vorzeitige Kündigung des Darlehens - Vorfälligkeitsentschädigung

4 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Aber wenn wir die Darlehenszinsen bis Ende 2017 berücksichtigen, werden wir zusätzlich ca. 3905 EUR zusätzlich zahlen.

Es fehlt noch die alternative dritte Berechnung, wenn Ihr weiterhin das offenbar bestehende Recht zur Sondertilgung ausnutzt. Leider hast Du über die Höhe der möglichen Sondertilgung/Jahr nichts geschrieben. Manche Kreditverträge lassen eine jährliche Sondertilgung von 10 % des Ursprungsdarlehnsbetrag zu, also jährlich € 17.500. Damit wäre bereits nach drei Jahren Euer Darlehn getilgt.

Anmerkung zur Vorfälligkeitsentschädigung: Eure Bank muss ich auf eine vorzeitige Kredittilgung nicht einlassen, da ein trifftiger Grund (z. B. Hausverkauf, Umzug) fehlt. Aber sie hat offenbar für eine Pauschale von ca. € 1.540 zugestimmt. Das macht bei einer fiktiven Restlaufzeit (ohne vertragsmäßige Tilgung, auch ohne Sondertilgung) von 4 Jahren einen jährlichen Betrag von € 385 (= 1.540 : 4) oder 0,93 % p.a. (=385 : 41.275 * 100), was mir sehr niedrig erscheint.

Anmerkung zu Deinen Zinserträgen und -aufwendungen: Ich rechne diese nicht nach, da mir die Details fehlen. Aber Du kannst ja selber offenbar ganz gut rechnen. Bei Deinen Guthabenzinsen mußt Du selber die Relevanz von Abgeltungsteuer oder Sparerpauschbetrag überprüfen;-) Die spitzenmäßigen Guthabenzinsen für eine 1-, 2-, 3- oder 4-jährige Geldanlage liegen bei deutschen Kreditinstituten bei 1,75 - 1,90 - 2,05 bzw. 2,20 % p.a. ("-" soll nur ein Trennzeichen sein!). Quelle: Stiftung Warentest, Finanztest 7/2013, S. 82. So, nun kannst Du alle Deine Varianten durchrechnen. Viel Spaß!

Grobe Richtung: Fiktiver Zinsverlust von ca. 1,9 % p.a. plus Vorgälligkeitsentschädigung von ca. 0,9 % p.a. ist kleiner als Darlehnszins von 4,2 % p.a. Also lohnt in jedem Fall die vorzeitige Rückzahlung.

Feintuning: Bitte mit Sondertilgungen - wie aufgezeigt - durchrechnen:-))

Hallo, wir dürfen 17500/Jahr (sonder)tilgen. Insgesamt haben wir 98500 € (sonder)getilgt. 5 x 17500 + in 2013 nur 11000 € sonst würden wir das Darlehen frühzeitig bezahlen (unter die 10-Jahres-Grenze rutschen).

Die letzte möglich Sondertilgung in 2013 hat uns die Bank berechnet und wir dachten nicht, dass es möglich wäre das Darlehen einfach wie bisher weiter zu bezahlen, ohne dass die Bank es zustimmt. Wir würden die 10-Jahres-Frist nicht einhalten können, um das Darlehen fristgerecht zu kündigen.

Zu Deiner Anmerkung: "Feintuning: Bitte mit Sondertilgungen - wie aufgezeigt - durchrechnen:-))"

Wie kann ich die Sondertilgung in die Berechnung einfließen lassen, wenn sie nicht mehr möglich sind?

Oder habe ich Dich missverstanden?

Vielen Dank für die Ausführliche Antwort und für Ihre Mühe!!

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@Libellum

sonst würden wir das Darlehen frühzeitig bezahlen (unter die 10-Jahres-Grenze rutschen).

Diesen Teil habe ich nicht verstanden. Aber wie lautet nun die Sondertilgungsklausel im Kreditvertrag genau?

Ferner, die Bank scheint ja einigermaßen gutwillig zu sein, denn Sie muss sich auf die vorfällige Rückzahlung nicht einlassen, außer im Rahmen der vereinbarten Sondertilgungszahlungen. Ziel bei allen Überlegungen muss es sein, die Bank nicht zu "verprellen" und "sauer zu fahren", sondern nur auf vertragsrechtlich sicherer Basis zu argumentieren; dies geht aber bei Deinen bisherigen Informationen (d.h. fehlender Kreditvertragswortlaut) nicht.

