Wann sollte man Fonds (DWS Investa!) umschichten? Von Aktien in Rentenwerte zum Beispiel!

3 Antworten

Das sog. "Market Timing" (Ein-/Ausstieg) ist etwas, von dem die besten Fonds-Manager inzwischen einräumen, dass sie das auch nicht können (z.B. Tenor auf dem diesjährigen Finanzkongress "FondsProfessionell" in Mannheim). Wenn es also die Profis nicht können...? Was hilft? Ein global diversifiziertes Portfolio, mit dem man an allen wesentlichen Themen beteiligt ist, denn so nimmt man an der globalen "Kapitalmarkt-Performance" mit Sicherheit teil. Das kann man dann auch recht lange liegen lassen, ein "Rebalancing" (Anteilsanpassung) alle 1-2 Jahre genügt meist schon. -> https://www.justetf.com/education/rebalancing.html

Genau. Keiner weiß etwas. Daher kann man eigentlich nur anhand der Kurse entscheiden. Es ist eine Illusion zu glauben, daß man immer im Tief kaufen und im Hoch aussteigen kann.

Man kann durch Einsatz von Trailing Stop Loss Marken durchaus dafür sorgen, daß man bei Kauf in einer Bodenbildung automatisch wieder verkauft, wenn es einen Preisrückgang von z.B. 15% gibt. Das geht jedoch nicht gut, wenn die Schwankung gerade in diesem Bereich liegt, denn dann geht es nach 15% ja gleich wieder aufwärts. Man würde also "umsonst" zu früh verkaufen und erst später wieder einsteigen. Unter dem Strich verliert man damit tendenziell eher.

Man kann sich auch an charttechnischen Marken orientieren und dann kaufen bzw. verkaufen. Das hilft etwas mehr, aber es gibt auch Fehlsignale.

Eine Alternative besteht darin, daß man fast nie umschichtet, sondern in einem Zickzackmarkt zusätzliche Mittel einsetzt, um über Hebelprodukte die Auf- und Abbewegungen durch Long und Short Mini Futures oder Optionsscheine mitnimmt und in zusätzliche Gewinne verwandelt. Ist unklar, wo der Markt hingeht und Du rechnest einfach mit steigender Volatilität, kann man mit einem Optionsschein-Straddle gewinnen. Damit verliert man letztendlich in starken Abwärtsbewegungen nicht oder nur deutlich weniger, profitiert jedoch wieder von den Aufwärtsbewegungen überdurchschnittlich. Diese Vorgehensweise erfordert jedoch mehr Arbeit und einiges an Erfahrung.

Die Kernfrage

Wann erkenne ich, daß es wieder sinn macht aus dem Aktienmarkt (Fonds) auszusteigen um wieder in den Geldmarkt zu gehen um den Wert zumindest zu erhalten, solange wie die Aktien sinken?

ist also die spannende Frage jeder Vermögensverwaltung und kann nicht wirklich schlüssig beantwortet werden. Strategien sind auch nur Versuche, damit umzugehen.

In den letzten 10 Jahren verläuft der Dax im Zickzackkurs. Werde bei 8.000 sollten wir jemals wieder dahinkommen wieder umschichten. Vielleicht dieses Mal schon früher! Danke trotzdem.

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@suedlaender

Vielleicht läuft der DAX diesmal aber nur bis 7500... oder auch bis 9500 :-)

Sag mir Bescheid, wenn Du den Umkehrpunkt genau kennst :-))

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@gandalf94305

Ich weiss es doch nicht! Meine Vermutung in 2008 mit der 8000 Dax Marke war aber richtig.

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@suedlaender

Wenn es so einfach wäre, würden Unternehmen immer billiger. Es vergehen 12 Jahre, die Infaltion mindert den Wert eines Euro um 30 % und die Unternehmen verdienen 50 % mehr als vor 12 Jahren.

Findest du es logisch, dass sie immer billiger werden??? Der DAX ist ja kein Phantasiewert sondern bildet das ab, was die 30 größten deutschen Unternehmen wert sind. Steigt die Inflation oder die Unternehmensgewinne, steigt auch der DAX. Das passiert mal mehr, mal weniger, aber auf längere Sicht zieht sich schon wegen der Inflation eine Feder auf.

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Zum Ein- und Aussteigen wird an der Börse nicht geklingelt.

Kein Mensch und kein Computer kann diesbezüglich einen zuverlässigen Rat geben. Wer es trotzdem tut, der spinnt. Wenn man wie Du mit einer Entscheidung mal richtig lagst, war das Glück.

Ein Aktienanlage sollte immer langfristig sein und im Grundsatz ist es besser dauernd investiert zu bleiben, die Kursschwankungen auszusitzen, als das sogenannte "Markettiming" zu versuchen. Die ärgsten Kurschwankungen kann man allerdings mindern, wenn man sich Aktien von erfolgreichen und gut finanzierten Unternehmen kauft und diese nach Branchen und Ländern breit streut.

Einen Rat getraue ich mir aber doch zu geben: Finger weg von allen verzinslichen Anlagen.

Die Zinsen sind derzeit überall so niedrig, dass sie das Inflations- und das Bonitätsrisiko nicht ausgleichen. Überdies sind fast alle Staaten so hoch verschuldet, dass eine andere Lösung dieses Problems, als Inflation und Staatsinsolvenz gar nicht mehr vorstellbar ist. Das gilt langfristig auch für Deutschland. Auch das ein Grund aus Aktien nicht auszusteigen, sondern sie nur bei Bedarf umzuschichten. Oder einen internationalen Aktienfonds bzw. aktienlastigen Mischfonds kaufen, bei dem alle erforderlichen Umschichtungen vom Fondsmanagement erledigt werden.

Einen Rat getraue ich mir aber doch zu geben: Finger weg von allen verzinslichen Anlagen > Konzentriere mich auf Anleihen mit Rating BBB und BB. Hoffe natürlich nicht mit einer Pleite. Kann es aber auch nicht ausschließen.

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