Frage von RedDevil1982, 58

Verdeckte Einlage, Korrektur in Steuerbilanz oder einzig in Handelsbilanz?

Hallo,

ich hätte folgende Frage: Nehmen wir an ein Gesellschafter einer GmbH tätigt eine verdeckte Einlage, (er erlässt der GmbH ein Darlehen, welches er der GmbH zuvor gewährt hat).

Die GmbH bucht diesen Darlehenserlass als Ertrag, wodurch der Handelsbilanzgewinn steigt.

Diese verdeckte Einlage darf ja den steuerlichen Gewinn (zur Ermittlung der KStG) nicht beeinflussen, nach dem Berechnungsschema gilt: JÜ (Handelsbilanz) + / - Korrekturen = Steuerbilanzergebnis - verdeckte Einlagen = steuerlichen Gewinn

Soweit verständlich. Nur würde man diese verdeckte Einlage (Erlass des Darlehens = Ertrag) bereits im Handelsbilanzgewinn korrigieren oder erst später, wie in dem Schema angegeben vom Steuerbilanzergebnis abziehen und den Ertrag im Handelsbilanzgewinn belassen ???

In einem Skript, welches ich zu diesem Fall habe heißt es der Handelsbilanzgewinn wäre zu korrigieren.

Danke für eure Hilfe.

MFG

Antwort
von wfwbinder, 37

Mal eine Frage, wo siehst Du die "verdeckte Einlage?"

Der erlässt der GmbH die Schuld. Dazu ist zumindest eine einseitige Erklärung notwendig, sonst darf nicht gebucht werden.

"Verdeckte Einlage" besser "verdeckte Kapitalzuführung" ist ein Kauf von der GmbH zum Überpreis, oder Verkauf an die GmbH zum Unterpreis. Eine Leistung an die GmbH ohne Gegenleistung, oder eine Leistung der GmbH die überzahlt wird.

Hier ist es ein Schuldenerlass gegenüber der GmbH und somit, soweit nicht anders vereinbart, eine Zuführung zu den freien Rücklagen.

Das ist, sowohl in der HB, wie in der SB, so zu vollziehen.

Kommentar von RedDevil1982 ,

Eine Leistung der GmbH die überbezahlt ist, wäre z. B. ein höheres Geschäftsführergehalt als üblich. Dies ist eine verdeckte Gewinnausschüttung und nicht eine verdeckte Einlage.

Kommentar von wfwbinder ,

Stimmt. Gut aufgepasst.

Mea Culpa, nicht aufgepasst. ich sollte nach dem dritten Glas wein nicht mehr antworten.

Antwort
von EnnoWarMal, 39

Da kann offenbar jemand nicht zwischen HBil und Steuern unterscheiden. 

Was die Steuern betrifft, wird doch in der HBil nicht gebucht, außer es wirkt sich bilanziell aus.

Der handelsbilanzielle Gewinn ist hier nicht zu korrigieren, da die Besteuerung der vE - und später vGA - auf Ebene des Gesellschafters stattfindet.

Kommentar von RedDevil1982 ,

In meinem Skript zu diesem Fall wird angegeben, das der Handesbilanzgewinn zu korrigieren wäre ????

Der Erlass erhöht ja den JÜ der Handelsbilanz, da er als Ertrag gebucht wurde.


 

Kommentar von EnnoWarMal ,

Das mit dem Erlass hab ich übersehen, sorry.

Der Erfolg hieraus muss natürlich erfasst werden. Aber das hat mit der steuerlichen Situation immer noch nichts zu tun.

Kommentar von RedDevil1982 ,

Also denkst du, dass die Handelsbilanz nicht zu korrigieren wäre ?

Kommentar von EnnoWarMal ,

???

Na doch! Schrieb ich ja.

Kommentar von RedDevil1982 ,

So ganz blick ich bei deinen Antworten nicht mehr durch.

Nochmal zusammengefasst: Wenn der Erlass des Dahrlehens den JÜ (Handelsbilanz) erhöht, weil die Gesellschaft einen Ertrag gebucht hat. Dann würdest du in der Handelsbilanz den Ertrag korrigieren ?

Der Ertrag wo in der Handelsbilanz erfasst wird, betrifft die Steuerbilanz nicht, dass ist mir auch klar.

Wenn ich in der Handelsbilanz den Ertrag nun korrigiere, dann brauch ich aber später in der Steuerbilanz keine Korrektur mehr vorzunehmen, da nach der Korrektur der JÜ nun richtig ist.

Würde ich keine Korrektur in der Handelsbilanz vornehmen, dann müsste ich in der Steuerbilanz die verdeckte Einlage abziehen.

Kommentar von EnnoWarMal ,

Du wirbelst beides durcheinander. Ich mache übrigens fast nie Steuerbilanzen - mir ist in mehr als 25 Jahren Praxis noch keine KapGes untergekommen, in der man die paar Abweichungen nicht auf einem Excelblatt darstellen könnte.

Was ist denn jetzt genau noch das Problem?

Kommentar von RedDevil1982 ,

Das steht doch in meiner letzten Antwort. Nochmal !

Die Firma bucht den Ertrag (weil der Gesellschafter auf das Darlehen verzichtet), dadurch steigt der JÜ in der GuV an. Es handelt sich bei diesem Ertrag aber um eine verdeckte Einlage. Diese verdeckte Einlage müsste in der Steuerbilanz abgezogen werden um auf den steuerlichen Gewinn zu kommen.

Soweit ist alles klar und verständlich denke ich mal.

Ich habe in machnen Skripten zu diesem Fall gelesen, dass die Handelsbilanz zu korrigieren wäre. Was ist damit jetzt genau gemeint ? Die außerbilanzielle Korrektur in der Steurbilanz oder wird wirklich in der Handelsbilanz eine Korrektur vorgenommen ???????

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