Ist ein Vermögensdepot und Überschusssparen in meinem Fall sinnvoll?

4 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Der positive Teil:

  • Ein frühzeitiger Vermögensaufbau ist sinnvoll und irgendwann sollte man auch damit klein beginnen. Ich mache das für meine Kinder seit Geburt.
  • Es ist auch sinnvoll, in Fonds zu investieren, da man dadurch über sehr viele Werte diversifiziert, d.h. die Risiken einzelner Aktien und Anlageklassen ausgleicht.
  • Der Weg über Sparpläne ist auch sinnhaft, da man so schrittweise das Vermögen aufbaut und die Wertschwankungen über die Zeit ausgleicht. Google erzählt Dir gerne etwas zum "Cost-Averaging Effect".
  • Die genannten Fonds sind für sich sicher gut, wenn man auch nicht unbedingt gleich so viele benötigt und es auch andere gute gibt. Da wird es eine sinnvolle Auslese geben müssen.

Der negative Aspekt:

Du sagst, das Einkommen reicht nicht, um Deinen Lebensunterhalt zu bestreiten, d.h. Du hast kein freies Einkommen im Monat. Im Gegenteil: Erspartes wird angegriffen. In dieser Situation ist ein so hoher Sparplan unsinnig, denn es handelt sich nicht um freie Überschüsse.

Da stellt sich für mich die erste Frage, wie viel von Deinen Ersparnissen Du im ungünstigen Fall benötigst, damit Du sicher Deinen laufenden Lebensunterhalt bis zum Berufseintritt (und ggf. noch etwas darüber hinaus) bestreiten kannst. Eine Rücklage von ca. drei Monatsausgaben (ggf. mehr, wenn noch ein Umzug oder andere größere Ausgaben anstehen) solltest Du immer auf einem Tagesgeldkonto halten, um für Risiken vorbereitet zu sein.

Warte also mal ab, bis Du eine Anstellung hast und Dein Leben planbarer wird, d.h. die laufenden Einnahmen tatsächlich für die Deckung der laufenden Ausgaben ausreichen. Wenn dann noch etwas übrig bleibt, kanst Du überlegen, wie das in Sparpläne investiert werden kann. Vielleicht ist jedoch auch eine Berufsunfähigkeitsversicherung oder eine Rentenversicherung oder eine betriebliche Altersvorsorge ein Baustein, den Du sinnvollerweise dann beginnst.

Wenn Dein Finanzleben dann mal stabil und abgesichert ist, kannst Du über eine kleine Auswahl von wenigen aktienlastigen Mischfonds (da reichen nämlich zwei oder drei für den Anfang) ab 25 EUR pro Monat das Sparplansparen beginnen. Das würde ich direkt bei einer Fondsbank tun. Fondsbanken bieten Fondskäufe mit deutlich reduzierten oder sogar ohne Ausgabeaufschläge an, d.h. Du gibst nicht von all Deinen zukünftigen Sparraten 2-6% an einen Vermittler ab, der nach der ersten Fondsauswahl sich nicht mehr blicken läßt. Das ist jedoch das letzte Stück Optimierung. Viel wichtiger ist die gute Fondsauswahl. Aus diesem Grund würde ich auch bei keiner Sparkasse Konsultation suchen, da dann nämlich die primär unterirdisch üblen Deka-Fonds angeboten werden - meist gepaart mit Inhaberschuldverschreibungen oder Banksparplänen.

Hilfe gibt es von unabhängigen Beratern. Tips findest Du auch hier. Investiere niemals in etwas, das Du selbst nicht verstehst und nachvollziehen kannst.

Und ja, die MLPs und anderen Vertriebe dieser Sorte belästigen mich seit Jahrzehnten und ich habe bei denen nie etwas abgeschlossen, da mich diese Art und Weise stört - und letztendlich solche Berater ihre Provision im Auge haben. Daher auch der hohe vorgeschlagene Sparbetrag für Dich. Lieber unabhängige Finanzberater (die es auch schon seit längerer Zeit gibt) konsultieren, die dann in Deinem Interesse eine langfristig kosteneffektive und solide Lösung zusammenstellen. Das bedeutet nämlich nicht nur, Fonds zu kaufen, sondern auch Versicherungen zu betrachten.

