Währungsanleihen - welche sind empfehlenswert?

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2 Antworten

Grundsätzlich gibt es für Dich Kerninvestments im Euro-Raum, denn Du bekommst Dein Gehalt in EUR und zahlst Deine Rechnungen in EUR. Wie wir in der Vergangenheit gesehen haben, ging die Welt weder für Europa unter, als der EURUSD bei 0,83 stand, noch als er bei 1,60 stand. Diese Schwankungsbreite interessiert und Euro-Raum-Bewohner daher relativ wenig, da die Produkte für unseren täglichen Lebensbedarf zu einem Großteil aus eben diesem Euro-Raum stammen, d.h. einem großen Binnenmarkt.

Natürlich werden bei Wechselkursveränderungen zum USD manche Rohstoffe teurer, aber auch nicht ganz so wie das vom Wechselkurs suggeriert wird, denn schließlich stammt ein gewisser Anteil der Nachfrage nach diesen Rohstoffen aus dem EUR-Raum. Manche Rohstoffe sollte man daher im EUR-Chart betrachten, nicht im USD-Chart.

Weiterhin gibt es Emerging Markets, deren Währungen an Stärke zu den Industrieländern zunehmen, da diese Länder rohstoffreich und gering verschuldet sind.

Man kann also eine Währungsdiversifikation aus zwei Gründen eingehen:

  • Zum Schutz vor Wechselkursschwankungen, die in Europa zu Inflation führen.

  • Als Spekulation auf aufwertende Fremdwährungen, z.B. den Renminbi.

Vor einiger Zeit wurde der CHF als Fluchtwährung immer stärker und stärker, bis fast die Parität zum EUR erreicht wurde. Wer dann bei EURCHF 1,10 schnell noch CHF kaufte, freute sich bei der Fast-Parität über ca. 10% Gewinn, nach der Ankündigung einer Deckelung bei 1,20 durch die SNB jedoch über 10% Verlust... ohne Aussicht auf Besserung.

Ende Juli noch stand der EUR zum USD bei 1,20 und die wundervollen Analysten sagten schon Werte um 1,15 und 1,10 vorher, da Europa ja kurz vor dem Abgrund stand. Hier im Forum häuften sich die Fragen nach Rettungswährungen und obskuren Ideen zu Maßnahmen gegen einen "zerbrechenden" Euro. Heute stehen wir bei 1,30. Das sind immerhin 8% Aufwertung des EUR innerhalb von ca. 7 Wochen. Jemand, der damals im Tief schnell nach USD getauscht hätte, würde diese 8% nun als Verlust verbuchen können.

Daher gibt es zwei prinzipielle Wege, sich in Währungen abzusichern:

  • Man kauft Werte, deren Entwicklung in EUR gerechnet der negativen Entwicklung von Währungskursen entgegenläuft, d.h. die im Falle einer EUR-Abwertung gewinnen. Das wären globale Aktien oder Anleihen in Fremdwährungen.

  • Man führt ein Hedging für den Wechselkurs durch, d.h sichert sich gegen fallende EURxxx-Kurse durch Put-Optionsscheine bzw.. steigende xxxEUR-Kurse durch Call-Optionsscheine ab.

Da Aktien und Anleihen jedoch für sich ganz andere Risiken in sich bergen, die aus ihrer individuellen Volatilität, Liquidität oder Bonität kommen, würde man nicht in Einzelwerte investieren, sondern ein ganzes Bündel davon über einen Fonds in den Portfolio nehmen.

Fonds, die in internationale Währungen diversifizieren, haben meist die Hartwährungen (USD, CHF, AUD, JPY) im Fokus. Manche legen jedoch globaler auch in Emerging Markets an und schichten bei steigenden Zinsen bzw. anderen Marktereignissen passend um.

Schau Dir daher für Anleihen mal die Sorte eines Templeton Global Bond oder Templeton Global Total Return an. Es gibt speziell für Emerging Markets auch "Local Debt" Fonds bzw. für einzelne Regionen der Welt (z.B. Osteuropa, Asien) einzelne Fonds. Du kannst nun anhand der Allokationen verschiedener Währungen den passenden Mix zusammenstellen und vielleicht auch per Sparplan besparen.

Als globale Aktienfonds findest Du einige, die global tätige Unternehmen mit solidem Geschäft enthalten. Diese werden ebenso währungsdiversifizieren. Sie sind momentan in Zeiten von moderater Inflation ohnehin das Mittel der Wahl.

Der goldene Weg liegt in der Mitte: ein gesunder Mix aus primär Aktien und sekundär Anleihen aus verschiedenen Währungsräumen. Bedenke aber, daß ggf. zügig die Anleihenkomponenten wieder zu verkaufen sind, wenn die Marktzinsen steigen und der EUR aufwertet. Dann könnten insbesondere die Anleihen eine eher negative Entwicklung hinlegen.

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Keine!

Wird eine Währung derzeit als solide eingeschätzt, (z.B. NKR, CHF) ist sie bereits überbewertet und die Anleihen haben nur eine minimale Verzinsung.

Ist die Währung aufgrund der hohen Staatsverschuldung gefährdet, (JPY, USD, EUR, GBP u.s.w) ist die Währungskursentwicklung ganz und gar unkalkulierbar, die Solvenz der Emittenten oft zweifelhaft und die Verzinsung in Relation zu den Risiken trotzdem höchst unattraktiv.

Dazu kommt die Erwartung einer weltweiten und heftigen Inflationierung zur Staatsentschuldung. Da sollte man sein Vermögen nicht in Geldforderungen - gleich welcher Art - anlegen.

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