Warum erhebt der Staat nicht einfach eine Steuer auf Retouren?

...komplette Frage anzeigen

Das Ergebnis besteht aus 9 Abstimmungen

Nicht sinnvoll 77%
Bin mir nicht sicher 22%
Unter Umständen sinnvoll 0%
Sehr sinnvoll 0%

9 Antworten

Nicht sinnvoll

Ich würde davon ausgehen das besagte "Geschenkebremse" vor den deutschen Gerichten durchfällt.

Ein Konzern wie Amazon, der ausschließlich Fernabsätze betreibt muss und kann diese Kosten einkalkulieren.

Das Widerrufsrecht schützt Verbraucher vor Abzocke und hat eine definitive Daseinsberechtigung.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Nicht sinnvoll

Warum sollte der Staat in solche Vertragsverhältnisse eingreifen? Warum bitte mit einer Steuer?

Dann sollte doch das Unternehmen die Vertragsbedingungen entsprechend gestalten, damit klar ist, wie der Schaden begrenzt werden kann. Es ist ja jetzt schon so, daß Produktrücksendungen, die verwendet wurden und beispielsweise Gebrauchsspuren aufweisen, vom Versandhändler zurückgewiesen bzw. mit einer Nutzungsgebühr belegt werden können.

Anscheinend ist das Risiko durch Fehlverhalten noch nicht groß genug, daß sich die Lobby der Versandhändler wirklich beim Gesetzgeber beschwert. Man kann wohl durch entsprechende Risikokalkulationen immer noch den möglichen Verlust einfangen.

Was motiviert Dich zu einem solchen Vorschlag? Bist Du Versandhändler?

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
maxbreak 09.01.2013, 22:59

Ich denke für die Versandbranche wird es immer mehr zum Problem (man denke z. B. an Quelle, Neckermann und Schlecker, Ich gehe davon aus das, dort die steigenden Retourenquoten den Gewinn nicht gerade erhöht haben).

Ich weis nicht ob ich es in der Frage richtig rüber gebraucht habe: Wenn ein Versender seine Kunden zu stark "bestraft", wenn sie retournieren, besteht die Gefahr, daß sie dann Ruckzuck bei der Konkurrenz sind.

Bei der Steuer trifft es alle Versender bzw. Kunden gleichzeitig und in gleichen Maße und es gibt keine Wettbewerbsverzerrung. Für die Kunden lohnt es sich nicht sich einen anderen Versender zu suchen, weil sie dort auch die Steuer bezahlen müssten.

0
gandalf94305 09.01.2013, 23:18
@maxbreak

Sorry, aber das ist Unsinn.

Quelle und Neckermann hatten andere Probleme als Rücksendungen. Schlecker ist ein Retail-Unternehmen und hatte nur in sehr geringem Umfang Versandhandel - zudem noch mit Waren, die von einer Rücksendung sogar ausgeschlossen sind.

Wenn ein Versender es sich leisten kann, die Rücksendequoten kommerziell aufzufangen, dann kann er das unberechnet lassen. Kann es sich jemand nicht leisten, dann muss es irgendwie vertraglich reflektiert werden oder die vorhandenen Gesetze müssen angewandt werden. Es ist ja auch heute nicht so, daß man Produkte einfach zurückschicken kann - egal in welchem Zustand.

Abgesehen davon argumentierst Du unlogisch. Der Versender trägt das Risiko. Muss er eine Steuer abführen, dann profitiert davon vielleicht der Staat, aber nicht der Versender, der jedoch immer noch Wertminderungen tragen muss. Wenn schon ein Abschlag vom Erstattungsbetrag, dann wäre das ein Beitrag für den Risikotopf der Wertminderungen beim Versandhändler.

Um das zu erreichen, müsste jedoch die Lobby der Versandhändler bei entsprechender Not einen Gesetzgebungsvorgang initiieren... was bisher offensichtlich nicht passiert ist.

1
Nicht sinnvoll

Eine Schnapsidee: Wie sollte das mit der Steuererhebung denn funktionieren? Soll das Versandunternehmen etwa auch noch zusätzlich zu den Kosten der Retouren das Ausfallrisiko für diese Steuer tragen?

Nein, wenn man gegen Retouren etwas unternehmen wollte, müßte man das Zivilrecht ändern. Man könnte Versandhandel und stationären Handel einfach angleichen, im letztgenannten gibt es auch kein Widerrufsrecht.

