Verlustvortrag verpufft?

2 Antworten

Einfach nur Einspruch einlegen bringt nichts, denn es ist gültige Rechtslage.

Aber was mir auffällt ist dieser Satz:

Im letzten Jahr hatte ich auch nur Einnahmen in Höhe von 9870 Euro. Diese wurden mir nun komplett von meinem Verlustvortrag abgezogen.

Anscheinend hast Du keine Betriebsausgaben geltend gemacht in der Gewissheit, dass Deine Einnahmen nicht zu einer Steuerschuld führen.

Also:

Einspruch und eine vernünftige Einnahmen-Ausgaben-Überschussrechnung einreichen.

Dann bleibt auf jeden Fall mehr vom Verlustvortrag erhalten.

Woher ich das weiß:Berufserfahrung

Habe die Anlage EÜR (Einnahmenüberschußrechnung) zwar eingereicht aber eben nur die Betriebseinahmen eingetragen.Betriebsausgaben habe ich nicht geltend gemacht, da ich eigentlich keine hatte, da ich von zuhause aus arbeite und keinen seperaten Büroraum habe. Laptop und alles was ich zum Arbeiten brauche war auch schon vorhanden.

Und ja, ich bin irgendwie tatsächlich davon ausgegangen, dass ich keine Steuerschuld haben werde, aber natürlich auch keine Auszahlung vom Finanzamt bekommen werde. Was ja ok gewesen wäre, wenn alles auf Null rausgekommen wäre.

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@HansWill
 da ich eigentlich keine hatte,

Eigentlich bin ich im Moment auch nicht krank, aber ich habe Husten und Schnupfen.

Laptop und alles was ich zum Arbeiten brauche war auch schon vorhanden.

Ja, aber seit Du nicht mehr aus Hobby tätig bist, sondern beruflich, sind es betriebliche Gegenstände. Sie sind mit ihrem aktuellen Wert bei Beginn der beruflichen Tätigkeit einzulegen und dann abzuziehen, oder abzuschreiben.

Dazu die Hälfte der Telefon und Internetkosten. Bürobedarf, und alles was Du für Deine Tätigkeit brauchst.

Etwas Arbeit musst Du Dir schon machen, oder Frage einen Steuerberater.

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@wfwbinder

Aber wenn er in 2019 auch nur so wenig einnimmt, verpufft dann der Rest des Verlustvortrages im Folgejahr.

Egal, ob er nun mit eigenem Arbeitsaufwand die EÜR korrigiert und damit vielleicht 1.000,-€ des Verlustvortages ins nächste Jahr rettet oder von seinen prallen Einnahmen in Höhe des Existensminimums noch einen Steuerberater bezahlt.

Ich lese jedenfalls "Künstler/Kleinunternehmer". Naja, vielleicht wird er ja reich dieses Jahr.

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@Andri123

Natürlich kann in der Zukunft alles eintreten.

Aber wenn er von seinem Verlustvortrag statt 5.990,- Euro, 7.990,- Euro rettet. kann es sein, das die wirklich verpuffen. Es kann aber auch sein das er 15.000,- Gewinn macht und steuern spart.

Wenn er nichts tut, hat er diese Chance nicht mehr.

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@wfwbinder

Wie @wfwbinder mir ja schon direkt am anfang geraten hatte, werde ich auf jeden Fall Einspruch einlegen und eine (hoffentlich) vernünftige Einnahmen-Ausgaben-Überschussrechnung zusammenbringen und einreichen und so den Schaden hoffentlich etwas begrenzen.

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@Andri123

@Andri123 drück mir die Daumen das ich nächstes Jahr reich und berühmt bin...und mir dann auch endlich entspannt den jetzt schmerzlich vermissten Steuerberater leisten kann... ;)

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Einnahmen in Höhe von 9870 Euro

Einnahmen minus Ausgaben = Einkünfte aus selbständiger Tätigkeit.

Diese plus andere Einkünfte = Gesamte Einkünfte.

Diese minus Sonderausgaben (z. B. Kranken-/Pflegeversicherung, Spenden) = zu versteuerndes Einkommen. Wie hoch ist das bei Dir gewesen? Dieser Betrag würde mit Deinem Verlustvortrag verrechnet und nicht die € 9.870!!!

