Vorfälligkeitsentschädigung bei Sondertilgung?

3 Antworten

Sehr geehrte Frau/Herr Glamau,


grundsätzlich ist es einer Bank verwehrt, eine Vorfälligkeitsentschädigung zu verlangen, wenn das gewährte Darlehen selbst der sog. Bausparkredit ist (nach Zuteilung) ist. Sofern es sich allerdings um das Vorausdarlehen (bis zur Zuteilung) mit festgeschriebenem Zinssatz handelt, könnte eine Vorfälligkeitsentschädigung berechtigt sein.


Voraussetzungen:


1) Nicht die Bank, sondern der Darlehensnehmer hat gekündigt.


2) Der Termin des Endes der Zinsfestschreibung ist auf dem Vorausdarlehensvertrag ausdrücklich angegeben, z.B. 30.06.2017. Steht im Vertrag allerdings nur "festgeschrieben bis Zuteilung" oder ähnliches, so kann nach § 488 Abs. 3 BGB mit Vierteljahresfrist entschädigungsfrei gekündigt werden, so jedenfalls das LG Dortmund in einem Urteil.


3) Die Widerrufsbelehrung auf dem Vorausdarlehensvertrag ist rechtlich einwandfrei. Anderenfalls besteht die Möglichkeit, durch ausdrücklich erklärten Widerruf des Vertrags entschädigungsfrei aus dem Vorausdarlehen herauszukommen (Achtung: gilt nur noch bis zum 21.06.2016, bis dahin sollte der Widerruf erklärt worden sein).4) Der Anspruch ist noch nicht verjährt. In Deutschland beläuft sich die Verjährungsfrist auf drei Jahre ab dem Jahresende jenes Jahres, zudem der Anspruchsinhaber Kenntnis von den anspruchsbegründenden Umständen hatte. Das ist regelmäßig mit der Rückzahlung des Darlehens der Fall.


Ich hoffe, die Informationen helfen Ihnen weiter.


Beste Grüße


Prof. Dr. rer. pol. habil. Klaus Wehrt


Diplom-Volkswirt

Sehr schön geschrieben und gleichzeitig ein wenig Werbung,

Aber wie kommen Sie darauf, dass die Verjährung noch nicht eingetreten ist? Oder meinen Sie zur Mandatssicherung eine fehlerhafte Widerrufsbelehrung?

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Hallo,

vielen Dank für die Antworten.

Die Frage der Widerrufsbelehrung stellt sich nicht da es um ein Vorausdarlehen aus 1997 geht, Prolongation aus 2005.

Lt.Darlehensgeber wurde in 1997 noch  keine Widerrufsbelehrung verwandt da diese nicht vorgeschrieben war.

Das Darlehen wurde --nicht gekündigt--. Im Rahmen eines Hausverkaufes wurden mit Zustimmung der Bank Erlöse auf die Darlehen aufgeteilt so dass sich die Darlehenssumme entsprechend verringert hat. Dies könnte man auch als Sondertilgung werten, ist dann Vofälligkeitsentschädigung rechtens?

Durch die Tilgungen verlangte die Bank Vorfälligkeitsentschädigungen.

Dies war in 2009 - wenn nicht die 10-jährige Verjährung machbar ist habe ich wohl keine Möglichkeit mehr.

Vielen Dank für Eure Hilfe.

Frage zur Verjährung von Schadensersatzansprüchen gegen den Steuerberater

Hallo, es geht um die Steuererklärung von 2007, welche mit Steuerbescheid im Jahr 2009 zugestellt wurde. Ich habe jetzt, also im Jahr 2013 festgestellt, dass ich zu viel Umsatzsteuer entrichtet habe, da der Steuerberater Buchungsfehler gemacht hat, wie z.B. innergemeinschaftliche Ausfuhrlieferung mit korrekter Netto-Rechnung wurde brutto inkl. 19% Umsatzsteuer gebucht. Diesen Steuerberater habe ich auch mittlerweile gekündigt, da auch in den letzten Jahren mehrere fehlerhafte Buchungen waren, die der Steuerberater auch teilweise eingesehen hat. Allerdings sagt dieser nun, die Ansprüche aus Fehlern vom Jahr 2007 wären mit der Zustellung des Steuerbescheides 2009 zum Ende 2012 also verjährt.

Ich habe hierzu auch gelesen, dass lt. § 195 BGB Schadensersatzansprüche nach 3 Jahren verjähren. Hier unter dem Link steht was von der neuen Verjährung bei der Steuerberaterhaftung http://www.iww.de/kp/archiv/steuerbe...haftung-f31005

Kann ich dennoch diese Schadensersatzansprüche gegen den Steuerberater geltend machen, da ich ja erst jetzt den Fehler des Steuerberaters entdeckt habe?

