Voller Ersatz einer Arbeitsstelle beim Praktikum - Anspruch auf andere Vergütung?

...komplette Frage anzeigen

4 Antworten

Ich habe dazu folgendes gelesen:

Praktikanten, die das Gefühl haben, als billige Arbeitskräfte ausgenutzt zu werden, können sich in erster Linie dadurch wehren, dass sie auf ihre Situation aufmerksam machen. In größeren Unternehmen ist der Betriebs- oder Personalrat oder die Jugendauszubildendenvertretung vertrauensvolle AnsprechpartnerIn.

Wenn es keinen Betriebsrat gibt, dann sollte man sich an die zuständige Gewerkschaft wenden. Man kann sich direkt den BetreuerIn/ArbeitgeberIn auf die Situation ansprechen, z.B. dass der Arbeitsanteil den Lernanteil überwiegt, dass der gesetzlich vorgeschriebene Urlaub nicht gewährt wird, dass regelmäßig Überstunden anfallen usw..

Stößt die Beschwerde auf taube Ohren und wird bspw. mit dem Hinweis abgetan, "dass sei in der Branche nun mal so", kann man für sich entscheiden, das Praktikum abzubrechen (s. Kündigung) und eventuell einen weiteren Versuch in einem anderen Unternehmen starten.

Bei einem von der Arbeitsagentur vermitteltem Praktikum, sollte man jedoch nur nach Rücksprache und Zustimmung der Arbeitsagentur abbrechen, wenn es sich um eine Pflichtmaßnahme handelt. Sonst droht im schlimmsten Fall Leistungskürzung.

Man kann sich auch vor Gericht wehren. Bei Verstößen gegen die Rechte als Arbeitnehmer genießen Gewerkschaftsmitglieder Rechtsschutz, d.h. kostenlose Rechtsvertretung bei arbeitsrechtlichen Problemen. Das gilt auch für Praktikanten.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Zu einem ähnlichen Fall gab es 2008 ein Gerichtsurteil in dem einer Praktikantin die nachweislich ein halbes Jahr lang eine Vertretung statt eines Praktikums gemacht hatte rückwirkend vergütet werden musste wie für eine volle Stelle. Insofern sollten Arbeitgeber hier vorsichtig sein und ein solcher Anspruch kann durchaus geltend gemacht werden.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von vulkanismus
26.11.2013, 21:29

Nachweislich. Das ist der Punkt. Eine Meinung ist nichts wert.

1

In dem hier verlinkten Beitrag wird ein LAG-Urteil zitiert worin eine nachträgliche Vergütung zugesprochen wurde:

http://www.wbs-law.de/arbeitsrecht/lag-hamm-lohnwucher-bei-psychotherapeuten-in-ausbildung-33671/

Allerdings ist jeder Einzelfall anders und man sollte sich hüten, solche Entscheidungen als Regelfall anzusehen. Man muß schon so extrem eingespannt worden sein, dass eine reguläre Stelle objektiv ersetzt wurde. Nur dann kommt man zur Sittenwidrigkeit der Praktikumsvereinbarung, was dann den Weg für den Anspruch auf die übliche Vergütung ebnet.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Eine volle Stelle zu ersetzen ist Deine Sicht. Wie sieht es der Arbeitgeber ?

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Was möchtest Du wissen?