Leider fehlte bei Dir die Planung zwecks maximaler Nutzung des Verlustvortrages, z. B. zunächst eine unselbständige Tätigkeit mit ordentlichem Bruttolohn und hoher Lohnsteuerbelastung zu suchen. Da hättest Du Potential für die Verrechnung des Verlustvortrages gewonnen. Danach (oder parallel) hättest Du immer noch Deine selbständige Tätigkeit beginnen können. Für dieses Jahr ist es noch nicht zu spät, Dir eine unselbständige Tätigkeit zu suchen.

Jetzt muss ich wfwbinder 2 'Hilfreich' geben, weil ich bei Dir versehentlich draufgeklickt hab.

Dass der Verlustvortrag auf das zu versteuernde Einkommen angerechnet werden würde ist nicht richtig. Es wird immer auf den Gesamtbetrag der Einkünfte angerechnet.

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@LittleArrow

abziehbare Sonderausgaben, sprich Vorsorgeaufwendungen wie Krankenversicherung inkl. Zusatzbeiträge und Pflegeverisicherung waren 2157 Euro. Aber mein Betriebseinahmen von 9870 Euro wurden auf den Cent genau so von meinem Verlustvortrag abgezogen.

Und ja, du hast recht; die "Planung zwecks maximaler Nutzung des Verlustvortrages" war nicht vorhanden aufgrund fehlendem Wissen. Aber Dummheit schützt eben vor Strafe leider nicht und jetzt kann ich nur noch evtl. den Schaden begrenzen, zum ersten fürs nächste Jahr und zum zweiten vielleicht kann ich noch etwas gut machen, indem ich Einspruch einlege und um die Neuberechnung bitte mit neuer bzw. korrigierter Einnahmenüberschussrechnung. Vermutlich war das ja auch der Fehler, dass ich keinerlei Betriebskosten geltend gemacht hatte; wie bereits oben erwähnt. Zumindest wäre der Verlustabzug vielleicht dann nicht ganz so hoch.

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@HansWill

Du musst zunächst mal Deine Einnahmeüberschussrechnung aktualisieren!

Siehe dann die korrekte Verlustanrechnung von Steinemann!

Und überlege Dir noch einen gutbezahlten lohnsteuerpflichtigen Job.

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Steuererklärung: Verlustvortrag bei Student mit Gewerbe und kurzfristiger Beschäftigung, ist das möglich?

Hallo,

Bräuchte bitte kurz Hilfestellung bei der Steuererklärung:

-Ich bin noch Student im Erststudium und

-habe ein Gewerbe (mit Kleinunternehmerregelung) - momentan noch ohne Einnahmen aber mit Ausgaben (ca. 300 Euro)

-außerdem bin ich einer kurzfristigen Beschäftigung nachgegangen (ca. 1300 Euro, Steuer 10 Euro, Mindestvorsorgepauschale ca. 150)

-habe ein unbezahltes freiwilliges Praktikum geleistet (mit nicht unerheblichen Fahrtkosten)

-online per Online-Mikrojobbing ca. 80 Euro Einnahmen gehabt

-und zahle ca 80 Euro/Monat für die studentische Krankenversicherung (AOK) außerdem noch eine private Haftpflicht (40€/jahr) und eine private Kranken-Zusatzversicherung (250 €/Jahr)

  1. Da Erststudium kann ich ja Aufwendungen fürs Studium nicht als Werbungskosten, sondern nur als Sonderausgaben absetzen, was nichts bringen würde, da Gesamteinnahmen unter Steuerfreibetrag und kein Verlustvortrag. Oder? Und: Gilt das auch für die Versicherungen- Ist also Anlage Vorsorgeaufwand hinfällig?

  2. Kann ich den Verlustvortrag für Fahrtkosten (Werbungskosten) zur kurzfristigen Beschäftigung und zum Praktikum (je ca 900 Euro, Einfache Strecke, 0,30€/Kilometer) anwenden? Wenn ja wo kann ich beide eintragen (nur ein Block für "erste Tätigkeitsstätte" in Anlage N)? Kann ich überhaupt was rausholen, außer die 10 Euro Steuer 2014 ? Kann ich dann alle Werbungskosten addieren?

