Verrechnung von Verlusten bei Verkauf eines Zertifikats mit Freistellungsauftrag und Gewinnen

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Zertifikate, die am 03.09.2008 gekauft wurden, fallen unter die Abgeltungssteuer. Wenn Du kein signifikantes Einkommen (d.h. unter 8.004 EUR) hast, kannst Du eine NV-Bescheinigung beantragen, damit Du effektiv für Einkünfte in dieser Größenordnung keine Steuer zahlst. Das wäre der einfachste Fall.

Verlusttöpfe, Steuerverprobungen und Freistellungsaufträge gelten pro Bank, nicht pro Depot. Daher ist der Übertrag auf ein anderes Depot bei der gleichen Bank unsinnig.

Die Aktiengewinne können mit den Verlusten aus dem Zertifikat verrechnet werden. Es ist nur nicht möglich, Aktienverluste mit etwas anderem als Aktiengewinnen zu verrechnen. Irre, aber so ist das nun mal geregelt.

Gewinne werden zuerst mit bestehenden Verlusten verrechnet, dann mit dem Freistellungsauftrag/der NV-Bescheinigung. Ggf. findet unterjährig oder zum Jahresende eine Steuerverprobung statt, die die Töpfe gegeneinander aufrechnet. Restverluste werden ins Folgejahr übernommen. Läßt Du eine Verlustbescheinigung ausstellen, werden zum Beginn des neuen Jahres die Verlusttöpfe wieder auf Null gesetzt und Du bekommst eine Bescheinigung für die Steuerveranlagung.

Also: egal in welcher Reihenfolge die Positionen verkauft werden, es gibt in der Jahressteuerverprobung einen Saldo von ca. 0 EUR. Damit zahlst Du keine Steuern, hast jedoch auch keinen Verlustvortrag.

Überträgst Du die Zertifikate in ein Depot bei einer andere Bank und verkaufst dort, so steht der Verlust bei dieser Bank im Verlusttopf und wird vorgetragen. Die Gewinne von EUR 1.300 im ursprünglichen Depot werden entweder bis EUR 801 gegen den Freistellungsauftrag verrechnet (und dann besteuert und im Folgejahr per Einkommensteuererklärung die Steuern erstattet) oder per NV-Bescheinigung erst gar nicht besteuert. Willst Du dann in einem Folgejahr eine Gewinnposition verkaufen, kannst Du das mit den Verlusten im anderen Depot per Einkommensteuererklärung oder durch Übertrag in das andere Depot und Verkauf dort nutzen.

Wieso gibt es bei der Bank zwei Töpfe "Berechnungsgrundlage der gezahlten Steuern"?

Ich habe ein Depot bei der Postbank. Ich habe zuletzt Gewinne realisert.

Vor der Gewinnrealisierung hat ich einen Betrag im Topf "Aktienverluste".

Zuerst habe ich eine Aktienposition mit Gewinn verkauft.

Dadurch ging der Topf Aktienverluste auf 0. Der restliche Verkaufsgewinn wurde mit dem Sparerpauschbetrag verrechnet.

Dann habe ich ein Zertifikat verkauft. Der Sparerpauschbetrag ging durch diesen Verkauf auf 0 und der Topf "Berechnungsgrundlage der gezahlten Steuern - Sonstige" wurde um den verbleibenden Gewinnbetrag erhöht.

Dann habe ich einen ETF verkauft. Der gesamte Gewinn hieraus musste versteuert werden und der Topf "Berechnungsgrundlage der gezahlten Steuern - Sonstige" wurde um den Gewinnbetrag erhöht.

Anschlissend habe ich eine Aktienposition mit Gewinn verkauft. Nun wurde der Topf "Berechnungsgrundlage der gezahlten Steuern - Aktien" um den Gewinnbetrag erhöht.

Fragen hieraus:

Werden Aktienverluste, die ich sehr wahrscheinlich noch realisieren muss, nicht automatisch mit dem Topf "Berechnungsgrundlage der gezahlten Steuern - Sonstige" verrechnet?

Bzw. ist es nicht möglich/zulässig Aktienverluste mit Gewinnen aus ETF's/Zertifikaten verrechnen bzw. umgekehrt?

Wenn das nicht gehen sollte, sollte man dann überhaupt Aktien und gleichzeitig ETF's/Zertifikate in seinem Depot haben?

Ansonsten könnte es ja z. B. passieren, dass man Steuern auf Aktiengewinne zahlen muss, obwohl man vorher große Verluste mit ETF's gemacht hat, und umgekehrt?

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