldstrafe, die ja eh dazu kommt.

Wenn man ihm alles wegnehmen würde, dann würde er es sich zweimal überlegen, ob er es noch mal macht.

Wenn man ihm nur ein wenig wegnimmt und ihn nach ein paar Monaten wieder frei läßt, kann er weitermachen wie bisher.

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@maxbreak

Alles wegnehmen wäre je nach Steuerstraftat etwas unverhältnismäßig, oder? Denke an die, die ohne es zu wissen zum Steuerstraftäter wurden oder an die, die vielleicht 1 % nicht über die Firma laufen lassen. Gerechtigkeit ist auch eine Frage der Verhältnismäßigkeit.

Dazu ist den Arbeitnehmern nicht geholfen, wenn dem Chef die Firma weggenommen wird. Je nachdem sind sie dann abeitslos.

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"Die Kosten der Haft sind kein Thema?" Dann würde es Sinn machen mehr Gefängnisse zu bauen.

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@maxbreak

Etwas wirre Aussage. Wenn mehr Gefängnisse nötig werden, neigen Staaten dazu, mehr zu bauen. Wo liegt der Sinn in Gefängnissen, für die es keine Straftäter gibt?

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@Rat2010

Na man könnte mehr Süchtige einsperren. Wenn einer wie Uli Hoeneß innerhalb von ein paar Jahren 50.000 Börsentransaktionen macht, dann ist das für mich ganz klar eine Sucht.

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@maxbreak

Sucht ist keine Straftat. Es schützt aber halt auch nicht vor Strafe.

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@solicitation1

Du scheinst dem wirren Gedankengang von maxbreak folgen zu können.

Ich nicht! Vielleicht schaffst du es, mir zu erklären, was du mit dem ja eigentlich übersichtlich kurzen aber objektiv sinnfreien Beitrag meinst.

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Es gibt keine Geldstrafe neben einer Haftstrafe. Deshalb steht ja in jeder Strafvorschrift "mit Freiheitsstrafe, oder Geldstrafe ......"

ES gibt neben einer Haftstrafe nur eine Bewährungsauflage in Geld, wenn die Strafe zur Bewährung ausgesetzt wird. In einzelfällen der Fall von Vermögen, oder die Einziehung von Tatwerkzeugen, also könnte man z. B. das Auto wegnehmen, mit dem Geld in die Schweiz gefahren wurde.

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Deine Logik ist fehlerhaft:

Der Gesetzgeber hätte ja auch den prozentual festgelegten Strafzins um 0,x% geringer ansetzen können.

Weil er aber eben um diesen Prozentsatz nicht geringer ist, zahlt der Steuersünder die von Dir beispielhaft angesetzen 150.000.- Euro selbst.

Zu Deinem letzen Satz:

Das eine ist die Strafe, das andere ist die Anschreckung!

Der Gesetzgeber hätte den Strafzins auch um x,0% höher ansetzen können. Dann wär für den Staat noch mehr dabei rumgekommen.

"Anschreckung" das trifft den Nagel auf den Kopf: Die Steuerhinterzieher gehen ins Gefängnis und schrecken die anderen Insassen an, wie sie an der Börse zocken können und Steuern hinterziehen können.

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@maxbreak

und schrecken die anderen Insassen an,

Das muss man bei dem Pechvogel Hoeness ja nun nicht gerade befürchten. Er als geläuterter Vorbestrafter wird dort lieber von seiner unseligen Spielsucht berichten und an den gruppendynamischen Übungen teilnehmen, die diese, seine Charakterschwäche lindern sollen, da den anderen einfach das Spielgeld dazu fehlt.

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Warum sperrt man Räuber, Vergewaltiger und Mörder ein?

Wäre es nicht ökonomischer sinnvoller, wenn sie sich frei kaufen dürften?

Dann enstünde eine interessante Gesellschaftsform, in der für den, der es sich leisten kann, kaum noch ethische und moralische Grenze gelten würden.

Habe ich doch geschrieben. Sollte man nicht tun, weil man deren Straftaten nicht kontrollieren kann.

Lies einfach mal alle Beiträge.

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@maxbreak

Hab ich.

Und keiner - zumindest deiner - wortarmen Beiträge lieferst du die behauptete Antwort, abgesehen davon, dass die nicht einmal ansatzweise den Kern des ethischen Dilemmas tangiert: erstens argumentierst du von den Kosten her, was nichts mit der Kontrolle der Straftaten zu tun hat und zweitens führst du nicht aus, inwieweit Steuerbetrug "kontollierbarer" ist als einfacher Diebstahl (Kosten der Kontrolle bitte nicht vergessen).

Was spricht übrigens gegen "Gefängnis UND pekuniäre Wiedergutmachtung z.B.im Extremfall Einziehung des gesamten Vermögens bis zu den im SGB II-Recht freigestellten Werten "? Ich bin übrigens grundsätzlich ein Fan drakonischer Strafen und davon, das Verlustrisiko und/oder Verlusterwartungswert in schwindelerregende Höhen zu treiben ^^.

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@maxbreak

och nööö ... an den Menschenrechte muss man ja nicht gleich rumspielen ... es reicht, wenn man Steuerbetrüger da trifft, wo es ihnen nachweislich weh tut ... beim Geld ..

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Du willst hier keine Finanzfrage stellen, sondern nur Deine Meinung äußern. Und die interessiert nun wirklich niemanden.

Wo ist Dein Problem?

Das Forum heißt "Finanzfrage" und es geht manchmal um Millionen von Euros.

Was, wenn die Frage ein Betroffener (Steuerhinhinterzieher) gestellt hätte?

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@maxbreak

Es wäre wurscht.

Der Flug zum Mars wird auch Millionen kosten und trotzdem kann man daraus keine hier passende Finanzfrage stellen.

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@vulkanismus

Wird der Flug zum Mars mehrere Millionen oder mehrere Milliarden Euros/Dollar kosten?

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@maxbreak

Das Forum heißt "Finanzfrage" und es geht manchmal um Millionen von Euros.

@maxbreak: Zum Forum gehören auch die Richtlinien des Forums. Lies bitte mal Nr. 6 durch. Die anderen sind natürlich auch interessant und lesenswert, aber Nr. 6 ist der Kernpunkt der Kritik von vulkanismus.

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