Verschuldete GmbHs kaufen. / Verlustvorträge

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3 Antworten

Wenn man eine Firma übernimmt, die praktisch kein Vermögen, jedoch einen steuerlichen Verlustvortrag hat, übernimmt, dann wirkt sich dieser Betrag (der vom ursprünglichen Inhaber ja mangels steuerlich relevanter Umsätze nicht genutzt werden kann) steuermindernd für das übernehmende Unternehmen aus.

Dieser Fall wurde für Gesellschafterwechsel bzw. in Stufen nach verkauften Anteilen neu geregelt, so daß diese Form des "Kaufens von Verlustvorträgen" nicht mehr so einfach möglich ist.

Meines Wissens ist die Vorgehensweise jedoch immer noch in GmbH-Sanierungsfällen möglich, bei denen ein neuer Gesellschafter zudem Kapital einbringt und damit quasi den Mantel wieder reaktiviert. Zu einem späteren Zeitpunkt kann dann eine Verschmelzung mit einer anderen GmbH erfolgen, um die ursprüngliche GmbH untergehen zu lassen.

Zu weiteren Details: stelle diese Fragen Deinem Professor :-) Und frage dann auch gleich nach lustigen Betrugsmöglichkeiten mit GmbH-Mänteln, die womöglich nicht nur kein Vermögen haben, sondern kurz vor einer Insolvenz stehen. Hier gibt es immer noch eine ganze Reihe von Mißbrauchsmöglichkeiten.

Das ist das Recht von früher, welches bis 2009 galt.

Du musst also eine Zeitmaschine haben, um das so machen zu können. Ich wäre interessiert, mir die mal auszuborgen.

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@EnnoBecker

Ah... alles klar :-)

Meine Zeitmaschine braucht wohl einen neuen Fluxkompensator - ziemlich schwierig, die hier zu bekommen. Hornbach und OBI hatten keinen.

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dass es nicht mehr erlaubt ist einfach verschuldete GmbHs aufzukaufen

Wer sollte einem sowas verbieten?

Ich frage mich allerdings was es mir konkret bringt, wenn ich eine verschuldete Firma (bspw. GmbH) aufkaufe und dann diese Verlustvorträge besitzen würde.

Dir gar nichts, weil die GmbH das Steuersubjekt ist und nicht du.

In der Praxis geht das ja nicht mehr,

Jein.

Wenn sich innerhalb von 5 Jahren die Gesellschafterstruktur ändert, hat das Einfluss auf den bis zum Kaufzeitpunkt erlittenen Verlust (§ 8c KStG, § 10a Satz 10 GewStG):

0-25% --> es passiert nichts
25,01-50% --> Der Verlust geht anteilig unter.
über 50% --> Der Verlust geht komplett unter.

Hiervon gibt es eine Ausnahme: Wenn der Verlust durch stille Reserven gedeckt ist, geht der Verlust nicht unter. Es müssen aber solche stillen Reserven sein, die bei ihrer Aufdeckung zu einer Steuer führen. Eine Beteiligung an einer Kapitalgesellschaft geht wegen § 8b also nicht.

Top Antwort. DH

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Vielen Dank für diese sehr gute Antwort!

" Eine Beteiligung an einer Kapitalgesellschaft geht wegen § 8b also nicht." Kannst du mir das nochmal erläutern?

Was würde ich denn konkret mit diesen neu erworbenen Verlustvorträgen machen? Tut mir leid ich bin da so schwer von Begriff.

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