Verpflegung soll angerechnet werden

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5 Antworten

So wie der Arbeitgeber das will, geht es m. E. nicht.

Aber grundsätzlich zu behaupten, dass die Sachbezüge nicht zum Lohn gehen ist auch nicht richtig.

Wenn ein Arbeiter in der Landwirtschaft als Lohnbestandteile Kost und Logis hat, also eine Unterkunft in der er wohnt und täglich 2-3 Mahlzeiten bekommt, gehört das natürlich zum Lohn.Wie das anzurechnen ist, dafür gibt es entsprechende Tabellen.

In der Gastronomie wäre zu prüfen, ob die Mahlzeiten in Anspruch genommen werdne.

Interessant wie sich der Mindestlohn im Gastronomiebereich "durchsetzt" ...

Meine kleinste Schwester, die gerade im letzten Studiensemester ist, hat bis vor Kurzem in einer Kneipe gearbeitet und der Besitzer hat sich einfach geweigert, ab diesem Jahr Mindestlohn zu zahlen. Argumentation bezog sich auch aufs Essen und darauf, dass ja der eine oder andere "Freidrink" zusätzlich drin sei ... wobei die Arbeitsrealität so aussieht, dass in der Kneipe immer so viel los ist, dass die Mitarbeiter zum Essen und Trinken überhaupt keine Zeit haben.

Jedenfalls kams bei einer Mitarbeiterversammlung zu folgendem Fall: Meine Schwester hat den Besitzer vor die Wahl gestellt: Mindestlohn oder sie geht - während zwei ihrer Kolleginnen, die in 'höheren Positionen' angestellt sind und vor allem Angst um ihre Anstellung haben, buckelten und nur meinten: "Nein, nein, schon gut, wir verlangen den Mindestlohn nicht!"

Ergebnis dieser "Diskussion": kein Mindestlohn - und mein Schwesterherz hat gekündigt. In bestimmten Branchen wird die Ausbeutung offenbar nicht mit einemmal abgeschafft ...

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Hallo,

Für mich wäre dies, falls du diesen Vertrag unterzeichnest eine "Verzichtserklärung des Arbeitnehmers auf den gesetzlichen Mindestlohn von 8,50 Euro " die nicht erlaubt ist.

§ 3 MiLoG lautet:

„Vereinbarungen, die den Anspruch auf Mindestlohn unterschreiten oder seine Geltendmachung beschränken oder ausschließen, sind unwirksam. Die Arbeitnehmerin oder der Arbeitnehmer kann auf den entstandenen Anspruch nach § 1 Absatz 1 nur durch gerichtlichen Vergleich verzichten; im Übrigen ist ein Verzicht ausgeschlossen. Die Verwirkung des Anspruchs ist ausgeschlossen.“

Nach § 17 MiLoG hat dein Chef eine Aufzeichnungspflicht der Arbeitszeiten. (Beginn, Ende und Dauer der täglichen Arbeitszeit) Schummeln wäre im Bereich des Mindestlohns gefährlich und kann ihm richtig teuer werden !!!

Die Herabsenkung der Arbeitszeit wäre wiederum eine legale Lösung für den Arbeitgeber jedoch unter Beachtung des zu zahlenden Mindestlohns !

K.

Wenn der Chef mit dem neuen Vertrag den gesetzlichen Mindestlohn zahlt, aber dann eine Verpflegungspauschale zum Ansatz bringt, dann widerspricht dies nicht dem Mindestlohngesetz. Problematisch ist hier nur, dass keine Verpflegung im ursprünglichen Vertrag vorgesehen war und diese auch vom Arbeitnehmer bisher nicht in Anspruch genommen wurde.

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Seit dem 01.01.2015 sollten alle Arbeitsverträge bzw. Vergütungsvereinbarungen so umgestaltet werden, dass so mindestens 8,50 € Fixvergütung pro Stunde garantiert sind.

Alle Arten von Aufwendungsersatz wie Fahrtkostenzuschuss, Verpflegungspauschalen, Kindergartenzuschuss u.a. sind nicht auf den Mindestlohn anrechenbar

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Wie ist die Sache jetzt ausgegangen? Hat dein AG etwas geändert?

LG

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