Vorsteuer und MwSt richtig zuordnen?

2 Antworten

Hallo,

für die Umsatzsteuer/Vorsteuer ist das UStG, für die Einnahmen und Ausgaben (Gewinne/Verluste) hier das EStG.

Gewinn nach EStG
Bei der Einnahmeüberschussrechnung (§ 4 Abs. 3 EStG) sind Einnahmen/Ausgaben bei ihrem Zu- bzw. Abfluss zu erfassen (§ 11 EStG).
Ausgenommen hiervon sind wiederkehrende Einnahmen/Ausgaben und bestimmte Vorauszahlungen (unübliches Disagio, ggf. Leasingsonderzahlungen).

Umsatzsteuer/Vorsteuer nach UStG
Anhand o.g. Angaben:

Beispiel 1:
Leistungszeitpunkt (Rechnungsmerkmal nach § 14 Abs. 4 Nr. 5 UStG) ist der 2. August mit Beginn der Versendungslieferung (§ 3 Abs. 6 S. 1 UStG). Die Umsatzsteuer entsteht mit Vereinnahmung des Entgelts im Juli (§ 13 Abs. 1 Nr. 1 lit. b) UStG). Die Umsatzsteuer ist bis zum 10. August anzumelden und abzuführen (§ 18 Abs. 1 UStG).

Beispiel 2:
Die Vorsteuer aus Eingangsrechnungen kann abgezogen werden, wenn der andere Unternehmer eine Leistung erbracht hat und eine ordnungsgemäße Rechnung vorliegt (Eingangsdatum, nicht: Rechnungsdatum oder Leistungsdatum). Die Vorsteuer ist bei der Voranmeldung August zu berücksichtigen (Annahme: Lieferdatum = Eingangsdatum Rechnung?).

Bei einer Anzahlung/Vorauszahlung muss ebenso eine entsprechende Rechnung vorliegen (§ 15 Abs. 1 Nr. 1 UStG).

Liegt die Rechnung bereits im Juli vor (z.B. E-Mail) und ist das Leistungsdatum auch im Juli (Beginn der Warenlieferung), ist die Vorsteuer bereits im Zeitraum Juli abziehbar und abzugsfähig. Eine per E-Mail zugestellte Rechnung ist grds. für die Vorsteuer anzuerkennen (A 14.4 Abs. 2 UStAE, § 14 Abs. 1 S. 8 UStG).

Abwandlung:
Wie Beispiel 2.

MfG
-Valeskix

Zur Abführung der Umsatzsteuer bei Versteuerung nach vereinnahmten Entgelten: siehe § 13 Abs. 1 Nr. 1 b) UStG:

"Die Steuer entsteht bei der Berechnung der Steuer nach vereinnahmten Entgelten (§ 20) mit Ablauf des Voranmeldungszeitraums, in dem die Entgelte vereinnahmt worden sind". Wenn das Geld im Juli vereinnahmt wird, ist auch in diesem Voranmeldungszeitraum der Umsatz zu erfassen. Die Lieferung der Ware hat keine Bedeutung.

Zur Geltendmachung der Vorsteuer: siehe § 15 Abs. 1 Nr. 1 UStG:

"Die Ausübung des Vorsteuerabzugs setzt voraus, dass der Unternehmer
eine nach den §§ 14, 14a ausgestellte Rechnung besitzt. Soweit der
gesondert ausgewiesene Steuerbetrag auf eine Zahlung vor Ausführung
dieser Umsätze entfällt, ist er bereits abziehbar, wenn die Rechnung
vorliegt und die Zahlung geleistet worden ist".

Die Vorsteuer kannst du erst in dem VAZ geltend machen, in dem alle Voraussetzungen vorliegen, also hier im August.

Bei deiner Abwandlung fehlt die Angabe über das Vorliegen der Rechnung.

Abwandlung: Rechnung liegt der Sendung bei, bzw wird zeitgleich mit Übergabe an das Versandunternehmen elektronisch übermittelt.

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@CaglarK

Dann in dem VAZ, in dem die Zahlung geleistet worden ist und du die Rechnung bekommen hast. Also im Juli (wenn Rechnung per eMail).

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@tt290

Die Rechnung ist aber in diesem Fall mit 03.08 datiert. Wo liegt jetzt der Unterschied, dass ich eine vom 15.08 nicht im Juli verrechnen kann und eine vom 03.08 schon?

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Retoure kommt zurück und nun?

Ich habe am 09.04.16 online bei Partyshoes LED-Schuhe erworben. Die Schuhe wurden auch innerhalb kürzester Zeit geliefert. Leider waren sie meiner Tochter zu klein.Gemäß den AGBs habe ich von meinem Recht auf Rücksendung der Ware gebrauch gemacht.Nach kurzer Rücksprache per Mail mit Partyshoes hieß es, dass ich die Ware auch an die Filiale nach Hamburg (Winterhuder Weg 29, 22085 Hamburg) senden kann. Ich habe die Schuhe mit dem Hermes Versand verschickt. Leider konnte unter dieser Adresse niemand ermittelt werden und somit hatte ich nach einer Woche die Schuhe wieder zurück erhalten.Wieder bin ich mit Partyshoes per Mail in Kontakt getreten. Nun hieß es, ich soll die niederländische Adresse (Kadijk 1, 9747AT Groningen) verwenden.Die Schuhe habe ich dann am 02.05.16 per DHL versandt.Gemäß Sendungsverfolgung hieß es seit dem 04.05.16 auf der Internetseite von DHL: Der Empfänger konnte nicht erreicht werden; die Sendung wurde erfasst. Sie befindet sich in Niederlande in der Zustellung bzw. wurde zur Abholung bereitgestellt. Seit dem schrieben wir immer wieder E-Mails hin und her und es hieß, dass die Schuhe in Kürze abgeholt werden und ich mein Geld zurück erhalte. Nach 2 Wochen habe ich dann einen Konflikt über Paypal gemeldet und hörte von da an von dieser Firma nichts mehr. Am 22.05.16 habe ich dann einen Antrag auf Käuferschutz gestellt. Paypal hat den Verkäufer zu einer Aussage oder Handlung bis morgen gebeten. Ohne Erfolg. Nach Rücksprache mit Paypal hieß es,dass mir morgen der Betrag erstattet wird, da sich der Verkäufer überhaupt nicht äußert. Nun habe ich nochmal bei DHL nachgeschaut und was soll ich sagen, die Ware wird natürlich an mich zurück gesandt, weil der Empfänger das Paket nicht abgeholt hat. Paypal sagte, ich soll die Schuhe dann einfach zur Seite stellen und abwarten. Da dem Verkäufer das Geld entzogen wird, wird er sich bestimmt melden. Ich sehe es aber nicht mehr ein, die Ware dann nochmal auf meine Kosten zurück zu schicken. Kann ich dann vom Verkäufer fordern, die Ware über einen Boten bei mir abholen zu lassen?

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