Verkäufe vor Abgabe Fragebogen zur steuerlichen Erfassung - diese ohne MwSt. Ausweisung aufgrund von Kleinunternehmerreglung- nun will ich das aber doch nicht?


29.02.2020, 21:33

Als Kleinunternehmer zu agieren wäre für mich dauerhaft noch teurer, da 90% meiner Ausgaben von Werbung stammen und ich dort 19% zahlen muss - und mir diese nicht per Vorsteuer zurückholen kann.

2 Antworten

Richtig, so ist es, wenn man übereifrig etwas macht, ohne sich rechtzeitig beraten zu lassen.

Die Rechnungen an Geschäftsleute können korrigiert werden, denn für die ist es ja egal, ob sie eine Rechnung von 500,- Euro von einem Kleinunternehmer bekommen, oder eine über 500,- Euro + 95,- Euro Umsatzsteuer, also 595,- Euro.

Aber es steht ja auch Vorsteuerabzug dem entgegen. Leider schreibst Du nicht um welche Art Waren, oder Dienstleistungen es geht. rein theoretisch kann es Dich also bis zu 840,- Euro kosten. Tatsächlich wird es aber viel weniger sein.

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Steuerbevollmächtigtenprüfung 1979, Steuerberaterprüfg .1986

Es handelt sich ausschließlich um Verkäufe an Endverbraucher von Schmuck und Acessoires, also 19% und 840,-€ Lehrgeld. Was meinen Sie mit tatsächlich wird es viel weniger sein? Besteht definitiv keine Möglichkeit 'erst Kleinunternehmer, dann regelbesteuert' zu sein? Die Steuer wurde schließlich nachweislich nicht ausgewiesen.

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@roqux

Umsatzsteuer ist eine Jahressteuer. 4.000,.- Einnahme sind ja 119 5. Also die enthaltene Umsatzsteuer ist ca. 16 % von oben. 4.000,- /1,19 = 3.361,- netto. * 19 % 638,65 Umsatzsteuer. Ich hatte mich verrechnet 16*4 sind 640,- und nicht 840,-. Mein Fehler.also es kostet Dich 638,- Euro, aber abzüglich der Vorsteuer aus den Einkäufen. Du hast doch Rechnungen von einen Kosten und Einkäufen und fast überall wird Vorsteuer enthalten sein.

Aber Du kannst natürlich für Nov. / Dez. (also 2019) Kleinunternehmer sein und ab Januar auf Regelbesteuerung optieren.

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@wfwbinder

Wenn Du im letzten Jahr keine Umsätze hattest und nur an Privatleute verkaufst, könntest Du doch in 2020 noch Kleinunternehmer sein.

Warum willst Du Dich umentscheiden?

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@wfwbinder

Richtig. In 2019 bleibt es bei der KU und für 2020 wird zur Regelbesteuerung optiert. Das ist hier das Sinnvollste.

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@wfwbinder

Ein paar Euro Umsatz waren letztes Jahr schon vorhanden. Mir wurde es von vielen Leuten geraten, die quasi das selbe Geschäftsmodell wie ich führen, das Streckengeschäft. Mir wurde plötzlich klar, dass ich 19% mehr Für Werbung ausgeben muss (2500 €Ausgaben bisher) und diese als Kleinunternehmer nicht zurückbekomme. Da hat etwas Panik eingesetzt. Die Alternative dazu ist jedoch aufgrunddessen, dass ich meine Ware aus China beziehe und da 0€ zurückholen kann, ca. 16% weniger Umsatz zu machen.

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@EnnoWarMal

Wäre es nicht möglich, 2020 noch als Kleinunternehmer aufzutreten und ab 2021 freiwillig zu optieren?

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@wfwbinder

Die 50.000 € Grenze wird wahrscheinlich die Entscheidung fällen, also wie optimistisch ich letztendlich bin.

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@roqux

Welcher Deiner Kunden will denn eine Rechnung mit Umsatzsteuerausweis?

Wenn Du keine Rechnung mit gesondertem Ausweis der Umsatzsteuer schriebst, weil der Kunde da haben möchte, kannst Du Dich noch bis zur Abgabe der Umsatzsteuererklärung umentscheiden.

