Verlustvortrag für Master-Studienkosten im zweiten Berufsjahr nachholen?

2 Antworten

Du kannst, wie @Eifelia völlig richtig schreibt, für die Jahre 2017 und 2018 jeweils einen Antrag auf "Feststellung des verbleibenden Verlustvortrags" abgeben.

Um Dir den Effekt zu beschreiben:

nehmen wir an, Du hattest in 2017 und 2018 je Kosten von 5.000,- Euro, also Verluste in der Höhe.

in 2019 hast Du im Oktober angefangen zu arbeiten mit je 3.000,- monatlich.

Dann war Dein zu versteuerndes Einkommen sagen wir mal 7.000,- Euro und die Steuerschuld null. Du hast die Lohnsteuer erstattet bekommen.

Dein Gesamtbetrag der Einkünfte war 8.000,- (3*3.000,- = 9.000,- - 1.000,- Arbeitnehmerpauschale).

Wenn Du nun die Verluste feststellen lässt werden die 10.000,- Verlust insgesamt erst mit den 8.000,- in 2019 verrechnet und nur 2.000,- bleiben Dir als Abzug für 2020.

Also zähle Deine Kosten 2017 udn 2018 zusammen und vergleiche die Summe mit dem Gesamtbetrag der Einkünfte in 2019. Sind die Kosten aus 2017/2018 höher, so lohnt es sich.

Sind sie geringer, bringt es nichts.

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Steuerbevollmächtigtenprüfung 1979, Steuerberaterprüfg .1986
Von Experte wfwbinder bestätigt

Du kannst für 2017 und 2018 Anträge auf Feststellung von Verlustvorträgen stellen (geht genauso wie Steuererklärung, nur auf der ersten Seite des Mantelbogens ein anderes Kreuz setzen).

Je nachdem, wann Du in 2019 angefangen hast zu Arbeiten, werden die aber ganz oder teilweise wirkungslos verpuffen - die Verluste werden auf jeden Fall erst gegen die Einkünfte 2019 gerechnet, man kann kein Jahr überspringen. Wenn Die Erklärung für 2019 zu einer Steuerlast von 0,00 € führt, bleibt für 2020 nur dann Verlustvortrag übrig, wenn die Kosten 2017 + 2018 höher waren als die Einkünfte 2019.

Vielen Dank für die rasche Antwort! Auch wenn ich die Steuererstattung für 2019 schon erhalten habe, können die Verlustvorträge im 2017/18 trotzdem berücksichtigt werden? D.h. die Verlustvorträge in der Studienzeit müssen nicht in der ersten Steuererklärung nach dem Berufseinstieg verrechnet werden, oder?

Vielen Dank noch mal.

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@ananliang1104

Doch, müssen sie! Wer einen Verlustvortrag hat, ist zur Abgabe von Steuererklärungen verpflichtet. Deshalb verpuffen sie ja so oft, ganz oder teilweise. Wie ich bereits schrieb: Man kann kein Jahr überspringen, egal, mit welchem Trick man das versucht. Das Finanzamt wird den Steuerbescheid für 2019 ändern - weist der bereits 0 € Steuern aus, so werden die Verluste verrechnet, lösen aber keine weitere Erstattung aus. Lesen Sie, was WFWBinder geschrieben hat, er hat es mit Beispielzahlen sehr verständlich erklärt.

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