Verdienen Ärzte tatsächlich zu wenig?

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4 Antworten

Jammer auf hohem Nieveau mag sein, schließich verdienen sie mehr als der Durchschnitt und mache auch mehr als andere Akademiker.

Was ich glaube ist, dass da auch einfach viel Frust dabei ist, das nicht die Leistung direkt abgerechnet wird, sondern die Krankenkassen Pauschalen an die Kassenärztl. Vereinigungen überweisen und das dann nach Schlüssel verteilt wird.

Man mache sich das mal an einem anderen Beispiel begreiflich. VW würde jeden Monat eine feste Summe an den Betriebsrat überweisen. Egal wieviel Autos von welchem Typ gebaut wurden. Und der Betriebsrat verteilt dann das Geld auf die Arbeitnehmer.

Wer würde sich das gefallen lassen?

Da sollte man genau unterscheiden. - angestellte Ärzte : für sie hat der Marburger Bund einen Tarifvertrag abgeschlossen, der Durchschnittsverdienst für einen Krankenhausarzt beträgt ca. 80000€ per anno - niedergelassene Ärzte: sie sind Freiberufler und selbstständig und ihr Budget ist gedeckelt. Unter ihnen gibt es Gewinner ( das sind einige Fachärzte) und Verlierer (das sind zumeist die Hausärzte) Insofern ist die Einkommensspanne sehr groß. Ich kenne sogar Ärzte, die in die Privatinsolvenz gegangen sind, und ich kenne Ärzte die zu den Einkommensmillionären gehören. Aber für die meisten niedergelassenen Ärzte gilt, dass ihr Einkommen seit Jahren nicht mehr gestiegen ist, dafür aber die Anzahl der Behandlungen, d.h. mehr Arbeit

man sollte wohl unterscheiden zwischen angestellten und selbständigen ärzten.

bei den angestellten sehe ich wohl bei genauerer betrachtung, dass sie wenig verdienen, solange sie noch auf den unteren stufen der hierarchie stehen. "oben" geht es steil rauf.

die niedergelassen - von denen ich einige kenne - haben gute chancen, sehr schnell auch viel geld zu verdienen. und die, die sich engagieren, verdienen auch überdurchschnittlich bei humaner arbeitszeit.

wenn ich das mit einer karriere in der "freien wirtschaft" vergleiche, so haben ärzte sicherlich vorteile.

ich verstehe die argumente der ärzte und sie haben wirklich viel verantwortung. aber die niedergelassenen fachärzte haben kein schlechtes leben und viele freiheiten, gut dazustehen.

das system ist vielleicht ein wenig frustrierend - oder das gesundheitsministerium. den frust kann ich nach einem gespräch mit einem arzt verstehen.

Ich bin der Überzeugung, dass die Ärzte in Deutschland tatsächlich stark unterbezahlt sind und kaum Anreize zur Verbesserung ihrer Qualität bestehen. Es sollte direkt und leistungsbezogen abgerechnet werden. Es kann nicht sein, dass ein Krankenhausarzt zum Teil auf die Stunde runtergebrochen weniger verdient als so mancher einfache Schichtarbeiter in einer Automobilfabrik.

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