Verluste Eigentumswohnung

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Wie schon vom Fachmann geschrieben, zweifelt das Finanzamt ab dem 30.06.2010 deine Vermietungsabsicht an und wie es aussieht, wolltest du das Objekt ja auch nicht vermieten.

Du wolltest es verkaufen und wenn dadurch Kosten entstehen, hat das mit deiner Anlage V nichts zu tun.

Ich finde diese Regelung, weil sie für viele überraschend kommt, auch "unangenehm". Man hat den Verdacht, dass es früher mal anders war oder jedenfalls nicht so streng gesehen wurde.

Heute ist es so, dass man dann, wenn die Wohnung vermietet war und man sie verkaufen möchte (da fallen oft eine Menge Kosten an) - EB möge mich berichtigen - nur die Kosten vor Ende der Vermietung geltend machen kann.

Wenn du keinen sehr guten Beleg hast, dass du sie nur vermieten wolltest und dir das Gegenteil auch nicht belegt werden kann, bringt ein Einspruch in der Sache nichts.

nur die Kosten vor Ende der Vermietung geltend machen kann.

Ja, allerdings wird man sich regelmäßig darüber streiten, wann dieses Ende nun ist. Der Auszug des Mieters kann es ja nicht sein.

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@EnnoBecker

Lohnt es sich zu streiten? Ich denke, dass sich genau darum Fraenkls Frage dreht.

Nach eigener Erfahrung leht das Finanzamt immer ab. Gerecht ist das eher selten, da der Boden und die Wände, eventuell auch Türen vermutlich durch Mieter abgewohnt worden sind und es erst mal jeder ungerecht empfinden wird, dass man die Kosten für die Reparaturen nicht steuerlich geltend machen kann.

Denkst du, es lohnt sich zu streiten, wenn man nach Auszug des Mieters Reparaturen durchführt und das Finanzamt die Kosten streicht?

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@Rat2010

Weißt du, wenn ich schlampigerweise die UStVA für einen Mandanten zu spät abgebe und Verspätungszuschläge festgesetzt werden, dann zücke ich das Portemonnaie.

Wenn das Finanzamt 10 Euro nicht anerkannt hat und die Steuererstattung deshalb 3 Euro niedriger ausfällt, dann mache ich nichts dagegen, auch wenn das Finanzamt im Unrecht ist.

Aber wenn es richtig um Geld geht oder darum, eine Linie für die Zukunft zu finden, dann streite ich. Und die Reparaturen, die mir bei einer abgewohnten Wohnung so in den Sinn kommen, bewegen sich nicht im 3-Euro-Bereich.

Nach meiner Erfahrung richtet das Finanzamt mitunter seine Antworten auch danach aus, wer der Empfänger der Antwort ist, der Bürger oder der Steuerberater. Hab ich selbst erlebt: Finanzamt schreibt sinngemäß: "Sie als Normalverbraucher können die Steuergesetze gar nicht so gut kennen und deshalb können Sie uns glauben, wenn wir sagen, dass wir diese Aufwendungen zu Recht nicht zum Abzug zugelassen haben." - In diesem Fall arbeite ich auch mal ohne Geld für den Mandanten, denn SO geht es ja nun nicht!

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Also verstehe ich das richtg: Nur weil die Wohnung seit dem 1.7.2010 nicht vermietet war und ich die Wohnung nicht zur Vermietung angeboten haben, sondern statt dessen zum Verkauf, darf das Finanzamt Einkünfte aus der Wohnung berechnen (hier 22 Euro). Wenn ich die Kostenrechnung der Wohnung für das ganze Jahr betrachte lagen meine Einkünfte samt Kreditzinsen und weiteren lfnd. Kosten wie Wasser (weil keine Zähler pro Wohnung) Verwaltungskosten und sonstigen Umlagen bei ingesamt -3.649 Euro. Für mich ist dies ein Verlust, auch in der Gesamtberechnung meiner Finanzen. Und dieses Geld kann ich nirgends geltend machen?

Im übrigen wäre es ja Blödsinn gewesen, die Wohnung zur Miete anzubieten, wenn ich sie zeitgleich zum Verkauf anbiete. Das könnte auch der Verwalter bestätigen sowie ein Makler, der die Wohnung aber auch nicht im gleichen Jahr bekauft bekommen hat. Die Wohnung ist mittlerweile verkauft, daher brauche ich für dieses Jahr auf jeden Fall ein Steuerberater. Zumal auch diesmal mit Verlust verkauft wurde, also weniger, als die Wohnung vor 10 Jahren umgerechnet gekostet hat. Somit zeigt sich, dass Immobilien nicht unbedingt eine gute Anlage sind.

Und das Beste ist: seit dem Berkauf wollen alle möglichen Leute Geld haben, erst vor zwei Wochen flatterte wieder eine Zahlkungsaufforderung von der Gerichtskasse ein. Wir dachte, ein halbes Jahr nach dem Verkauf wäre endlich mal Schluss damit. Und dann jetzt der Bescheid vom Finanzamt.

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@Fraenkl

Du verstehst das richtig. So ist die Auffassung des Finanzamtes. Und du hast noch Glück gehabt. In der Annahme, es handelt sich um Werbungskosten, hättest du die Wohnung auch von Grund auf sanieren können.

EnnoBecker ist Steuerberater und schreibt, dass es sich lohnen könnte zu streiten. Ob er oder ein anderer Steuerberater dieser Meinung auch noch ist, wenn er alle Umständ kennt (Detaills sind wichtig!!!) lässt sich nicht vorhersagen.

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@Rat2010

dass es sich lohnen könnte zu streiten.

Naja, mit der Aussage "die Wohnung seit dem 1.7.2010 nicht vermietet war und ich die Wohnung nicht zur Vermietung angeboten haben, sondern statt dessen zum Verkauf" ist jede Streitgrundlage schon mal tot.

Hier wäre ein rechtzeitiger Gang zum Berater sicherlich günstig gewesen. Im Nachhinein ein Kind aus dem Brunnen zu holen ist da recht schwierig, wenn nicht gar unmöglich. Näheres kann aber nur ein Berater sagen, der mit allen Einzelheiten vertraut gemacht wird.

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@EnnoBecker

Ok, ich danke sehr für diese Informationen. Den Gang zu einem Berater habe ich eh schon erwägt, habe die nächste zwei Tage Zeit dafür. Ich war von der Situation, wie sie jetzt entstanden ist, nicht ausgegangen. Eigentlich hätte die Wohnung gleich für 80.000€ verkauft werden können, da aber mein Schwiegervater, der ursprünglich den Erwerb der Wohnung für meine Frau als Altersvorsorge erwirkt hat, der Meinung war, sie wäre min. 100.000€ Wert, sind wir auf den Deal nicht eingegangen. Ich hätte die Wohnung sicherlich erst renoviert und dann in Topzustand angeboten, aber davon wurde mir abgeraten. Der Makler hat uns dann den Zahn gezogen und gesagt, max 73.000€ könnten mit viel Glück erreicht werden. Letzendlich erzielten wir dann 72.500€, konnten so gerade die Kredite ablösen und bleiben auf Zinsen und Nebenkosten von 8 Monaten sitzen.

Im übrigen wäre die Wohnung unrenoviert nicht vermietbar gewesen.

Ich schließe hiermit diese Anfrage, informiere aber dann noch, war letztendlich daraus geworden ist.

Ich sage nochmals Danke!

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