Wäre nicht der Austritt Deutschlands aus dem Euro die vernünftigste Lösung, um die Schuldenkrise in den Griff zu bekommen?

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5 Antworten

Mal abgesehen von der rechtlichen Seite, nämlich dem Zusammenhang zwischen Euro und EU Mitgliedschaft, was meinst Du denn?

    Nach den im Vertrag von Maastricht erstmals festgehaltenen Bestimmungen zur Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion sind alle EU-Mitgliedstaaten zur Einführung des Euro verpflichtet, sobald sie die EU-Konvergenzkriterien erfüllen, zu denen unter anderem die zweijährige Zugehörigkeit zum Wechselkursmechanismus II (WKM II) zählt. Befreit davon sind - durch Ausnahmeprotokolle - nur Dänemark und das Vereinigte Königreich. Allerdings duldet die Europäische Kommission bislang, dass Schweden durch den Nichtbeitritt zum Wechselkursmechanismus II absichtlich eines der Konvergenzkriterien verfehlt, um so den Eurobeitritt zu vermeiden.

Ausstieg aus dem Euro, aber dann zusammen mit Österreich und Finnland? Also doch wieder eine Gemeinschaftswerbung, aber nur mit kleinen Partnern, die sich dann ggf. auch über den Tisch gezogen fühlen würden?

Nun lass der deutschen Wirtschaft doch den Vorteil. Es hilft durch die Steuerzahlungen den deutschen Haushalten. Wir haben weniger als die Nachbarn mit Arbeitslosigkeit zu tun. 

Irland ist aus dem gröbsten raus, Portugal und Spanien sind auf einem guten Weg. 

Es ist nicht sinnvoll alles nieder zu reden. Diese Dinge haben dazu geführt, dass sich Spekulanten an den Griechenlandanleihen die Taschen voll gemacht haben.

Das löst auch zwingend keine Probleme. Es geht nicht um Wettbewerbsfähigkeit, sondern um positive Leistungsbilanzen ( jederzeit mit Importverboten "erzwingbar" ) und eine positive Zahlmoral in Griechenland. Letzteres gab es nicht, gibt es nicht und wird es wohl auch nie geben.

Und wie aus einem Austritt Deutschlands aus der Eurozone die Binnennachfrage steigen soll, wenn die Exportunternehmen - berechtigt oder nicht - einfach mal pauschal massenhaft Leute rausschmeißen, und wenn es nur dazu dient, die Politik zu erpressen, würde mich schon mal interessieren.

microgeo 10.08.2015, 08:01

Die Nachteile im Export würden durch Vorteile in der Binnenwirtschaft aufgefangen. Denn in den vergangenen Jahren wurde Deutschland immer exportlastiger. Solange Weltwirtschaft und Export laufen, ist das natürlich schön. Aber was passiert, wenn die Weltwirtschaft aufgrund der Verschuldung wirklich einmal einbricht?

Eine starke Binnenkonjunktur kann ein gutes Gegengewicht bilden: mit Ankurbelungsmaßnahmen wie beispielsweise der Abwrackprämie. Die hat gut funktioniert.

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Finanzschlumpf 11.08.2015, 14:55
@microgeo

Ja, mit Maßnahmen kann ich die Binnenkonjunktur ankurbeln, wenn ich sie einleite. Und dass kann ich auch machen, ohne das der Export wegkackt.

Nur - und so habe ich es verstanden - durch einen Einbruch der Exporte wird die Binnennachfrage bestimmt nicht "automatisch" erhöht. Eher im Gegenteil.

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Meiner Meinung nach wäre  die einzig legale Möglichkeit für eine Abschaffung des Euros der Austritt aus der Europäischen Union.

Aber eine Vertragsänderung muss von allen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union in einem langwierigen Verfahren ratifiziert werden. Wenn z. B. Malta sich weigert oder Griechenland Bedenken hat, dann kann Deutschland den Euro nicht legal verlassen. 

Über Vor - und Nachteile haben Gandalf und wfwbinder schon geschrieben.

SCHOCnet 08.08.2015, 11:07

Da hast du Recht und der Grund dafür ist, dass Deutschland nicht souverän ist, denn sonst wäre es nicht "illegal"... :)

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Mikkey 08.08.2015, 12:20
@SCHOCnet

Wenn Du unter "souverän" verstehst, dass ein Land tun kann, was es will, gibt es nicht viele souverände Staaten auf der Erde, vielleicht Nordkorea?

