Verlustvortrag "richtig" übertragen bzw. begrenzen?

2 Antworten

§ 10 d Abs. 2 EStG:

 Nicht ausgeglichene negative Einkünfte, die nicht nach Absatz 1 abgezogen worden sind, sind in den folgenden Veranlagungszeiträumen bis zu einem Gesamtbetrag der Einkünfte von 1 Million Euro unbeschränkt, darüber hinaus bis zu 60 Prozent des 1 Million Euro übersteigenden Gesamtbetrags der Einkünfte vorrangig vor Sonderausgaben, außergewöhnlichen Belastungen und sonstigen Abzugsbeträgen abzuziehen (Verlustvortrag).

Also sorgfältig die Steuererklärung machen und von den Einnahmen die Werbungskosten/BEtriebsausgaben abziehen, denn Sonderausgaben und aussergewöhnliche Belastungen bringen nichts.

Vielen Dank für die Antwort.

Aufgrund ihrer Antwort und der Priorisierung des Verlustvortrages habe ich gerade ein schlechtes Gefühl. Ich musste im Jahr 2015 Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge für einen langen Zeitraum selbst tragen (ca. 3.000 €). Dafür habe ich eine Bestätigung der KK.Diese kann ich ja steuerlich geltend machen.

Wenn diese jedoch den Sonderausgaben zugeordnet werden, kann ich diese NICHT angeben?! Das waren ja PFLICHT-Beiträge in Deutschland und ich kann diese dann nicht berücksichtigen?Das wäre ja nicht gerade bürgerfreundlich und im Sinne des Bürgerentlastungsgesetz.

Vielen Dank für ihre Antwort.

0
@cafegisela

Die persönlichen Krankenkassen- und Pflegeversicherungsbeiträge sind immer Sonderausgaben.

Einen Widerspruch zum Bürgerentlastungsgesetz kann ich nicht erkennen. Die Beiträge sind ja abzugsfähig, nur muss man eben etwas haben, von dem abgezogen werden kann.

Was mich wundert ist allerdings, dass ein Student erhebliche Krankenvers. Beiträge zu zahlen hat, denn der Monatsbeitrag nach dem Studententarif ist ca. 80,- Euro. also 1.000,- Euro pro Jahr.

0
@wfwbinder

In diesem Zeitraum war ich kein Student mehr und so fielen enorme Beiträge für die Kranken- und Pflegeversicherung an, da auch kein Arbeitsverhältnis vorlag.

Die erzielten Einnahmen (und Steuern) zum Ende des selbigen Jahres könnten gegen die Ausgaben für die Krankenversicherung aufgewogen werden (ich denke so hat es auch der Gesetzgeber vorgesehen), doch das wird mehr ja verwehrt durch die für mich unverständliche Priorisierung. So verfallen die (unverhältnismäßigen) hohen Ausgaben für die KK, von denen ich keinen Vorteil hatte und verpflichtet wurde, diese zu entrichten. Das ist sehr enttäuschend :(

0
@cafegisela

An der Enttäuschung kann ich nichts ändern, aber ich bin seit 44 Jahren und gut 11 Monaten im Steuerwesen tätig und die Regelung hat sich im wesentlichen in dieser Zeit nicht geändert.

Bezüglich der höheren Beiträge nach dem Studium hättest Du bei den geringen Einkünften eventuell besser verhandeln können.

0
@wfwbinder

Vielen Dank für ihre Antwort.

Dann kann ich es leider nicht ändern und muss hoffen, dass eventuell ein Teil des Verlustvortrages bis in ein Jahr übertragen wird, in dem ich auch Lohnsteuer zu entrichten habe, so dass sich der ganze Aufwand gelohnt hat.

Danke für die Bemerkung, ich habe versucht mit der KK zu verhandeln, diese hat den Beitrag an dem "durchschnittlichen " Einkommen in D festgelegt und so musste ich trotz 0 Einnahmen diese Beiträge entrichten. Danach habe ich gekündigt und die KK gewechselt.

Viele Grüße

0
@cafegisela

Ja, da hat man Dich leider "angesch....", denn alle Krankenkassen haben einen Tarif für Personen ohne Einkommen, oder für Berufsstarter.

0

Bei Dir geht es nicht um Verlustrücktrag wie im Zitatfall, sondern um Verlustvortrag. Der Vortrag kann nicht nach Deinem Belieben (z. B. durch Überspringen von einkunftsschwachen Jahren) vorgetragen werden, sondern wird sukzessive, also Jahr für Jahr, vorgetragen.

Nach 2014 sind also nur noch € 22.000 Verlustvortrag und nach 2015 noch € 17.000 übrig.

