Wann ist eine falsche Größenangabe einer Wohnung ein Mangel? Oder gibt es andere Rechte?

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5 Antworten

Stellt sich heraus, dass eine Wohnung deutlich kleiner ist als im Mietvertrag behauptet, kann sich der Mieter Geld zurückholen. In einem solchen Fall liegt ein Mangel vor, der eine Mietminderung rechtfertigt. Darauf weist der Deutsche Mieterbund (DMB) in Berlin unter Berufung auf ein Urteil des Bundesgerichtshofes (BGH) hin. (AZ: VIII ZR 133/03) Die tatsächliche Wohnungsgröße darf demnach nicht um mehr als zehn Prozent unter der im Mietvertrag genannten Fläche liegen.

In dem entschiedenen Fall war in einem Mietvertrag eine Wohnfläche von 96 Quadratmetern ausgewiesen. In Wirklichkeit hatte die Wohnung aber nur eine Größe von 86 Quadratmetern. Als der Mieter darauf aufmerksam wurde, verlangte er für die Dauer von knapp zwei Jahren anteilig Miete zurück. Insgesamt waren mehr als 2000 Euro zusammengekommen. http://www.netzeitung.de/nachrichtenarchiv/37773554FalscheWohnungsgroessekommtVermieter_teuer.html

Bevor einem Vermieter arglistige Täuschung unterstellt wird, sollte ersteinmal geprüft werden, welche Grundlage zur Berechnung der Wohnfläche anzuwenden ist, denn allein durch Anwendung verschiedener 'Maßstäbe' kommen schnell (auch Extrem)-Abweichungen zustande.

Was besagt der Mietvertrag? Enthält dieser eine Berechnungsgrundlage? Wenn ja, ist diese auch anzuwenden.

Enthält der MV keine vereinbarte Berechnungsgrundlage, so gelten für Mietverträge, abgeschlossen bis Ende 2003, die Maßstäbe der II. Berechnungsverordnung, abgeschlossen ab 2004 die der Wohnflächenverordnung.

Bezügl. der Flächen von Balkonen und Loggien ist zusätzlich noch die Berechnung zu berücksichtigen, die verkehrsüblich ist.

Je nach Ergebnis ist weiterhin zu prüfen:

Ob die Wohnung zwar mit Angabe einer qm-Zahl - aber als Stück und zu einer Pauschalkaltmiete vermietet wurde? Falls ja, ist es, auch bei einer tatsächlichen Abweichung von mehr als 10% äußerst schwierig, im Nachgang einen Mangel an der Mietsache abzuleiten und geltend zu machen und nur in wenigen Ausnahmefällen zu realiseren.

Ist dagegen eine Quadratmeter-Miete vereinbart und fällt das Flächen-Meßergebnis bei identischer Berechnungsgrundlage um mehr als 10% zu Ungunsten des Mieters und in Abweichung des Mietvertrages aus, dann kann eine Korrektur der qm-Angabe als auch des zu entrichtenden Mietpreises sowie nachträgl. Kürzung u. Rückerstattung verlangt werden.

Ich persönlich würde erst mal mit dem Vermieter sprechen und ihn fragen ob du den Bauplan sehen darfst, in dem die qm angegeben sind. Manchesmal klappt es wenn man miteinander redet.

da man grundsätzlich wohnungen nach Quadratmetern bezahlt müsstets du sogar miete zurück bekommen, jedenfalls das was zuviel bezahlt worden ist. das lässt sich ja leicht nachweisen.

Schwierig. 1. ist es fraglich ob Bekannte richtig nachmessen können, es ist nämlich nicht so einfach wie man denkt, 2. gehen Gerichte dvon aus das es mindesten 10 qm Differenz sein müssen damit es sich um eine Täuschung handelt. Was hier ja gegeben wäre, aber das Gericht verlässt sich da nicht auf eine Messung von Bekannten zumal es um nur 0,5 qm geht die über den 10 % liegen. Da muss ein unabhängiger Gutachter messen.

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