Warum Nachzahlung Einkommenssteuererklärung Vollzeitjob + 400 Euro Job

2 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Nachdem ich nun einige Zeit lang die Antworten und Kommentare verfolgt habe, stelle ich fest, dass einige doch recht dicht dran sind.

Richtig erkannt haben einige (wie auch die Fragestellerin selbst), dass die 4.800 Euro mit einbezogen und versteuert worden sind.

Aber dann beginnt das Rätselraten: Warum?

Entweder ist es ein Minijob, dann ist er in der Einkommensteuererklärung unsichtbar und die Fragestellerin hat alles richtig gemacht.

Oder er wird versteuert, dann aber doch wohl nach welcher Steuerklasse? Kann ja nur die 6 sein, und da fallen etwa 50 Euro an Lohnsteuern an. Aber das hätte sie doch gemerkt auf dem Bankkonto, oder?

Also hat hier jemand was falsch gemacht:

  • Der Arbeitgeber hat den Minijob fälschlich als normalversteuerten Job an das FA gemeldet
  • Der Arbeitgeber hat den normalversteuerten Job fälschlisch mit einer anderen Lohnsteuerklasse als der 6 abgerechnet
  • Der Sachbearbeiter im Finanzamt ist ein Haubentaucher

Zuerst sollte also das Wichtigste getan werden: Nämlich Einspruch einlegen mit der Begründung, dass der Minijob falsch angemeldet wurde und nicht der tariflichen Besteuerung unterliegt - und vor allem mit dem Antrag auf Aussetzung der Vollziehung des Nachzahlungsbetrages.

Dann muss dringend die Vertragslage geprüft werden. Stellt sich heraus, dass normalversteuert wird und der Arbeitgeber statt der 6 eine andere Lohnsteuerklasse abgerechnet hat, geht der Einspruch in die Hose. Etwas zu retten wäre dann höchstens noch was über die bislang nicht erklärten Werbungskosten im Zusammenhang mit dem Zweitjob.

In allesn anderen Fällen ist der Einspruch so gut wie gewonnen.

Also hat hier jemand was falsch gemacht:

  1. Möglichkeit: es ist/war ein Minijob, aber der räudige Arbeitgeber hat die 2% Lohnsteuer nicht gezahlt. Dann werden die 4.800,00 auch voll steuerpflichtig.
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@FREDL2

Na, für Betrugsfälle bin ich immer viel zu einfältig. Auf sowas komme ich gar nicht.

Wenn das der Fall ist, darf der AG ja wohl Schadensersatz leisten, oder?

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@EnnoBecker

@EB: nö, das darf der. Na ja, dürfen. Er darf die 2% auf den AN abwälzen. Macht er es nicht und zahlt selber die 2% auch nicht, ist der AN der Dumme.

Für Hausfrauen und Studenten spielt es keine Rolle, für Menschen mit einem steuerpflichtigen Hauptjob durchaus. Ein weiteres Beispiel, welche Fachleute unsere Gesetze fabrizieren. :-((((((

Vor allem in der Gastronomie wird sowas häufig (aus)genutzt.

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@FREDL2

Darum, ob er es darf, geht es aber nicht. Es geht um die Vertragslage.

Hier muss der Arbeitsvertrag geprüft werden. Steht da drin, dass er abwälzt?

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@EnnoBecker

@EB: willst Du die denn oben ohne sehen? Falls ja, besteht Gesprächsbedarf.

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@EnnoBecker: Vielen Dank für Ihre umfassende und sehr hilfreiche Antwort! Heute konnte ich bei der Firma bei der ich den 400-Euro-Job ausgeübt habe folgendes in Erfahrung bringen:

  • der 400-Euro-Job wurde pauschal versteuert
  • die Meldung am Jahresende an das Finanzamt war ein Versehen

Ich werde nun Einspruch einlegen gegen meinen Steuerbescheid und das Beste hoffen :)

Ganz lieben Dank für eure Unterstützung! Ihr habt mir sehr geholfen!

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Läuft der Minijob nicht über eine Steuerkarte, braucht er dem Finanzamt nicht gemeldet werden.

Rede mit beiden Chefs, denn einer von beiden muss ja dem Finanzamt eine Meldung über den Minijob zukommen lassen haben.

Lege gegen den Steuerbescheid Widerspruch ein und warte auf die Dinge die dann kommen.

Ganz lieben Dank für eure Antworten!

Ich habe gestern Abend in meinen Unterlagen gesehen, dass ich sogar einen Ausdruck habe wie der 400 Euro Job an das Finanzamt gemeldet wurde.

Ich werde heute fragen ob er über die Lohnsteuerkarte lief oder nicht. Wenn er aber gemeldet wurde, obwohl er nicht über eine Lohnsteuerkarte lief (geht das überhaupt?), bin ich dann auch automatisch steuerpflichtig dafür? Hach, für mich ist das alles ein Buch mit Sieben Siegeln. Ich bin froh, dass man hier um Rat fragen kann!

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@frenchfry

es kann sein das der AG diesen mit Steuerklasse 6 abgerechnet hat dafür braucht keine Steuerkarte vorgelegen haben.

Das ist aber nur geraten. Wenn er pauschaliert wurde muß er nicht eingetragen werden, wenn er nicht pauschaliert wurde dann ist das so wie das jetzt gelaufen ist.

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@Tina34

kann sein das der AG diesen mit Steuerklasse 6

Dann hätte sie nicht 400 Euro rausbekommen, weil rund 50 Euro an Lohnsteuern hängenbleiben. Sowas hätte sie sicherlich gemerkt.

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