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Das wäre wohl kaum sinnvoll.

Die Exportwirtschaft Deutschlands wird gebeutelt und verkauft nun deutlich teurer (das wird primär die USA freuen). In Deutschland ist die Exportwirtschaft größer als die Binnenwirtschaft.

Die Exportwirtschaft der südlichen EUR-Länder ist nicht in gleichem Maße vorhanden - dies erfolgt zu einem sehr großen Anteil in die EU. Diese Länder müssen nun jedoch auch teurer im Ausland einkaufen.

Insgesamt ist eine gemeinsame Währung mit einer gemeinsamen Haushaltsdisziplin und einem gemeinsamen Verständnis der Geldpolitik immer der bessere Weg. Es entsteht ein großer Binnenhandelsraum ohne Währungsrisiken.

Das Problem ist doch nicht der EUR. Das Problem besteht darin, daß Griechenland einseitig und fahrlässig hohe Schuldenaufnahmen zur Finanzierung von Militärausgaben und Vorteilen für einen kleinen Teil der Bevölkerung vorgenommen hat, während kein Wachstum und keine nennenswerte Wirtschaft dies finanzieren konnte. Finanzflucht aus Griechenland in andere Länder war die ideale Option für wohlhabende Griechen, die ihre Geschäfte weiterhin aus der Schweiz, aus U.K. oder aus Deutschland heraus bewerkstelligen. Steuern wurden nicht eingetrieben und der Staatsapparat wurde aufgebläht. Da Griechenland ein vollständig souveräner Staat ist, kann man dagegen auch nichts tun. Die griechischen Regierungen haben in parasitärer Weise bis heute die EUR-Zone ausgenutzt und das zum Nachteil des griechischen Volkes.

microgeo 10.08.2015, 08:06

Es bauen sich immer größere Ungleichgewichte auf. Wir werden immer wettbewerbsfähiger, auch durch die niedrigste Inflationsrate in Europa, während die anderen immer schwächer werden. Diese Ungleichgewichte sind letztlich nur über eine Aufwertung zu lösen.

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gandalf94305 10.08.2015, 09:15
@microgeo

Nein. Dann dürfte es auch den Länderfinanzausgleich zwischen den Bundesländern im Süden und denen im Norden und Osten nicht geben, sondern Baden-Württemberg, Bayern und Hessen würden die Wirtschaftsrepublik Deutschland gründen, während der Rest einen Agrarrepublik Deutschland bildet. Erstere hätte die DEM, letztere den Taler.

Es kommt auf den politischen Willen an, eine Einigkeit herbeizuführen. Europa mit der Währungsunion führt diesen Gedanken nicht zu Ende, da die Klammer um die Haushaltspolitik fehlt. Auch in Deutschland sind manche Fragen nur auf Länderebene zu entscheiden, aber es gibt immerhin eine Möglichkeit des Eingriffs in diese Hoheit durch übergeordnete Instanzen und Gerichte auf Bundesebene. Griechenland als Souverän kann jedoch niemand wegen groben Haushaltsunfugs, Verschwendung oder Untätigkeit bei der Eintreibung von Steuern von den reichen Griechenlandflüchtlingen verklagen - außer vor einem griechischen Gericht, das jedoch in seiner Wirkung wieder auf Griechenland begrenzt ist.

Das Problem ist nicht der EUR, sondern die halbherzige Konstruktion der EUR-Zone, bei der mehr Rechte als Pflichten vergeben werden, die sich bei Mißbrauch nicht die Waage halten.

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microgeo 10.08.2015, 14:17
@gandalf94305

Und daher könnte ein Austritt Deutschland eine Lösung sein. Im Gegensatz zu vielen Nachbarländern ist die hiesige Wirtschaft stark und kann daher eine starke Währung verkraften.

Wie gut die deutsche Wirtschaft mit einer starken Währung umgehen kann, hat die Wirtschaft in den vergangenen Jahrzehnten eindrucksvoll bewiesen.