Die Frage ist allerdings ob die Akteure das wirklich wollen. Dass der Versandhandel so stark boomt, hängt unter anderem damit zusammen, dass vielen Bestellern das Geld da lockerer von der Hand geht. Wer würde denn schon noch etwa Schuhe oder Hosen im Internet bestellen, wenn er die Sendung auf jeden Fall behalten und bezahlen müßte? Das wäre doch das Risiko eines Fehlgriffs zu groß und zu teuer. Deswegen haben die Versandfirmen im Prinzip garnichts gegen den bestehenden Zustand und beschränken sich darauf, die schwarzen Schafe zu bekämpfen.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Bin mir nicht sicher

Das ist die andere Seite des online-Handels. Der ganze online -Handel bringt zwar eine Menge Umsatz, vernichtet ordentliche Arbeitsplätze, vernichtet bzw. vergeudet Ressourcen.

Ein Buch kann ich noch kaufen, aber bei Schuhen oder Kleidung sieht das schon ganz anders aus. Schuhe und Kleidung müssen auch passen. Warum geht man nicht einfach in ein Schuhgeschäft lässt sich beraten und kauft dort seine Schuhe.

Ich finde das Gesetz sollte dahingehend geändert werden, das Retouren vom Käufer bezahlt werden sollten. Dann würden sich die Retouren ganz schlagartig verringern.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Hallo,

warum, der Staat kassiert doch schon mit jedem Paket. Bei allen privaten Paketdiensten beinhaltet jede Sendung die Mehrwertsteuer.

Und einmal davon abgesehen, braucht man sich über die armen Versandhändler keinen Kopf machen, weil diese ja nicht gezwungen werden, die Artikel per Internet anzubieten. Zudem sind diese Erfahrungswerte der Rücksendequoten in den Preisen mit einkalkuliert. Rechnet es sich für diese nach deren Meinung nicht, brauchen Sie die Artikel nicht mehr anzubieten. Auf der anderen Seite muss man ja auch berücksichtigen, dass die stationären Einzelhändler Mieten und Verkaufspersonal zu zahlen haben - die Versandhändler aber nun mal nicht.

Gruß alphabet

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
maxbreak 09.01.2013, 22:36

Richtig, der Käufer zahlt zwar ursprünglich die Mehrwertsteuer, aber die bekommt er bisher wieder voll zurückerstattet.
Für die Einzelhändler wäre es doch eigentlich von Vorteil, weil wieder mehr Leute in die Geschäfte gehen und dort die Ware ausprobieren?

0
Primus 09.01.2013, 22:48
@maxbreak

und was machen die Leute, die unabhängig vom Alter Behinderungen haben, die das Probieren in den Läden beschwerlich bis unmöglich machen?

Auch schon mal daran gedacht, das dafür der Internethandel ein Segen ist?

0
maxbreak 09.01.2013, 23:03
@Primus

Gibt es irgendeine Steuer, bei der alle gleich gerecht behandelt werden?

0
Primus 09.01.2013, 23:06
@maxbreak

Ne, aber die Leute für ihre Behinderung noch zu bestrafen fände ich nicht richtig!

1
Nicht sinnvoll

Warum soll ich eine " Strafsteuer " bezahlen wenn ich übers Internet was bestelle, das mir nicht gefällt, nicht passt oder farblich anders ausfällt , als es angegeben ist?

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Nicht sinnvoll

Schwachsinn, denn die Verwaltungskosten sind sicher höher als die Steuereinnahmen. Ausserdem würde der BGH ein solches Gesetz schnell wieder kassieren, denn es behindert die berechtigte Durchsetzung von Garantie- und Gewährleistungsansprüchen.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
blackleather 10.01.2013, 10:52

Allenfalls das BVerfG kann Gesetze kassieren, nicht der BGH.

1
Nicht sinnvoll

Wie wäre es wenn der Staat hier eingreifen würde und eine Steuer auf alle Pakete eintreiben würde, die Verbraucher an ihre Versender zurückschicken?

Wie das wäre? Na, jedenfalls anders als jetzt.

Wäre sowas überhaupt denkbar?

Dass es denkbar ist, sieht man doch schon allein daran, dass du diesen Gedanken gedacht und geäußert hast.

