Versicherung oder ETF / Fonds wie ist das mit der Steuer?

1 Antwort

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Ich sehe hier mindestens drei verschiedene Aspekte vermischt.

  1. Der DWS-Fonds ist kein DAX-Tracker. Damit sind die beiden Investments in Bezug auf Diversifikation, Volatilität und damit auch Risiko nicht vergleichbar. Garantiefonds haben immer eine Underperformance zu relevanten Benchmarks und liefern dafür einen betragsmäßigen Kapitalerhalt, der natürlich nach Inflation einen Verlust darstellt.

  2. Die Besteuerung einer fondsgebundenen Privatrente erfolgt bei Auszahlung nach dem Ertragsanteil, während ein Fondssparplan jährlich nach Abgeltungssteuer besteuert wird. Durch geeignete Wahl von Fonds/ETFs kann allerdings auch eine nachgelagerte Besteuerung erreicht werden.

  3. Bei einem Fondssparplan gehen gewisse Transaktionskosten ab (ca,. 0,5% für Kauf/Verkauf). Bei einer Versicherung werden deutlich höhere Vertriebs- und Abschlusskosten zu Beginn des Vertrages in den ersten Jahren belastet.

Der Aspekt mit Zinseszins ist daher meist nichtig. Erstens haben Garantiefonds ohnehin nur eine sehr geringe Rendite, so daß der Effekt gering ausfällt, aber auch die anfangs abgezogenene Gebühren fressen einen Großteil der initialen Zahlungen auf. Ein Fondssparplan kann in Tiefphasen auch stärker aufgestockt werden, um günstig Anteile nachzukaufen.

Zum Thema der nachgelagerten Besteuerung: hast Du einen swap-basierten, ausländischen, thesaurierenden ETF, z.B. db x-trackers LU0274208692 auf den MSCI World, so swappt dieser Zinsen und Dividenden gegen Kursgewinne, d.h. jährlich ist nichts zu versteuern :-) Das gibt es aber nicht nur bei ETFs, sondern auch bei Fonds, z.B. beim Carmignac Investissement (FR0010148981). Schau Dir dazu mal die Einträge der Besteuerungsgrundlagen im bundesanzeiger.de an.

Mit Verkauf der Anteile bzw. Umschichtung wird Abgeltungssteuer auf den Betrag fällig, der durch Deinen Freistellungsauftrag nicht abgedeckt ist.

Jetzt rechne mal nach :-)

Heißt swappen tauschen? Bedeutet das ich kaufe den msci world in Euro und die Gewinne werden dann in usd umgetauscht? Muss ich dann also neben der Fondsentwicklung auch noch die Währungskurse im Auge behalten? Ich bin wie gesagt ein Laie, aber durchaus sehr interessiert am Wirtschaftsgeschehen, habe nur Angst dass ich den Überblick verliere. Ich habe vor mir damit Kapital fürs Alter aufzubauen. Soll ich dafür lieber bei einem Garantiefonds bleiben, ihn aber eben an der Börse als Sparplan führen? Ist Cortal Consors ein günstiger Broker dafür? Oder einfach mit meiner Versicherung zufrieden sein?

Vielen Dank für die ausführliche Antwort!

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@sainttoni

Dein Posting wirft so viele Fragen auf, daß man eigentlich nur raten kann, einen Berater aufzusuchen. Aber einen, der wirklich berät und nicht nur im Stil eines obskuren Strukturvertriebs verkaufen will.

Swaps: das ist ein Derivat, das u.a. in Fonds eingesetzt wird, um Risiken einer Sorte gegen andere zu tauschen. Man kann damit beispielsweise die Performance eines Portfolios von Aktien, die der Fonds hält, gegen die eines MSCI World tauschen. Davon merkst Du nichts. Es ist eine Art, wie ein Fonds arbeitet.

Ein Garantiefonds ist bei sehr langer Anlagezeit eigentlich immer ungünstig, da er einen Großteil der Performance des unterliegenden Referenzindex für die Absicherung aufwendet. Das können Mischfonds mit entsprechender Absicherung im Grunde auch erreichen, vor allem über lange Zeiträume.

