Wann lohnt es sich für einen Angestellten eine Rürup-Rente abzuschließen?

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3 Antworten

Jeder kann und darf Rürup.

Rürup gehört wie die gesetzliche Rente zur ersten Schicht der Vorsorge. Zur Basisversorgung können 20.000,- € im Jahr steuermindernd geltend gemacht werden. In 2013 erkennt das Finanzamt 76% davon (abzgl. AG-Beiträgen zur Rentenversicherung) steuermindernd an.

Nehmen wir an jemand verdient 75.000,- € Brutto im Jahr, also über der Beitragsbemessungsgrenze von 69.600,- €.

  • 18,9% von 69.600,- € = 13.154,40 € an Beiträgen zur Gesetzlichen Rente.
  • Nun kann er maximal 2.100,- € im Jahr in eine Riester-Rente sparen
  • Und/oder 2.784,- € (+ u.U. weitere 1.800,- €) in eine betriebliche Altersvorsorge
  • Und/oder 6.845,60 € in eine Rürup-Rente (20.000,- € - Beiträge zur GRV = Rürup-Potenzial).

Kann also interessant sein.

Die Rürup-Rente ist eine Versicherung in Form der Leibrente. Angesiedelt in Schicht 1 Basisversorgung der Altersvorsorge. Sie wird steuerlich gefördert und kommt erst zum Rentenalter als Rentenzahlung zur Auszahlung. Die Rürup -Rente ist nicht

nicht übertragbar nicht vererbbar nicht kapitalisierbar nicht beleihbar nicht veräußerbar

ganz wie die gesetzliche Rente auch.

Die Rürup-Rente kann von Selbständigen wie Angestellten genutzt werden, Die steuerliche Förderung hängt natürlich von den persönlichen Einkünften und vom Familienstand ab. Es gibt die Rente in Form von klassischen Rentenversicherungen, Fondspolicen und Fondssparverträgen

Die Rürup-Rente kann man steuerlich in Ansatz bringen. Ab 2013 sind das 76 % von maximal 20.000 €. Allerdings unter Einberechnung der gesetzlichen Sozialversicherung und und Abzug des AG-Anteils. Zulagen gibt es keine. Beispiel

Berechnung:

Arbeitnehmeranteil zur gesetzl. RV 4.000 €

Arbeitgeberanteil zur gesetzl. RV 4.000 €

Rürup-Rente 12.000 €

Zwischensumme 20.000 €

hiervon (2013) 76% = 15.200 €

minus Arbeitgeber-Anteil (volle Kürzung) 4.000 €

Abzugsfähige Altersvorsorgeaufwendungen 11.200 €


Die wirklich wichtige Frage zur Altersvorsorge sollte lauten: „Welche Altersvorsorge ist für mich optimal“? Die Altersvorsorge ist seit 2005 in 3 Schichten aufgeteilt. Schicht 1 Basisversorgung: gesetzliche Rentenversicherung und Basisrente (Rürup-Rente). Schicht 2 Zusatzversorgung: betriebliche Altersvorsorge und Riester-Rente. Schicht 3 Kapitalanlagen: Private Renten- bzw. Kapitallebensversicherungen und Aktienfondssparpläne etc. Weder die optimale Schicht noch die Art der Altersvorsorge kann man pauschal festlegen. Jede Form der Altersversorgung hat unterschiedlich hohe Aufwendungen zum Ansparen einer gleichen Nettorente. Deshalb ist es wichtig, dass vor Abschluss jeglicher Altersvorsorge ein qualitativer und quantitativer Schichtenvergleich durchgeführt wird. Denn es ist ein großer Unterschied, ob man von der ausgezahlten Rente noch Steuern und ggf. Krankenversicherung zahlen muss oder nicht.

Beispiel:

Mann, ledig, 34 Jahre alt, Versorgungslücke ab dem 67. Lebensjahr 540 € monatlich (=erforderliche Nettorente)

Um die Versorgungslücke von 540 €/Monat netto abzudecken, werden folgende Bruttorenten je Schicht benötigt:

Basisrente: 779 € Direktversicherung, Pensionsfonds, Pensionskasse: 1.050 € Unterstützungskasse, Pensionszusage: 1.050 € Riesterrente: 779 € Private Leibrente: 568 € Investmentfonds-Auszahlungsplan: 690 €

Der erforderliche Beitragsaufwand monatlich, um die Versorgungslücke abzudecken, beträgt:

Basisrente: 210 € Direktversicherung, Pensionsfonds, Pensionskasse: 302 € Unterstützungskasse, Pensionszusage: 302 € Riesterrente: 210 € (damit wird aber nicht die komplette Versorgungslücke gedeckt) Private Leibrente: 110 € Investmentfonds-Auszahlungsplan: 116 €

Die Differenz zwischen Bruttorente und Nettorente sind Steuern und Beiträge für die Krankenversicherung. Ausgehend von den unterschiedlichen Bruttorenten, ist die Höhe des monatlichen Aufwands natürlich auch unterschiedlich. Bei der Ermittlung des Nettoaufwandes müssen nämlich noch die unterschiedlichen staatlichen Förderungen und die unterschiedlichen Renditen der Vorsorgeformen eingerechnet werden.

Das geht auch für Arbeitnehmer, allerdings werden die die Höchstabzugsgrenzen von 20.000,--/40.000,-- (Ledige/Verheiratete) in vielen Fällen schon ausgeschöpft haben und dann macht die Rürup-Rente keinen Sinn mehr.

Allgemein zum Thema:

http://de.wikipedia.org/wiki/R%C3%BCrup-Rente

Niklaus 10.03.2013, 15:25

Ich kenne keinen Angestellten, der 20.000 € in diegesetzliche Altersvorsorge einzahlt.

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Kevin1905 10.03.2013, 20:47
@Privatier59

Aufgrund der BBG wäre gut 1/3 davon aber ein freiwilliger Beitrag...

Und privat ist m.M.n.fast immer sinnvoller als freiwillig gesetzlich.

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