Im Grunde geht es angesichts der Vorfälligkeitsentschädigung von € 1.540 doch nur noch um Kleinigkeiten, im Werte eines kleinen Urlaubs. Es gibt viel schwierigere Fälle, weil ohne Sondertilgungsmöglichkeit, mit viel höheren Beträgen.

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@LittleArrow

> " sonst würden wir das Darlehen frühzeitig bezahlen (unter die 10-Jahres-Grenze rutschen). "

Damit habe ich der § 489 Abs. 1 BGB gemeint. Wir haben verstanden, dass wir so lang warten müssen (10 J.), um zu kündigen, da wir keinen triftigen Grund dafür haben. Daher haben wir auch keine Sondertilgung mehr leisten dürfen, sonst würden wir das Darlehen eher auszahlen (in weniger als 10 J.).

Ich glaube, dass wir die Bedingungen der Bank akzeptieren würden, sogar wenn sie nachteiliger gewesen wären, da wir das Ganze abschließen wollen. Wir wollen aber diese Entscheidung bewusst treffen. Es gibt einiges, das Geld nicht kauft. Schuldfrei zu sein ist unbezahlbar.

Vielen Dank für Deine/Eure Hilfe!!

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@Libellum

Daher haben wir auch keine Sondertilgung mehr leisten dürfen,

Genau deshalb habe ich nach dem Wortlaut gefragt. Das vereinbarte Sondertilgungsrecht ist m.E. vorrangig zum § 489 Abs. 1 BGB. Alles, was in den ersten 10 Jahren nach Vollauszahlung (bei Euch also bis 15.05.2017) nicht sondergetilgt wurde, kann ab dem 15.05.2017 gekündigt werden.

Es ist mir derzeit unverständlich, warum Ihr keine Sondertilgung mehr leisten dürft. Dies hat mit dem § 489 nichts zu tun.

Schuldfrei zu sein ist unbezahlbar.

Gratuliere zu diesem Freiheitsverständnis und -gefühl!

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@LittleArrow

Hi Little Arrow,

Die Bank hat unsere letzte Sondertilgung (2013) berechnet. Statt wie bisher 17500 haben wir nur 11000 bezahlt, damit wir de 10 Jahresfrist z. Kündigung einhalten. Wir haben angenommen, dass es so wäre, dass wir keine Sondertilg. mehr leisten dürften, da sonst wir das Darlehen vorzeitig bezahlen würden. Wir würden eher fertig werden.

Wir zahlen monatlich 870, 63 € und wenn wir das weiterzahlen würden, hätten wir sowieso in 2017 ausgezahlt.

Das ist alles, was im Vertrag über Sondertilgung steht:

"Soweit die Bank mit dem Darlehensnehmer eine schriftliche Vereinbarung über Sondertilgungen trifft und diese Zahlung abweichend von Ziffer 1.3. annimmt, wirken sich diese für die Zinsberechnung ab dem nächstfolgenden Kalendertag aus. ...."

"1.3. Während der vereinbarten Zinsfestschreibungszeit kann jährlich ein Betrag von max. 10% der Darlensumme - bei einer Mindestzahlung von EUR 2500,- als Sondertilgung eingebracht werden"

Du meinst, dass wir einfach stillschweigend die max. Sondertilgung hätten weiterzahlen können? Dann wäre das Darlehen im Januar/2015 vollgezahlt. Hätten wir nicht in diesem Fall Strafzinsen o.ä. zahlen müssen??

Wir wollen nicht die Bank "verprellen", wie Du gesagt hast. Das wäre kaum möglich, da die Banken nicht zu verlieren spielen aber es wäre gut zu wissen, was für Möglichkeit wir haben.

Vielen Dank und viele Grüße

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@Libellum

Du meinst, dass wir einfach stillschweigend die max. Sondertilgung hätten weiterzahlen können?

Ja, die vertraglich vereinbarten 10 % gem. Ziff. 1.3.

Da die Tilgungsverrechnung sofort zinswirksam vorgenommen wird und darüberhinaus bzw. dadurch die monatliche Rate einen überplanmäßig hohen Tilgungsanteil hat, erfolgt in Eurem Fall die Kreditrückzahlung schon vor der 10-Jahresgrenze. Ein Grund für eine Vorfälligkeitsentschädigungsforderung sehe ich bei diesen vertragskonformen Zahlungen nicht.