Letzter Punkt: mache Dich schlau. Befasse Dich mit Fonds und Geldanlagen selbst, damit Du selbst besser beurteilen kannst, was man Dir da verkaufen will. Letztendlich muß eine Geldanlage für Dich plausibel sein. Vertraue nicht nur auf Berater und sogenannte Experten - die kennen auch nicht zukünftige Entwicklungen, sondern können nur nach den Regeln der Kunst Portfolios zusammenstellen, die gewisse Diversifikationen und Robustheitsmerkmale haben. Alle kochen mit Wasser... manche haben mehr Erfahrung als andere.

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Vielen Dank für deine ausführliche Antwort! Jetzt sehe ich etwas klarer :) Du hast viele gute Anhaltspunkte genannt, über die ich mir mal Gedanken machen werde. Dann werde ich wohl mal etwas Zeit investieren müssen, um mich mit dieser ganzen Thematik zu beschäfitgen.

Das MLP Angebot wede ich dann danken ablehnen.

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Nun wurde mir vorgeschlagen 500 € monatlich von meinem gesparten Geld zu investieren, solang bis es nicht mehr geht.

Und dann? Willst Du dann wieder die gekauften Fonds verkaufen, um vom Erlös zu leben? Der gesamte Vorschlag ist in Deiner Situation hirnrissig und gemeingefährlich. Er zielt nur darauf ab, dass dieser MLP-Berater sich ordentliche Provisionen verschafft, koste es, was es wolle: Nämlich Dein Geld.

Warne alle Deine Kommilitonen von diesem Stümper! Z. B. per Aushang am Schwarzen Brett.

Der guten, umfangreichen Antwort von gandalf94305 ist kaum etwas hinzuzufügen, doch vielleicht noch ein Lesetipp (nächstes Geburtstagsgeschenk oder vom Ersparten kaufen):

https://www.test.de/shop/geldanlage-banken/

Da kannst Du mal gucken, was für Dich typusmäßig in Frage kommt, wenn Du Deinen Beruf gestartet hast.

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Gute Frage was passiert wenn das Geld "alle" ist, der MLP Berater meinte ich könne dann ja mit der minimal möglichen Rate von 50 € pro Monat weiter machen. Kann ich nicht einschätzen ob das Sinn macht, aber vermutlich nicht.

Dass diese Berater aber auch immer so nett und symphatisch sein müssen :( Da denkt man nix Böses um am Ende denken sie doch in erster Linie alle nur an ihren Profit...

Danke für den Link! Dann werde ich mich in nächster Zeit mal einlesen.

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@passiflora

Danke für Deine Rückmeldung.

wenn das Geld "alle" ist, der MLP Berater meinte ich könne dann ja mit der minimal möglichen Rate von 50 € pro Monat weiter machen. Kann ich nicht einschätzen ob das Sinn macht, aber vermutlich nicht.

Eher: Vermutlich nicht! Wenn das Geld alle ist, dann kannst Du die € 50/Monat auch nicht aufbringen,  es sei denn, Du verkaufst vorher entsprechend Fondsanteile, um für € 50 neue zu kaufen. Recht hirnrissig diese Ansicht:-((

Stets und jederzeit verfügbar sollten grundsätzlich 3 Monatsnettogehälter (oder - in Deinem jetzigen Fall - das Ausgabevolumen für drei Monate) bleiben. Wenn die angeknabbert werden, weißt Du, dass dann Prüfungs- und Handlungsbedarf entsteht. Und Planen hast Du im Studium bereits gelernt. Ich mache mir da also wenig Sorgen, zumal Du hier in diesem Forum auch rechtzeitig nachgefragt hast:-)

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Zu diesem Vorschlag kann man nur ein klares "nein" sagen. Es macht in Deiner Situation keinen Sinn, einen derart großen Betrag in Fonds anzulegen. Ich würde die vorhandenen Ersparnisse auf ein Tagesgeldkonto legen. Das bringt zwar nur minimalen Zins, dafür aber können keine Verluste anfallen und das Geld ist täglich verfügbar.

Mit der Fondsanlage würde ich mich erst befassen, wenn Du wirklich Geld langfristig entbehren kannst.

Ganz nebenbei: Zahlst Du etwa für die Fonds die regulären Ausgabeaufschläge? Ich fürchte es! Bei Direktbanken entfallen die ganz oder teilweise.

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Ausgabeaufschläge würden für den Anfang keine anfallen, später irgendwann wenn ich Gewinn gemacht habe, soll allerdings ein selbst-festgelegter Anteil an MLP abgedrückt werden (so wie ich das verstanden habe).

Danke auch für deine Einschätzung des Ganzen!

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