vermachen und vererben, wird Vermächtnis auf Erbmasse angerechnet?

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1 Antwort

66 Jahre:

Eine unmissverständliche, d. h. eindeutige testamentarische Bestimmung des Erblassers zugunsten des Vorvermächtnisnehmers erspart ihm unliebsame Auslegungsdiskussionen mit anderen Erbberechtigten.

Also:“ Ich verfüge, dass mein Sohn Rudi Ehrlich, geb. 2. Febr. 1983 in Berlin, zusätzlich zu seinem Erbteil meine goldene Uhr, Rolex Nr. 1234, als Vermächtnisvorteil erhält. Der Vorausbedachte ist den anderen Erben nicht ausgleichspflichtig“

Es muss also klar zu Papier gebracht werden, dass es sich nicht um eine wertverschiebende Teilungsanordnung handelt.

Nicht beschweren kann der Erblasser Personen, die nur ihren Pflichtteil erhalten.

Gibt es Betragsgrenzen für diesen Vermächtnisvorteil?

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@66jahre

66 Jahre: Ja, Grenzen gibt es. Es ist die Differenz des Pflichtteilsanspruch aus dem Reinnachlass mit und ohne Vorvermächtnis. Hierzu ein kleines Beispiel zur Verdeutlichung auf der Basis eines Pflichtteilsanspruchs von beispielsweise 1/4:

Reinnachlass 100 000 incl. Wert der Uhr (Vermächtnis) von 10 000. Pflichtteilsanspruch 25 000

Reinnachlass ohne Uhr 90 000 Pflichtteilsanspruch 22 500 Ausgleichspflicht 2.250 €.

Gäbe es diese gesetzliche Regelung nicht, könnte der Erblasser durch großzügige Vermächtnisse den Anspruch des Pflichtteilsberechtigten "auf kaltem Wege" völlig aushebeln.

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