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Vorfälligkeitszinsen nehmen die Banken i.d.R. dann, wenn die Zinsen sich zum Nachteil der Bank geändert haben, weil sie sich zum Zeitpunkt der Kreditaufnahme des Kunden ebenfalls das Geld zu einem Festzinssatz geliehen haben (könnten - und wohl auch auch haben) und auch heute die damals vereinbarten Zinsen bezahlen muss. Die Bank ist unabhängig von dem Kredit, den Sie dem Kunden gewährt hat zur weiteren Bezahlung der Refinanzierungssumme verpflichtet.

Die Bank könnte ja jetzt das Geld nehmen und an einen Dritten verleihen - nur sind die Zinsen im Augenblick unter Ihrem Zinssatz - der Bank würde somit ein Schaden in den kommenden Jahren entstehen. Ich finde, dass 1 % absolut angemessen ist - andere Banken hätte zwischen 1,5 und 2 % verlangt!

Nur mal so nebenbei - Wenn ihr 41.200 € bei 1,5 % für 48 Monate festlegt, kommen so, pi mal Daumen, rund 2.500 € Zinsen zusammen.

Ob das für die Beurteilung in eurem Fall nun hilfreich ist, sei dahingestellt ...;-)

Nichtsdestotrotz finde ich persönlich die von der Bank geforderte Vorfälligkeitsentschädigung der Höhe nach in Ordnung.

ja!
So haben wir es betrachtet, wenn wir das Darlehen kündigen:

entgangene Zinsen ca. 2500 € +
Vorfälligkeitsentsch. 1539,36 € +
Summe Kündigunskosten > 4039,36 €

Darlehenzinsen bis 2017 (10 Jahre) 3905,07 €
Differenz 134,29 €

D.h. wenn wir kündigen, dann haben keinen Nachteil, oder? Plus sind wir unsere Schulden los.

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Sind die Zinsforderungen der Bank in diesem Fall erlaubt (Insolvenz?

Hallo und guten Abend zusammen,

ich habe eine Frage zu einem Darlehn. Es wird gewiss noch ein Rat von fachmännischer Seite eingeholt, jedoch hoffe ich schon einmal auf Antworten, die eine gewisse Richtung in dieser Situation aufzeigen könnten.

Es geht um folgendes. Für eine GmbH wurde ein Darlehn aufgenommen und da die Bank sich auf die Gewährung ohne selbstschuldnerische Haftung der Gesellschafter darauf eingelassen hätte, wurde ein Privathaus als Sicherheit hinterlegt. Kurz und knapp: Es kam zur Insolvenz und nun blieben noch Restschulden aus diesem Darlehn zurück. Die Bank überführt das Geschäftsdarlehn (Kündigung seitens der Bank) nun auf die Gesellschafter als Privatpersonen. Soweit eigentlich in Ordnung, da ja auch privat die Haftung übernommen wurde.

Nun möchte die Bank, obwohl das Darlehn eigenlich nur auf die Privatpersonen übertragen wird, zusätzlich noch Vorzugszinsen bzw. eine Vorfälligkeitsentschädigug haben. Es ergibt sich aber, meiner Meinung nach, der Sinn nicht so ganz. Das Darlehn wird ja quasi privat einfach nur weitergeführt und bekommt die Zinsen dann eben nicht von der GmbH, sondern von den Privatpersonen. Es gehen also der Bank keinerlei Zinsen verloren und erleidet auch keinen Schaden. Dennoch sollen zusätzlich diese Zinsen der Vorfälligkeitsentschädigung oben drauf geschlagen werden. Da es privat fortgeführt wird bzw. übertragen wird, entsteht ja nur im ersten Augenblick durch die Kündigung eine Vorfälligkeit und dann daraus ein resultierender Anspruch der Bank. Durch die Fortführung sollte dies aber doch wieder hinfällig sein, oder?

Vielen Dank schon einmal für die Antworten und Meinungen! Ich habe es nur grob angeschnitten, um es einerseits knapp zu halten und andererseits, weil ich nicht vollkommen ins Geschehen eingebunden bin und selbst nur um Rat gefragt wurde, aber ehrlich gesagt überfragt war.

Vielen Dank!

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