Ob für Dich nun der vorhandene Vertrag und parallel dazu ein Sparplan auf z.B. einen MSCI World oder einen global Mischfonds besser passt, oder ob Du lieber über einen klassische Rentenversicherungsvertrag (nicht fondsbasiert) plus diverse Sparpläne verfügen solltest, sprengt die Möglichkeiten dieses Forums.

Ich würde Dir daher mal empfehlen, bei ein paar Banken oder unabhängigen Anlageberatern vorstellig zu werden, um die Möglichkeiten auszuloten. Entscheide Dich erst nach reiflicher Überlegung und sage nicht gleich im Anschluß an ein Gespräch etwas zu. Bei Zweifeln und Fragen kannst Du Dich hier auf diesem Site ja auch nochmals mit konkreten Fragen melden :-)

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Kann ich in Anlage KAP bei einem Kapitalertrag von 0 EUR die Ersatzbemessungsgrundlage korrigieren?

Ich hatte hier schon einmal wegen einer erfolgten Pauschalbesteuerung aufgrund eines Depotwechsels 2008 um Rat gefragt. Mein Bankberater hatte mich zu einem Depotübertrag überredet, ohne auf die "Tücken" hinzuweisen. Zu dieser Zeit wurden Anschaffungsdaten von Wertpapieren bei Depotübertrag der neuen Bank - noch nicht - mitgeteilt . So gingen meine Anschaffungsdaten (offiziell) verloren, obwohl ich die orignalen Kaufbelege vorlegen konnte. Eines dieser Papiere (eine festverzinsliche Bank Anleihe) war 2011 fällig geworden.

  • Anleihe 2004 erworben zum Kurs von = 3.060 EUR
  • Einlösung 2011 zum Nennwert / Kurs 100% = 3000 EUR (also 60 EUR Verlust)
  • angenommener Veräußerungserlös für Pauschalbesteuerung = 3000 EUR
  • Steuerbemessungsgrundlage aus Pauschalbesteuerung (30%) = 900 EUR (vor Verlustrechnung)
  • Steuerbemessungsgrundlage nach Verlustrechnung = 0,00 EUR
    (Bank hatte mir 900 EUR sonstige Verluste aus dem Vorjahr verrechnet)

Nun brauchte ich auf diesen 0-Betrag zwar keine Kapitalertragssteuer bezahlen, aber mein Verlusttopf bei der Bank wurde -fälschlicherweise- um 900 EUR geschmälert und ist nun im Prinzip leer. Anfang 2013 werden zwei weitere Papiere eingelöst, da passiert mir das wieder ... Nun hoffte ich auf die Möglichkeit der Korrektur 2012 mit Abgabe der Anlage KAP. Von der Abgabe einer Einkommenssteuerklärung bin ich seit 2010 befreit.

Allerdings komme ich mit dem Ausfüllen dieser Anlage gar nicht zurecht - auch mein Steuerprogramm gibt eine Fehlermeldung. Ich habe die Beträge aus der Jahressteuerbescheinigung der Bank wie angegeben übertragen:

  • Zeile 7 (Höhe der Kapitalerträge) = 0,00 EUR
  • Zeile 11 (Erstzbemessungsgrundlage) = 900,00 EUR / Meine Korrektur: -60 EUR
  • Zeile 49 (Kapitalertragssteuer) = 0,00 EUR
  • Zeile 50 (Solidaritätszuschlag) = 0,00 EUR

Laut Hinweisen KAP müsse jedoch Zeile 11 in Zeile 7 enthalten sein; ich kann doch aber nicht eigenmächtig die Angaben in der Jahressteuerbescheinigung der Bank ändern, oder? Ich verstehe, dass ich keine Steuer erstattet bekomme, da ja keine Kapitalertragssteuer abgezogen wurde. Aber wie rette ich die 900 EUR für eine Verlustrechnung im nächsten Jahr (wo ich sie brauche)? Oder verfällt dieser Betrag nun? Oder gibt es noch ein anderes Formular, mit dem ich eine "Verlust-Gutschrift" durch das Finanzamt erreichen kann?

Ich habe soviel recherchiert, aber für meinen speziellen Fall nicht wirklich Hilfreiches gefunden. Vielleicht kann mir jemand helfen?

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