Wartung der Heizung wird durch VM nicht durchgeführt?

2 Antworten

Kann ich den Kundendienst beauftragen, die Wartung durchzuführen (kostet ca. 300 €) und dann diesen Rechnungsbetrag bei der Miete abziehen?

Gegenfrage: Kann ich dich verpflichten, deine Wagen zur Inspektion zu bringen um einen Auffahrunfall auf mein Fahrzeg wg. abgefahrener Bremsbeläge zu verhindern? Nicht? Eben.

Antwort: Nein. Die Wartung zahlst du, der sie beauftragt hat und der etwaig entstehende Mietrückstand berechtigt den Vermieter zu ordentlicher Kündigung n. § 573 Abs. 2 Nr. 1 BGB :-O

Dein (Noch-)Vermieter schuldet eine funktionstüchtige Heizung während der Heizperiode bzw. anhaltend niedrigen Temperaturen.

Welche Schäden er duch Wartungsstau an seinem Eigentum in Kauf nimmt, geht dich schlicht nichts an :-O

Fällt die Heizung aus, kannst du die Miete ab Kenntis des Mangels bis zur Behebung während er Reparaturdauer taggenau und angemessen mindern oder jederzeit ordentlich kündigen, wenn du etwas besseres mieten möchtest :-O

Mal angenommen, Du bist nicht per Mietvertrag zur jährlichen Wartung verpflichtet und die Kosten werden auch nicht über die Betriebskostenabrechnung umgelegt ( so ist es beispielsweise bei mir).

Dann obliegt es dem Vermieter, ob er das Risiko eventueller späterer Reparaturen auf sich nehmen möchte oder nicht. Du als Mieter hast m.E. keinen Anspruch auf eine jährliche Wartung. Und kannst entsprechend selbst beauftragte Leistungen nicht von der Miete absetzen.

Nebenbei habe ich auch eine 30 Jahre alte Gastherme. Meine Vermieterin war immer der Meinung, dass Wartung Geldschneiderei sei. Vor 2 Jahren hat sie ihre Strategie gewechselt. Dieses Jahr im April hab ich allerdings wegen Corona auf den Wartungstermin verzichtet, da im Februar bereits ein Techniker hier war und anschliessend der Schornsteinfeger. Also genau umgekehrt zu Deinem Fall.

Per Mietvertrag ist der VM zur Wartung verpflichtet und die Kosten werden nicht auf die Betriebskostenumrechung umgelegt.

Es ist mir bewußt, dass das Risiko beim VM ist, aber ich habe den Ärger, keine Heizung etc. da die Heizung bereits im Frühjahr ausgefallen ist. Da die Pumpe nicht mehr einwandfrei läuft. Der Wartungsdienst der seit Jahren kommt, kam kostenlos vorbei. Mich hat die Rechtslage interessiert.

Eine rechtl. Prüfung von einem Anwalt kostet mehr als die 300 €, die ich bis zur definitiven Klärung mit dem VM investieren werde; der sich momentan in Schweigen hüllt mit letzter Fristsetzung.

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@Rosenkogel

Was genau ist dir an (meinen) belastbaren und zielführenden Ausführungen denn nur derart unverständlich?

Nur weil dir ein erneuter, tageweiser Heizungsausfall Unannehmlichkeiten bereitet, steht dir eine vorbeugende Ersatzvornahme schlicht nicht zu.

Sondern erst dann, wenn 1. ein (hier durchaus erheblicher) Mietmangel vorläge, 2. dem VM bekannt wäre und 3. trotz beweislicher (zugangssicherer schriftlicher) Inverzugsetzung innerhalb einer angemssenen Frist nicht behoben würde, § 536 a Abs. 2 Nr. 1 BGB.

Für dieselbe Auskunft kann man einem Rechtsanwalt 300 EUR bezahlen, muss man aber nicht...

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@imager761

Danke für die ausführlichen und kompetenden Hinweise.

Bereits schriftlich dem VM im Mai und September mitgeteilt. Im Juni stellte ich fest, dass Wasser fehlt und der Sommerbetrieb nicht läuft, nach in Augenscheinnahme vom Heizungsbauer kann man die Pumpe nicht austauschen, weil sie nicht mehr lieferbar ist. Mit einem geringen Kostenaufwand könnte man einen zusätzl. Schalter an der Pumpe anbringen und manuell jeden Tag aus- und Einschalten für den Sommerbetrieb, was sich jetzt zwar erübrigt.

Die letzte Wartung der Heizung und ist überfällig, d.h. ich stellte jetzt wieder fest, dass Wasser aufgefüllt werden muß, das zeigt die Uhr auch an.

Es geht ja nicht nur um die zu erwartenden Unannehmlichkeiten, sondern auch um zusätzliche finanziellen Einbußen, Zeit und Ärger und das alles nur, weil die Wartung nicht vom VM durchgeführt wird. Eben um weiteren Schaden abzuwenden, fände ich es sinnvoll, die Wartung zu beauftragen.

Übrigens die Wartung wurde in den letzten Jahren immer durchgeführt.

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@Rosenkogel

Noch einmal: Aus Mietersicht ist eine Wartung der Heizung ebensowenig überfällig wie der Früjahrsputz seitens des Vermieters gefordert werden darf. Wenn die Wartung wg. Verkaufsabsicht aus Eigentümersicht nicht mehr aus sinnvoll ist, steht das für den M schlicht nicht zur Debatte.

Ich kapiere dein Beratingsresistenz da nicht: Ziehst du bei deinem PKW neue Refen auf, obwohl er verkauft werden soll oder tankst du für die Probefahrt voll, wenn er danach direkt verkauft werden könnte?

Nur wenn die Heizung ausfällt gibt das einen Instandsetzungsanspruch und sogar Ersatzvornahmerecht her.

Unannehmlichkeiten, selbst und finanzielle Einbußen, so die überhaupt bei einer Reparatur der Heizung entstehen, sind schlicht hinzunehmen, zumal sie selbst bei regelmäßiger Wartung entstehen können.

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Dazu ein Hinweis: Von gewissen Ausnahmefällen abgesehen müssen Gasheizungen in vermieteten Häusern nach 30 Jahren ausgetauscht werden und zwar unabhängig davon, ob die noch funktionieren. Eine der vielen Überraschungen die der Gesetzgeber dem Hauseigentümer bereitet! Da wäre es doch wirtschaftlich unvernünftig noch 300 Euro in eine Wartung zu investieren. Schon deshalb wird Rosenkugel auf selbst verauslagten Kosten für eine Wartung sitzen bleiben.

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