Wann braucht man einen Ehevertrag?

3 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Bei Angestellten in der gleichen Positionen ist es eigentlich unnötig. Höchsten um das Anfangsvermögen genau festzustellen udn ggf. einen Verorgungsausgleich auszuschliessen.

Sinnvoll eventuell noch, wenn beide sehr unterschiedliche Arten haben ihr Geld anzulegen (einer Risiko, der andere ganz sicher).

Typische Anwendungsbereiche:

Ein Familienwohnsitz soll unbedingt bei einem der beiden bleiben udn nciht durch die Zahlung von Zugewinnausgleichsbeträgen gefährdet werden.

Familienunternehmen soll auf keinen Fall durch ebensolche Zahlungen in Not kommen können.

Beide sind Akademiker (angestellt) also finanziell voneinander unabhängig. Durch ein Ehevertrag ändert sich nicht viel. Jedoch sollte der finanzielle Verlust der Ehefrau definiert und ausgeglichen werden, wenn sie Ihre Karriere aufgrund der Kindererziehung aufgibt. Ohne Ehevertrag wäre dies durch die Zugewinngemeinschaft geregelt. Sie sollten sich das mit dem Heiraten nochmals durch den Kopfe gehen lassen, wenn sie sich versöhnt haben und wissen, wer nun auf die Karriere verzichten möchte. Es gibt auch Möglichkeiten, daß beide Karriere machen un die Frau nur kurz, aufgrund der Entbindung abbrechen muß, indem man eine Nany einstellt. Als Akademiker, sollte man es sich das leisten können. Habe ich auch schon erlebt, daß Frauen eine Bankkarriere nicht abbrechen wollten und dafür Personal eingestellt haben, die in der Familie und im Haus mitleben. Wie schon gesagt, das sollte schon vor der Heirat diskutiert werden! Vielleicht wollen sie ja auch keine Kinder. Wozu dann überhaupt heiraten, wenn jeder sowieso alles für sich behalten möchte?

Ein Ehevertrag ist immer sinnvoll, weil es dadurch bei einer Ehescheidung kein Streit über die Verteilung des "Zugwinnes" gibt wenn Gütertrennung vereinbart wurde. Ferner kann vereinbart werden, dass im Falle der Scheidung die Partner gegenseitig auf Unterhalt und Übertragung der Rentenwartschaften verzichten. Ein Ehevertrag sollte von einem Notar beurkundet werden. Aber selbst ein noterieller Vertrag könnte im Laufe der Zeit als sittenwidrig angesehen werden. Z.B. bekommt die Frau zwei Jahre nach Vertragsabschluß Kinder und gibt ihre Berufstätigkeit zur Kindererziehung auf und nach 18 Jahren wird die Ehe geschieden, hätte sie laut Ehevertrag keinen Unterhaltsanspruch. Wenn sie dann kein Vermögen hat und dem Staat zur Last fallen würde, könnte diese Vereinbarung als unzulässig angesehen werden.

Was möchtest Du wissen?