Vorweggenommene Werbungskosten als Verlustvortrag bei höherem Bruttoarbeitslohn

1 Antwort

Das Finanzamt hat zweifellos Recht.

DEine WErbungskosten werden von Deinen Einnahmen abgezogen udn so ergeben sich Deine Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit.

Wenn Deine Einnahmen ohnehin schon so gering sind, dass keine Steuer anfällt (bei Einnahmen aus nichtsselbständiger Arbeit ca. 11.500,- Euro, weil davon Arbeitnehmerpauschbetrag, Vorsorgepauschale und Sonderausgabenpauschale abgehen, dann verpuffen die zusätzlichen Werbungskosten.

Aber Deine Rechnung "auf die faule Haut legen udn später kassieren" klappt auch nicht. Denn wie willst Du die 5.000,- Euro Werbungskosten finanzieren? Wenn Du das mit geliehenem Geld machst (wäre ja möglich), dann geht es trotzdem nicht auf.

Wenn Du nach 3 Jahren dann mit einem Verlustvortrag von 15.000,- in Ein Jahr mit einem Bruttogehalt von 48.000,- Euro gehst, würdest Du ohne die gesammelten Verluste einen Jahressteuerbetrag von ca. 9.500,- Euro haben und mit den Verlustvorträgen eine Steuerschuld von ca. 4.300,- Euro. also bringen Deine aufgelaufenen Verlust einen Vorteil von ca. 5.200,-, aber Du hättest 15.000,- Euro Schulden zu bedienen.

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Steuerbevollmächtigtenprüfung 1979, Steuerberaterprüfg .1986

Moin wfwbinder,

besten Dank für die Antwort. Keine Sorge, mein Studium ist nicht schuldenfinanziert.

Ich habe noch eine Frage zu deiner Rechnung. Du hattest folgende Zahlen genannt:

  • Bruttolohn 48.000,-
  • Verlustvortrag für drei Jahre (3 * 500): 15.000,-
  • Steuerbetrag ohne Einsatz des Verlustvortrags: 9500,-
  • Steuerbetrag mit Einsatz des Verlustvortrags: 4300,-

Wie kommst du auf die 4300,-?

Wenn ich von 9500,- den Verlustvortrag in Höhe von 15.000,- abziehe berechne ich -5.500,-. Allerdings werde ich den Betrag wohl kaum als Gutschrift bekommen also wäre ich dann bei einer 0,- € Steuerzahlung.

Lässt sich der Verlustvortrag über mehrere Jahre abstottern oder muss alles in einem Jahr abgesetzt werden?

Vielen Dank für die hilfreichen Antworten!

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@eliteSchaf

Der Verlustvortrag wird nach § 10 d EStG vom Gesamtbetrag der Einkünfte wie Sonderausgaben abgezogen.

Nicht von der Steuerschuld. Man zieht ja auch die Werbungskosten von den Einnahmen ab, um die Einkünfte zu ermitteln udn nicht von der Steuerschuld.

In meinem Beispiel vermindert sich das zu versteuernde Einkommen von ca. 40.000,- auf ca. 25.000,-.

Ein Verlustvortrag wird vom Gesamtbetrag der Einkünfte bis auf 0,- abgezogen. Wenn der Verlustvortrag höher ist, als der Gesamtbetrag der Einkünfte, wird auf die folgenden Jahre weiter vorgetragen.

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