  3. Muss ich Mikrojobbing (Honorar) angeben, wenn ja wo ? Anlage G oder Anlage S?

  4. Ich fülle den Mantel (Einkommensteuererklärung und "Erklärung zur Feststellung des verbleibenden Verlustvortrags" angekreuzt) sowie die Anlagen N, G und evtl Vorsorge und S aus, Umsatzsteuererklärung Seite 1 , sowie formlose EÜR, Belege erst nach Aufforderung, richtig? Was habe ich dann vergessen?

Und: Zwischenzeitlich war ja auch das Erststudium als Werbungskosten absetzbar - Kann ich also mit freiwilligen Steuererklärungen bis 2013 einen Verlustvortrag für 2015 oder 2016 erreichen?

Vielen Dank für Eure Hilfe.

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Vorauszahlungsbescheid - Anzurechnende Lohnsteuerabzugsbeträge viel zu niedrig

Guten Tag,

ich bekam gestern den Steuerbescheid und das Ergebnis entsprach auch dann dem, was mein Steuerprogramm ausgespuckt hatte: Nachzahlung von 40 Euro. Zusätzlich jedoch war auch noch ein Vorauszahlungsbescheid dabei - mit nicht gerade geringen Vorauszahlungen. Ich bin das jetzt mal durchgegangen und ich kann da einfach einen Punkt nicht nachvollziehen. Und bevor ich da jetzt Einspruch einlege, frage ich hier erst mal nach. Ich versuche, mal zusammenzufassen (Zahlen leicht gerundet/abgeändert):

Grundlage/Info zu meiner Steuererklärung 2013:

  • bis Juni 2013 war ich selbstständig. Die Einkünfte aus Gewerbebetrieb betrugen ca. 6.000 Euro

  • seit Juni 2013 bin ich nun angestellt, verdiene knapp 2.300 brutto (insgesamt = 16.000 für 2013), wovon ca. 280 Euro mtl. als Lohnsteuer abgeführt werden

  • Die Einkünfte aus dem Gewerbe in der 2. Jahreshälfte betrugen - zeitlich bedingt - nur ca. 500 Euro, so dass ich insgesamt für das Jahr auf 6.500 komme und auch jetzt ist es deutlich nicht mehr in dem Maße wie vor dem Angestelltsein.

Die Summe der Einkünfte abzgl. der Ausgaben ergab dann eine Einkommensteuer von 2.000 Euro. Aber da ich ja 7x die 280 vom Lohn schon abgegeben habe, musste ich jetzt nur noch den Differenzbetrag (40 Euro) ans FA überweisen.

Vorauszahlungsbescheid

So weit kann ich alles nachvollziehen. Aber den mitgeschickten Vorauszahlungsbescheid verstehe ich überhaupt nicht:

Ergebnis: Dieses Jahr soll ich noch 2x über 700 Euro vorauszahlen und nächstes Jahr dann vierteljährlich knapp 400 Euro.

Folgende Rechnung ist da zu sehen:

  • Die haben wieder 6.800 (aus Gewerbebetrieb) und 16.000 (aus nichtselbständiger Arbeit) genommen, haben die Kosten kalkuliert, und sind dann am Ende wieder auf diese knapp 2.000 Einkommensteuer gekommen. Aber unter "anzurechnende Lohnsteuerabzugsbeträge" steht dort nun ein Betrag von ca. 700 Euro, der von den 2.000 Euro abgezogen wird.

Jetzt habe ich aber bis Juni schon knapp 1.400 Euro an Lohnsteuer gezahlt und werde in 2014 wohl insgesamt auf über 3.000 Euro Lohnsteuer kommen. Und trotzdem soll ich jetzt Vorauszahlungen leisten? Kann das richtig sein? Macht für mich zumindest jetzt keinen Sinn.

Frage: Macht es Sinn, wenn ich das FA über die Entwicklung in 2014 informiere, also dass die selbstständigen Einkünfte auf ein Minimum runtergefahren wurden und letztendlich die ganze Steuer über die Lohnsteuer schon eingezogen wird? Ist ja letztlich ein Sonderfall gewesen, da sich ja in der Mitte des Jahres alles geändert hat. Die gehen ja von ganz anderen Werten aus. Oder ist so was hoffnungslos? Ich meine, ich würde das Geld doch dann nächstes Jahr eh wieder zurückbekommen.

Vielen Dank schon mal für eure/Ihre Hilfe

Andreas

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