Vorteile?

Der Staat kassiert noch mehr Steuern und hat dadurch mehr Geld für den Ehrensold abgetretener Bundespräsidenten, Bankensanierungen und kostspielige Feldzüge.

Nachteile?

Da die Versender ja nicht wissen, welche Pakete retourniert werden und welche nicht, können sie die Mehrsteuern nicht gezielt weitergeben, sondern müssen sie proportional streuen. Folge: Alle Käufer zahlen die Zeche.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
maxbreak 09.01.2013, 22:33

Natürlich wissen die Versender welche Pakete retourniert werden. Sie packen die Ware aus und müssen anschließend erfassen vom welchem Kunden welche Ware retourniert wurde. Anschließend erstatten sie genau diesem Kunden den Betrag der zurückgeschickten ware. Neu würde der Kunde eben etwas weniger erstattet bekommen (die Retouresteuer)
Jemand der nichts retourniert braucht auch keine Steuer zahlen.

0
maxbreak 09.01.2013, 22:43

Der Staat könnte damit seine Schulden etwas reduzieren. Siehe Thema Finanzkrisen (Und damit eigentlich auch unsere Schulden).
Der Staat gibt das Geld ja auch für Straßenbau, Bildung usw. aus.

0
blackleather 09.01.2013, 22:49
@maxbreak

Hast du je erlebt, dass durch Mehreinnahmen der Staat seine Schulden reduziert hätte? Bisher haben Mehreinnahmen nur immer zu Mehrausgaben geführt.

0
maxbreak 09.01.2013, 22:51
@maxbreak

Außerdem hat der Käufer ja bisher eine Leistung erhalten für die er bisher gar nichts bezahlt hat: Die Ware wurde ihm über viele Kilometer zugestellt er konnte sie prüfen/testen und sie anschließend wieder die gleiche Strecke zurückschicken.

0
blackleather 09.01.2013, 23:15
@maxbreak

Außerdem hat der Käufer ja bisher eine Leistung erhalten für die er bisher gar nichts bezahlt hat:

Ja, eben!

Anschließend erstatten sie genau diesem Kunden den Betrag der zurückgeschickten ware. Neu würde der Kunde eben etwas weniger erstattet bekommen (die Retouresteuer)

Also wovon soll der Versender dann eigentlich die Steuer einbehalten? Was soll der Kunde weniger erstattet bekommen, wenn er doch überhaupt noch nichts bezahlt hat?

0
EnnoBecker 10.01.2013, 10:38

können sie die Mehrsteuern nicht gezielt weitergeben,

Eine kleine Änderung im § 17 UStG - und schon wäre dies möglich.

"§ 17 (1) Satz 1 UStG gilt nicht für Retouren. Der retournierende Unternehmer hat die Vorsteuer zu berichtigen."

Zack - und schon bleibt die Umsatzsteuer beim Finanzamt.

0
blackleather 10.01.2013, 10:51
@EnnoBecker

Ja, und von wem holt der Unternehmer sich diese entgangene Vorsteuer dann zurück? Von seinen Kunden. Und von welchen? Natürlich nur von denen, die bei ihm Einkäufe tätigen und diese auch bezahlen. Es träfe also nicht die, die es treffen soll, sondern genau die anderen.

0
EnnoBecker 10.01.2013, 11:04
@blackleather

Wieso denn? Der Kunde erhält den Nettobetrag zurück. Ist er Unternehmer, muss er die Vorsteuer ans FA zurückzahlen.

0
blackleather 10.01.2013, 11:08
@EnnoBecker

Der Witz an einer Retoursendung ist doch, dass der Kunde sie geschickt kriegt, sie gefällt ihm nicht und er schickt sie zurück und muss überhaupt nichts bezahlen. Also wovon soll er was zurück kriegen?

0
EnnoBecker 10.01.2013, 11:27
@blackleather

Achso. Da sitzt dann ja der Kunde am längeren Hebel.

Rechnung an den Kunden in Höhe des USt-Betrages?

0
Nicht sinnvoll

Upps, da ist er wieder:

Der untaugliche Versuch geistigen Dünnschi.... an den Nagel zu hängen.

Tztztztz - geht´s noch?

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
maxbreak 11.01.2013, 13:49

Vielen Dank für den konstruktiven Beistrag.

0

Was möchtest Du wissen?