Verlustfeststellungsbescheinigung für gewerbliches Konto

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1 Antwort

Die Bank handelt korrekt, da es für gewerbliche Anleger, Personengesellschaften, Körperschaften etc. keine Verlusttöpfe gibt. Die Besteuerung erfolgt anders als bei privaten Konten.

Du wirst hier ein ganz anderes Problem bekommen: die steuerliche Behandlung von Wertpapiergewinnen/-verlusten im Betriebsvermögen ist eine andere. Das Finanzamt kann Dir also Steuerhinterziehung vorwerfen, wenn für die privaten Investitionen das vorteilhaftere Steuermodell des gewerblichen Kontos genutzt wurde, ohne jedoch diese Gewinne bei Entnahme in das Privatvermögen dann wieder korrekt zu besteuern.

Sollte die Jahressteuerbescheinigung nicht alle benötigten Daten enthalten, so musst Du (ggf. kostenpflichtig) eine Erträgnisaufstellung anfordern, die die Transaktionen bzw. Ausschüttungen und ihren Gewinn/Verlust dokumentiert. Eine Verlustbescheinigung gibt es mangels Verlusttöpfen nicht. Abgesehen davon hättest Du diese ja bis 15.12.2011 beantragen müssen.

Daher würde ich folgendes vorschlagen:

  • Prüfe die Transaktionsbescheinigungen der letzten Zeit ab 2009. Steht dort etwas von Verlusttöpfen bei Transaktionen mit Verlust? Wenn ja, dann wurde Dein Depot/Konto als Privatvermögen geführt, das der Abgeltungssteuer unterliegt. Dann muss auch eine Bescheinigung dieser Verlusttöpfe erfolgen (Antrag bis 15.12.2012 zu stellen).

  • Steht dort nichts von Verlusttöpfen, so wurde das Depot als im Betriebsvermögen betrachtet. Die Jahressteuerbescheinigung bzw. Erträgnisaufstellung wäre dann die Grundlage für die weitere Berechnung von Gewinnen und Verlusten. In diesem Fall kann die Bank mangels Verlusttöpfen keine Verlustbescheinigung ausstellen.

Sprich mit einem Steuerberater. Das wäre angesichts der verzwackten Situation wohl sinnvoll, wenn es bei den Verlusten um einen signifikanten Betrag geht.

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Kommentar von EnnoBecker
02.09.2012, 06:25

Sehr gut.

Das Einzige, was noch zu ergründen wäre, ist die Feststellung, ob die Einkünfte nicht trotz der Kontoart dem privaten Bereich zuzurechnen sind.

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Kommentar von bwlooo
02.09.2012, 10:13

Hallo Gandalf94305,

vielen Dank für die schnelle Hilfe. Vom Konto gab es keine Privatentnahmen. Das Geld wurde immer gleich wieder reinvestiert, zudem beinah immer in den einzelnen Gewinnpositionen über ein Jahr lang gehalten. Bis auf das Jahr 2011 da wurden Positionen aufgrund der schlechten Börse frühzeitig liquidiert.

Zu der Kontoart. Die Erträgnisaufstellung hatte ich angefordert. Eine Verlustbescheinigung nicht. Zudem wußte ich nicht das man diese bis zum 15.12.xx anfordern muss. Da ich ja immer davon ausgegangen war das meine Kontenabrechnug so i.O. war.

Nach Überprüfung meiner Wertpapierabrechungen steht auch nichts von Verlusttöpfen irgendwo geschrieben. Auf dneWertpapierabrechungen bleiben dann lediglich alle Angaben sozusagen unausgefüllt,

wie z.B.:

KAPST-pflichtige Kapitalerträge EUR 0,00 Mit Sparerpauschbetrag verrechnet EUR 0,00 Bemessungsgrundlage für KAPST vor QUST EUR 0,00 An Kapitalertrag anrechenbare. ausl. QUST 0,00*4 EUR 0,00 Bemessungsgrundlage für KAPST EUR 0,00

Bemessungsgrundlage für KAPST anteilig 100,00% EUR 0,00 Salden nach dem Geschäft Verrechnungstopf Aktien nach dem Geschäft EUR 0,00 Verrechnungstopf Allg. nach dem Geschäft EUR 0,00 Verrechnungstopf QUST nach dem Geschäft EUR 0,00 Sparerpauschbetrag nach dem Geschäft EUR 0,00

bei einer Verlusttransaktion.

Ich weiß nur nicht, inwieweit es zumindest eine kleine Chance gibt der Bank hier eine Falschberatung zu attestieren / nachzuweisen. Das wäre so eigentlich die einzige Möglichkeit, eine Abrechungs- / Kontokorrektur zu erzwingen. Schließlich ist ja privates Geld damals auf das Konto eingezahlt worden.

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