Vormundschaftsgericht bestimmt gesetzlichen Vertreter für Bankgeschäfte?

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4 Antworten

Das Betreueramt wird grundsätzlich unentgeltlich geführt. Für die entstehenden Aufwendungen steht dem Betreuer Ersatz in Höhe der tatsächlichen erforderlichen Ausgaben zu. Statt des Ersatzes einzeln abgerechneter Aufwendungen kann er eine pauschale Aufwandsentschädigung verlangen, deren Höhe zur Zeit 323,00 EUR beträgt. Rechtsgrundlage der Aufwandsentschädigung sind die §§ 1908i, 1835a BGB in Verbindung mit § 22 des Justizvergütungs- und -entschädigungsgesetzes (JVEG). Ist der Betreute mittellos, so wird die Aufwandsentschädigung auf Antrag vom Vormundschaftsgericht festgesetzt und aus der Landeskasse erstattet; bei vermögenden Betreuten ist sie dessen Vermögen zu entnehmen.

Einem Berufsbetreuer und einem Betreuungsverein wird eine Vergütung gewährt, deren Höhe sich nach dem Vormünder- und Betreuervergütungsgesetz (VBVG) richtet. Die Vergütung beträgt für jede Stunde 27,00 EUR; sie erhöht sich auf 33,50 EUR, wenn der Betreuer besondere für die Betreuung nutzbare Kenntnisse durch eine abgeschlossene Lehre oder vergleichbare Ausbildung erworben hat, und auf 44,00 EUR, wenn er solche Kenntnisse durch eine abgeschlossene Hochschulausbildung oder vergleichbare Ausbildung erworben hat. Die Stundensätze gelten auch Ansprüche auf Ersatz von Aufwendungen und anfallende Umsatzsteuer ab.

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http://www.justiz.nrw.de/BS/Gerichte/FGG/Einzelverfahren/Betreuungsverfahren/index.php#8

Ich denke, dass die Familie i. d. R. daran interessiert ist, dass ein Familienmitglied selbst die Betreuung (früher: Vormundschaft) übernimmt, und nicht ein fremder, vom Amtsgericht bestellter Berufsbetreuer. Über diese Species hat man schon viel schreckliches gehört. Daher sollte die Familie rechtzeitig den Antrag auf Betreuung beim Amtsgericht (Vormundschaftsgericht) stellen und den Betreuer namentlich vorschlagen. Anschließend nicht lang abwarten, sondern das Gespräch mit dem zuständigen Amtsrichter suchen. Der Amtsrichter wird zustimmen, wenn nicht begründete Zweifel vorliegen.

Kleiner Nachtrag: Auch ein Familienmitglied hat einen Anspruch auf (geringfügige) Bezahlung, den es natürlich nicht geltend machen muß. Die Vergütung erfolgt jedoch immer aus dem Vermögen des Betreuten, egal ob für den Berufsbetreuer oder den betreuenden Verwandten.

also wenn es um Kinder geht, die z. B. nach Volljährigkeit nicht selber über ihr Geld verfügen dürfen /z.B. wegen geistiger Behinderung, dann ist es doch häufig so, daß ein Elternteil zum Betreuer bestellt wird. Dies ist natürlich dann unentgeltlich zu tun. Es gibt aber auch vom Gericht bestellte Betreuer, die das Amt inne haben. Diese bekommen dann schon Geld für die Ausführung dieser Tätigkeit.

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