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vorzeitige Kündigung des Darlehens - Vorfälligkeitsentschädigung

Hallo, wir haben ein Anliegen und bitten um Ihre Hilfe. wir haben am 27.12.2006 ein Darlehen über 175000 EUR erhalten. Zinsbindung bis 31.01.2022 (15 Jahre mit Nonimalzinsen v. 4,22%). Gesamtauszahlung war am 15.05.2007. Wir haben 98500 EUR Sondertilgung bis 2013 geleistet u. am 15.07.13 hatten noch 41275,18 EUR Restschulden.

Wir wollen das Darlehen jetzt kündigen, da wir schuldfrei sein wollen. Die Bank verlangt 1539,36 EUR als Vorfälligkeitsentschädigung und will uns die Grundlage dieser Berechnung nicht nennen, da sie aus Kulanz zustimmen und dieser Betrag wie ein „Pauschbetrag“ sei.

Online haben wir bei verschiedenen Seiten die Vorfälligkeitsentschädigung berechnet und verschiedene Ergebnisse erhalten.

Das Bauchgefühl sagt uns, dass wir akzeptieren sollen, da wir nicht weiter 4 Jahre das Darlehen bedienen wollen. Aber ist das vernünftig?

Laut unserer Kalkulation, wenn wir den Betrag 41275,18 EUR, 4 Jahre mit 1,5% Verzinzung anlegen und das Darlehen nach Ablauf v. 10 Jahren kündigen, werden wir ca. 1000 EUR als Zinserträge haben. Die möglich Zinssteigerung beim Tagesgeld wurde nicht berücksichtigt.

Aber wenn wir die Darlehenszinsen bis Ende 2017 berücksichtigen, werden wir zusätzlich ca. 3905 EUR zusätzlich zahlen. Da sieht 1539,36 EUR als Vorfälligkeitsentschädigung nicht viel aus. Leider sind wir Laien in Finanzen und unsere Fragen lauten: Sind unsere Kalkulationen Milchmädchenrechnung? Haben wir alle pros und contras berücksichtigt?

Wir hoffen, dass jemand uns helfen kann. Vielen Dank!! Libellum

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Kann die Vorfälligkeitsentschädigung negativ sein?

Ich überlege bei der Verlängerung eines Darlehens auf eine vermietete Wohnung in dem Jahr, ob ich mit Zinsbindung fünf oder zehn Jahre oder noch länger verlängern soll.

Die Wohnung wird aber irgendwann - vielleicht in fünf bis zehn Jahren - verkauft.

Das Zinsniveau ist niedrig und wird nach meiner Einschätzung in den kommenden zehn Jahren über dem aktuellen Niveau liegen. Wird in dem Fall die Vorfälligkeitsentschädigung negativ?

Wenn dem so wäre: kann dann eine noch längere Zinsbindung jetzt Sinn machen? Angenommen, ich verlängere jetzt für 1,6 % für 15 Jahre und verkaufe in 5 Jahren. Angenommen, das Niveau für 10-jährige Darlehen liegt dann bei 2,6 %. Kriege ich dann die Differenz so wie ich im umgekehrten Fall Vorfälligkeitsentschädigung zahlen müsste?

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Vorfälligkeitsentschädigung bei Todesfall?

Wir haben einen Darlehenskredit mit einer Lebensversicherung, die an die Bank hierfür abgetreten wurde seit 1999 bis 2019 abgeschlossen. Für diesen Kredit wurden bisher nur Zinsen bezahlt. Im Februar 2016 ist der Kreditnehmer verstorben. Die Lebensversicherung kommt bei Todesfall zur Auszahlung an die Bank zur Begleichung des Darlehenskredites. Da die Ablauffrist 2019 noch nicht abgelaufen ist stellt nunmehr die Bank uns für diesen Kredit Vorfälligkeitsentschädigung in sehr hohem Maße in Rechnung. Da der Todesfall nicht voraus zu sehen war, stellt sich für uns die Frage, ob dafür Vorfälligkeitsentschädigung erhoben werden kann, zumal der Todesfall doch nicht voraus gesehen werden konnte und damit keine außerordentliche Kündigung darstellt für die Vorfälligkeitsentschädigung berechnet werden kann. Wäre Ihnen dankbar, wenn Sie mir hierzu eine Information geben könnten, wie wir uns hier gegenüber der Bank verhalten sollen. Danke opili

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