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@roqux

Hast Du denn am 31. 12. 2019 erwartet in 2020 50.000,- Umsatz zu machen?

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@wfwbinder

Nein, das war definitiv nicht zu erwarten, dementsprechend werde ich selbst bei Überschreitung der 50.000 für dieses Jahr Kleinunternehmer bleiben, korrekt? Das wäre damit die Entscheidung.

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Die dritte Möglichkeit wäre, ab 1.1.2020 zu optieren.

Leider sind die 4000,- € in diesem Jahr umgesetzt worden.

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@roqux

Ich glaube ja, dass Du da ganz wesentlich etwas nicht verstanden hast.

Wenn Du nur an Endverbraucher verkaufst, müssen diese einfach mehr bezahlen und sie haben keinen Vorsteuerabzug. Das kannst Du am Markt durchsetzen oder auch nicht. Ohne Umsatzsteuer ist Dein Gewinn in dem Fall höher.

Lass Dich beraten.

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@roqux

Dann sind rund 638 Euro Umsatzsteuer entstanden, denn die bisherigen Rechnungen wirst du wohl kaum ändern können.

Da aber 90% davon vorsteuerbehaftete Vorumsätz waren, ist der Schaden rund 64 Euro, aber der Nutzen der Zukunft dürfte um vieles höher sein.

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@EnnoWarMal

Ich beziehe meine Ware aus China und kann die Vorsteueranmeldung für meinen Einkauf quasi komplett knicken. Bleiben tun als Ausgaben Werbung (2,5k Ausgaben vs 4k Umsatz) und Kleinigkeiten wie Porto, was in dieser Rechnung nicht nennenswert ist.

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@Andri123

Meintest du vielleicht die Optierung zum 01.01.2021? Das erscheint mir nach aktueller Recherche am sinnigsten.

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@roqux

Halte Dich lieber an Enno und wfwbinder.

Nach meiner Rechnung sind 19% von 2.500,-€, die Du an Vorsteuer ziehen kannst, weniger als 19% von 4.000,-€, die Du abzuführen hättest.

Und den höchstmöglichen am Markt erzielbaren Preis nimmst Du ja ohnehin. Die privaten Käufer können ja keine Vorsteuer ziehen, während es bei gewerblichen umsatzsteuerpflichtigen Käufern egal wäre.

Als Laie verstehe ich daher gar nicht, warum Du optieren willst.

Und Du wärest 5 Jahre daran gebunden.

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@Andri123

Mich würde die 50.000 Euro Grenze in diesem Jahr möglicherweise beschränken, aktuell ist für mich eigentlich nur noch die Frage, wie weit ich darüber hinausplane, oder ob ich mich zwecks KU zurückhalte

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@roqux

Theoretisch ist es abhängig davon, ob Du zu Jahresanfang erwartest, mehr als 50.000,-€ Umsatz zu haben. Dann darf sich im Jahresverlauf trotzdem ein unerwarteter höherer Umsatz ergeben, und Du bleibst in diesem Jahr trotzdem KU.

Wie das in der Praxis aussieht, weiss ich nicht. Ich persönlich wäre vorsichtig, Enno wird das vermutlich anders sehen.

Aber da Du an private Endverbraucher verkaufst, macht es ja keinen Unterschied, da Du keinen höheren Preis nehmen kannst mit USt.

Übrigens musst Du dann in 2021 nicht optieren (daran wärest Du 5 Jahre gebunden), sondern Du wärest automatisch umsatzsteuerpflichtig. Dann kann sich der Status in späteren Jahren wieder zurücksetzen lassen, also falls Du ein Jahr unter 22.000,-€ liegst, kannst Du im Folgejahr wieder KU sein.

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@roqux
Ich beziehe meine Ware aus China Ich beziehe meine Ware aus China 

Es ist doch völlig egal, ob du nun die Vorsteuer eines deutschen Lieferanten nicht abziehen kannst oder die Einfuhrumsatzsteuer, die der Zoll draufknallt.

Schau dir bitte mal eine der Rechnungen vom Spediteur an. Da ist garantiert die EUSt drauf.

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