Wann lohnt sich Factoring?

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Die Antwort auf diese Frage hängt davon ab, was die Zielsetzung eines Unternehmens / Unternehmers ist. Wenn Zielsetzung die Verbesserung der Unternehmens-Liquidität ist bzw. die Behebung von (drohenden) Liquiditätsengpässen ist, lohnt Factoring auf jeden Fall. Da Liquidität quasi der Atem eines Unternehmens ist muss stets sichergestellt sein, dass ausreichende Liquidität vorhanden ist, um allen Zahlungsverpflichtungen termingerecht nachkommen zu können.Die Bereitstellung von Liquidität verursacht in der Regel auch Kosten. Diese Kosten mindern die Rentabilität. Liquidität geht aber vor Rentabilität, d.h. zur Aufrechterhaltung der Zahlungsfähigkeit eines Unternehmens ist es erforderlich z. B. Zinskosten in Kauf zu nehmen, damit der Fortbestand des Unternehmens sichergestellt ist.

Beim Factoring – also Verkauf von Forderungen – kann es durchaus den Effekt geben, dass die kostenmäßigen Vorteile aus einer Factoringfinanzierung die Kosten des Factoring nahezu auffangen bzw. sogar übersteigen. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn mit dem Zufluss an Geldmitteln aus dem Factoring ein Invest getätigt wird, dessen Rendite höher ist als die Factoringkosten. Typisches Beispiel für solch eine Konstellation ist, dass ein Unternehmen mit der zusätzlichen Liquidität in der der Beschaffung über Skonti und Rabatte Erträge erwirtschaftet, die über den Factoringkosten liegen. Mit Hilfe von Factoring lassen auch längere Zahlungsziele einräumen. In Zeiten zunehmenden Wettbewerbs müssen Qualität, Designs und Service stimmen, damit überhaupt ein Geschäft zu Stande kommt. Oftmals wird auch der Preis vorgegeben (zB im Handel). Der Lieferant kann sich dann allenfalls über längere Zahlungsziele vom Wettbewerb absetzen. Hier kann sich ein Lieferant vom Wettbewerb abheben, wenn er das Factoring nutzt. Das heißt über zusätzliche Umsätze und Deckungsbeiträge lassen sich Erträge steigern. Mithin wird auch geäußert, dass Factoring im Full-Service-Verfahren (also Factor übernimmt Mahnwesen) zu Einsparungen in der Verwaltung beim Factor führen könnte. In der Praxis ist dies eher selten der Fall, da kein Unternehmer Personal entlässt, weil der Factor die Debitorenverwaltung übernimmt. Allenfalls bei jungen und schnell wachsenden Unternehmen lässt sich eine konkrete Einsparung rechnen – nämlich dann wenn der Unternehmer vor der Entscheidung steht zusätzliches Personal im Debitorenmanagement einzustellen oder alternativ die Dienstleistung auf einen Factor auszulagern. Oftmals ist auch zu beobachten, dass Debitoren auf Grund des Factorings (im offenen Verfahren) schneller zahlen als ohne. Grund ist dass manch notorischer Spätzahler es vermeiden will, beim Factor als Kunde mit schlechter Zahlungsmoral eingestuft zu werden. Auch die 100%ige Absicherung der verkauften Forderungen vor Forderungsausfällen ist ein geldwerter Vorteil (evtl. Wegfall einer bestehenden Kreditversicherung). All diese Vorteile und einige weitere sind individuell für jedes Unternehmen zu quantifizieren. Dem sind die Factoringkosten gegenüber zu stellen. Wie viel Factoring kostet, lässt sich zum einen erfragen, in dem man einige Angebote einholt. Bei mittlerweile über 220 Anbietern von Factoring in Deutschland und zu Teil Preisunterschieden von über 100%, hat der Interessent die Qual der Wahl. Einen guten Überblick über die Factoringkosten kann man sich mit einem Factoring-Rechner verschaffen. Z. B. unter der Internetadresse:
Werbung durch Support gelöscht sind verschiedene Factoringrechner für Unternehmen unterschiedlicher Umsatzgrößen hinterlegt. Bei weitergehendem Interesse kann man eine Ausschreibung an passende Factoringunternehmen starten und das vorteilhafteste Angebot auswählen. Sodann lassen sich auch die Fragen beantworten:Lohnt sich Factoring für mein Unternehmen / Was ist die Hauptzielsetzung?

Factoring lohnt sich:

Wenn die Kosten für Factoring unter Kosten von Kontokorrentkredit liegen Wenn Skonto ausgenutzt ist Förderungsausfälle oft vorkommen Zahlungsziel mindestens 30 Tage

Jahresumsatz und Kosten vom Anbieter abhängig.

Sie können einige weiterführende Informationen hier finden: http://finanzierung.com/factoring.html

Das waren jetzt viele Argumente ... ich versuche es mal mit einer leichten Umformulierung der Frage: "Für wen ist Factoring geeignet? Und für wen nicht?", um nicht ausschließlich auf die Prozentzahlen bzw. auch schon hinreichend dargelegten Zusatzvorteile einzugehen. Für eine Umsatz von 50.000 Euro ist man hierbei schon sehr, sehr stark an der Grenze der Rentabilität unter reinen Konditionengesichtspunkten. Wenn man Alternativen hat, sollte man sich bei dieser Größenordnung lieber dort umsehen ...

Factoring als eine Möglichkeit der forderungsbasierten Unternehmensfinanzierung ist nämich nicht für jedes Unternehmen geeignet.

Je länger die Zahlungsziele, desto schwerer wird es, einen Factor zu finden, der bereit ist die Forderungen anzukaufen. Als ideale Voraussetzungen gelten hier gewährte Zahlungsziele von maximal 90 Tagen.

Auch ist es nötig, dass der potenzielle Factoring-Kunde ein bestimmtes Mindestvolumen beim Umsatz aufweist. Die Höhe ist nicht genau definiert, große Factoring-Gesellschaften setzten aber einen Mindestumsatz von mehr als 2 Mio. Euro voraus. Kleinere Anbieter akquirieren auch Kunden mit einem Umsatz ab 250.000 Euro.

Auch muss zwischen den Vertragsparteien eine vertrauensvolle Zusammenarbeit möglich sein. So wird schon vor Abschluss des Vertrages das Unternehmen und dessen Buchführung genau analysiert, um die Bonität der Debitoren ermitteln zu können.

In Bezug auf die zu verkaufenden Forderungen ist entscheidend, dass die Leistungen des Factoring-Kunden gegenüber dem Abnehmer vollständig erbracht wurden. Diverse Branchen sind aufgrund der branchenüblichen Zahlungsbedingungen nicht für das Factoring geeignet. Ein Beispiel hierfür ist der Bausektor, bei dem Teilzahlungen nach Baufortschritt üblich sind und die VOB Vertragsgrundlage ist. Das Gleiche gilt für Branchen, in denen mit Rückgabe oder Umtauschrechten agiert wird, wie auch für Unternehmen, in denen sehr viel Kommissionsware gehandelt wird.

Einzelwertberichtigte Forderungen, Forderungen gegenüber Privatpersonen oder Forderungen mit einem Zahlungsziel von mehr als 180 Tagen sind ebenfalls nicht für das Factoring geeignet.

Tach Tach,

in der Aufzählung von Argumenten fehlt mir ein Punkt.

In der Regel haben sich die Banken für die Kreditlinie eine Sicherheit geben lassen , die über die Abtretung hinauas geht.

Im Klartext durch Factoring kann der Unternehmer seine persönliche Haftung zurückfahren.

Was das einem Wert ist muss jeder selbst entscheiden.

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