Vorfälligkeitsentschädigung aus 2013 zurückfordern?

...komplette Frage anzeigen

1 Antwort

Sehr geehrte/r Glamau,

es gilt eine dreijährige Verjährung ab Kenntnis. Diese endet zum Jahresende 2016. Bis dahin ist der Anspruch entweder durch gerichtlichen Mahnbescheid, Klageeinreichung oder Einschaltung einer öffentlichen Gütestelle geltend zu machen.

Vorfälligkeitsentschädigungen bei Bauspardarlehen werden nur auf das sog. Vorausdarlehen geschuldet. Der Bausparkredit kann entschädigungsfrei abgelöst werden.

Soweit das ursprüngliche Vorausdarlehen eine Zinsbindungsfrist von mehr als zehn Jahren aufwies, konnte spätestens zehneinhalb Jahre nach dem Empfang des Vorausdarlehens entschädigungsfrei gekündigt werden. Soweit das Vorausdarlehen später einmal verlängert wurde, gilt wiederum ab diesem Zeitpunkt eine 10,5jährige Frist, für die eine Entschädigung verlangt werden kann. Sie berechnet sich aber immer ab dem Zeitpunkt des Vertragsabschlusses. Sofern anlässlich der Verlängerung des Vorausdarlehens ein neues Kapitalnutzungsrecht begründet wurde (Anwalt fragen), war zu diesem Zeitpunkt zu belehren. Fehlte diese Belehrung, so konnte widerrufen werden.

Auf jeden Fall sollte man die Höhe der gezahlten Zinsentschädigung durch einen Sachverständigen überprüfen lassen, denn selbst wenn Vorfälligkeitsentschädigungen begründet verlangt werden, ist deren Höhe häufig völlig übersetzt. Überschreitung der rechtlich zulässigen Höhe von mehr als 25% sind keine Seltenheit.

Ich hoffe, die Informationen haben weiter geholfen.

Mit freundlichen Grüßen

Prof. Dr. rer. pol. habil. Klaus Wehrt

Diplom-Volkswirt

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Was möchtest Du wissen?