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gandalf94305 10.08.2015, 14:37
@microgeo

Nein, genau deshalb nicht. Der Grund, warum Deutschland sich so gut in den letzten Jahrzehnten gehalten hat, war der zunehmend positive Einfluß des EU-Binnenmarkts, der deutlich unabhängiger von Währungsschwankungen macht. Das globale Exportgeschäft beherrscht Deutschland auch.

Wichtigste Handelspartner sind USA (Platz 2), China (Platz 4), Russland (Platz 13). Die restlichen Positionen von 1 bis 15 sind alle Europa incl. Schweiz.

Hier ist auch eine hübsche Übersicht: http://www.quest-trendmagazin.de/maschinenbau/wirtschaftstrends/exporte/exportmaerkte-des-maschinenbaus.html

Deutschland wird weder politisch, noch wirtschaftlich eine Loslösung vom EUR wollen.

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microgeo 10.08.2015, 16:11
@gandalf94305

Keiner ist Gewinner des Euro. Auch Deutschland nicht. Wir sind gefangen in einem System, welches nur durch den eisernen Willen der Politik und der EZB "alles zu tun" zusammengehalten wird.

Doch dies wird nicht ewig gelingen. Grundsätze der Wirtschaft lassen sich nicht auf Dauer aushebeln.

Die hohen Exportüberschüsse würden sinken, zugleich aber die Kaufkraft der deutschen Bevölkerung wachsen. Die Anpassung wäre schmerzhaft. Sie wäre aber zu organisieren.

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Das beste fürs erste wäre die Kündigung des ESM Vertrages. Das wäre für Deutschland und andere Leistungsstarke EU Mitglieder gut, für schwächere EU Mitglieder eher schlecht. Es ist die Frage, was dir lieber ist. :) Langfristig werden wir mit dem westlichen Schuldgeldsystem alle Probleme haben (Mit Ausnahmen der Banken wie üblich, denn die verwalten unser Geldsystem). Bis dahin konkurrieren wir miteinander nur und unsere Konkurrenzfähigkeit im Binnenmarkt ist derzeit gut und wird bei Austritt eher benachteiligt...

wfwbinder 08.08.2015, 13:17

Wenn Du ein besseres Geldsystem, oder Zahlungssystem hast, dann raus damit. Wir sind für jede Anregung dankbar.

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gammonwarmal 10.08.2015, 13:15
@wfwbinder

Dieser schocnet war ja bereits als topwisseninfo hier aktiv und wurde vermutlich aufgrund seines Auftretens und der unterirdischen Qualität seiner Antworten gesperrt. Gleiches ist nun mit seinem neuen Account passiert.

Kurz vorher hat er noch in seinem Profil geschrieben:

Da ich hier neu bin und meine eigene Meinung äußere, passt es einigen überhaupt nicht.

Nun darf man einmal darüber nachdenken, welchen Intellekt jemand besitzt, der im Profil von Topwisseninfo und schocnet das gleiche Profilfoto hochlädt und dann behauptet, er sei ganz neu hier...

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Primus 10.08.2015, 13:28
@gammonwarmal

Du weißt ja was mit hochintelligenten Menschen passiert, die unterfordert sind. Ich glaube unser Forum ist für Leute mit einem IQ von über 160 nicht geeignet.

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gandalf94305 10.08.2015, 14:30
@gammonwarmal

Nach FLOPWissenInfo kommt ja SCHOCKnet ganz in der Tradition des bisherigen Stils. Absichtlich wird hier ja einen non-Mainstream-Meinung vertreten, da die richtigen bzw. guten Antworten leider schon von den anderen Usern hier gegeben werden. SCHOCKnet liefert einen Kontrapunkt. Manche der Punkte (z.B. Korrespondenz in Deutsch abzufassen), die auf dem Schock-Site genannt sind, würde ich angesichts der bereits im Website vorhandenen Rechtschreibfehler auch eher als repräsentativ werten... "if you can't be a good example, be a horrible counterexample"

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gammonwarmal 10.08.2015, 15:49
@gandalf94305

Als Schocnet

"Generell berechne ich 23,00 Euro* je angefangene Stunde."

Als TOPWISSEN waren es noch 0,99 € je Frage. Das waren schon 0,99 € zuviel.

Die Frage nach der Uhrzeit wird bei Schocnet schon verdammt teuer...

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