Vorfälligkeitsentgelt, für welchen Zeitraum berechnen?

1 Antwort

Hallo berni28,

hoffentlich kann ich Dir hiermit weiterhelfen. Vorab solltest Du Folgendes wissen:

Nachdem Dein (neuer) Darlehensvertrag noch keine zehn Jahre besteht, kann Deine Bank laut Rechtsprechung des BGH eine Kündigung verweigern. Deine Bank muss Dich nicht vorzeitig aus dem Darlehensvertrag entlassen, auch nicht gegen die Zahlung einer Vorfälligkeitsentschädigung. Daher bist Du auf deren Entgegenkommen angewiesen.

Die Vorfälligkeitsentschädigung wird i.d.R. auf einen Zeitraum von zehn Jahren und sechs Monaten, ab Abschluss des neuen Darlehensvertrages zur Anschlussfinanzierung, berechnet. Für die restliche Zinsbindung kommt die Vorfälligkeitsentschädigung nicht mehr zum Tragen, da Du ja dann ein gesetzliches Sonderkündigungsrecht (nach § 489 I Nr. 3 BGB), ohne die Zahlung einer Vorfälligkeitsentschädigung, hättest.

Die Berechnung an sich liegt jedoch im Ermessen des jeweiligen Kreditinstitutes. Diese kann bis zum doppelten des Zinsschadens erhoben werden, solange die Grenzen der Sittenwidrigkeit und des Wuchers (gemäß §138 BGB) nicht überschritten werden

Wenn Du den Darlehensvertrag im Juni 2011 neu abgeschlossen, also die Konditionen verändert hast und dafür auch ein neuer Vertrag erstellt wurde, dann wird die Vorfälligkeitsentschädigung wahrscheinlich für den Zeitraum Juni 2011 bis Dezember 2021 berechnet.

Vielleicht hilft Dir auch folgender Vorfälligkeitsentschädigungsrechner (www.interhyp.de/Vorfaelligkeitsentschaedigungsrechner) dabei, die ungefähren Kosten zu berechnen. Die Berechnungen ist aber absolut unverbindlich und nur ein erster ungefährer Anhaltspunkt.

Alles Gute und viele Grüße,

Interhyp AG, Franziska

Rückerstattung von Bearbeitungsgebühren bei vorzeitiger Kredit-Tilgung

Hallo liebe Experten,

auch ich habe eine Frage bzgl. der Rückerstattung von der Bearbeitungsgebühr bei Krediten. Hierzu möchte ich meinen konkreten Fall zuerst erläutern:

Ich habe im Dezember 2009 einen Privatkredit in Höhe von 24.800,00 EUR bei meiner Hausbank aufgenommen. Auf dem Kreditvertrag sind dabei folgende Darlehensdaten aufgeführt:

Nettodarlehnsbetrag: 24.800,00 EUR, Laufzeit: 77 Monate, Zinsen: 10.115,26 EUR, Bearbeitungskosten: 744,00 EUR, Gesamtbetrag: 35.659,26 EUR.

ausgezahlt bekommen habe ich dann die 24.800,00 EUR.

Diesen Privatkredit habe ich dann Ende Mai 2010 (durch einen neuen Kredit) ebenfalls bei meiner Hausbank -durch eine Betragserhöhung- ablösen lassen. Der "neue" Kreditvertrag wurde dann wie folgt ausgewiesen:

Nettodarlehnsbetrag: 32.400,00 EUR, Laufzeit: 84 Monate, Zinsen: 14.963,72 EUR, Bearbeitungskosten: 972,00 EUR, Gesamtbetrag: 48.335,72 EUR.

ausgezahlt bekommen habe ich dann die 32.400,00 EUR, wobei 24.702,84 EUR in die Ablösung des vorangegangenen Kredites geflossen sind.

Seit Anfang diesen Jahres habe ich auch diesen Kredit ablösen lassen, zuzüglich einer Darlehenserhöhung; ebenfalls von meiner Hausbank. Für den neuen (aktuellen) Kredit wurden dann allerdings keine Bearbeitungsgebühren mehr berechnet.

Nun zu meiner Frage:

kann ich die Gesamt-Bearbeitungsgebühren von 1.716,00 EUR von meiner Hausbank gänzlich einfordern? Unschlüssig bin ich deswegen, weil zum einen die Kredite (jeweils durch eine Neufinanzierung) vorzeitig abgelöst wurden und zum anderen die Bearbeitungsgebühren nicht von dem Nettodarlehensbetrag abgezogen, sondern auf den Bruttobetrag (Nettodarlehensbetrag + Zinsen + Bearbeitungsgebühren) angesetzt wurden.

Über eine aussagekräftige Antwort würde ich mich sehr freuen!

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