Vielen Dank für die Antwort.

Das heißt, dass die zitierte Antwort (auch aus diesem Portal) schlicht falsch ist...?

0
@cafegisela

Nein, der ist 100 % richtig, aber wie im Text steht für "Verlustrücktrag" und nicht für Verlustvortrag.

1
@wfwbinder

Bisher wurde hier immer nur erklärt, dass eine Beschränkung des Verlustvortrages nicht möglich ist. 

Was ist der Grund dafür, dass ich den Verlustrücktrag beschränken kann, nicht aber den Verlustvortrag? 

0

Studiengebühren trotz Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit als Verlustvortrag ansetzten?

Hallo zusammen,

ich habe gerade meine Steuererklärung mit einem online Programm erstellt. Während der Ausarbeitung kam ich ins stocken. Folgende Situation: In 2016 bin ich meinem Masterstudium im Ausland (vollzeit, kein Auslandssemester) nachgegangen und habe zudem in der zweiten Jahreshälfte ein freiwilliges Praktikum in Deutschland absolviert. Wenn zunächst nur das Studium d.h Studiengebühren, Fahrtkosten sowie die Abschreibungen von Laptop und Handy angegeben wurden, wurde ein Verlustvortrag i.H.v 1900 EUR berechnet. Nach Angabe meiner Einkünfte (ca. 6700EUR brutto) schmälert sich mein Verlustvortrag auf minimale 68 EUR sowie meine direkte Steuererstattung auf ca 290 eur (primär Lohnsteuerrüclkerstattung). Wie kann das sein, dass nun meine Studiengebühren nicht mehr wirksam gemacht werden?

Vielen Dank vorab! LG Verena

...zur Frage

Mieteinnahmen-Heimkosten

Guten Tag, wir betreuen eine alleinstehende Dame. Folgendes Problem: Die Dame wohnt seither im "betreuten Wohnen" und besitzt diese Wohnung. Nun ist Sie ein Pflegefall (Stufe 1)und muss im Altersheim betreut werden. Die Kosten betragen monatlich 2.800,- Euro abzüglich Pflegegeld von 1.023,--,. es verbleiben also ca. 1850,-- Euro, die selbst bezahlt werden müssen.

Die Dame hat aber nur 1.100,-- Euro Rente, kann aber von Ersparnissen den Rest von 750,-- Euro ca. 15 Jahre bezahlen. Außerdem hat Sie ja noch im Pflegeheim eine große eigene Wohnung, in der Sie seither im "betreuten Wohnen" gelebt hat. Nun müsste Sie diese eigene Wohnung vermieten - wir rechnen mit ca. 700,-- Euro Miete. ******Die große ANGST der Dame: müssen diese Mieteinnahmen versteuert werden, oder können die Kosten des Pflegeheimes bei der Steuer "dagegengerechnet/abgesetzt" werden?

...zur Frage

Einkommensteuer 4 mal höher da tlw Einkünfte aus selbstständiger Tätigkeit?

Hallo,

ich hab im Kalenderjahr 2016 für 6 Monate Lohn aus nicht-selbstständiger Arbeit bekommen (brutto ca 8800 EUR) und einen Gewinn von 9000 EUR als Freiberufler erzielt.

Von meinem Lohn aus nicht-selbstständiger Arbeit wurden ca. 470 EUR Lohnsteuer einbehalten. Wenn ich das richtig sehe, ergibt sich die 470 EUR Lohnsteuer aus der Annahme, dass ich das ganze Jahr und nicht nur 6 Monate Lohn bekomme.

Nun kommt aber nochmal fast das gleiche Einkommen aus meiner freiberuflichen Tätigkeit dazu, so dass mein Jahreseinkommen tatsächlich ungefähr dem Einkommen entspricht, welches für die Festsetzung der 470 EUR Lohnsteuer angenommen wurde.

Deswegen ging ich davon aus, dass meine Einkommensteuer mit den 470 EUR Lohnsteuer mehr oder weniger schon bezahlt ist. Tatsächlich muss ich ca 1250 EUR nachzahlen, das ist insgesamt eine Einkommensteuer von 1720 EUR, also fast 4 mal soviel wie ich dachte. Wie kommt dieser Unterschied zustande, wo liegt mein Fehler?

Ich weiß, ich habe sehr viel vereinfacht und weggelassen in meiner Rechnung, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass sich damit dieser große Unterschied erklären lässt. Deswegen geh ich von einem grundsätzlichen Fehler aus und wäre sehr froh, wenn mir das Jemand erläutern könnte.

Vielen Dank,

Daniel

...zur Frage

Was möchtest Du wissen?