Frage von Mom1987, 46

Unterhaltszahlung an Kinder bei Firmeninsolvenz?

Hallo zusammen,

ich habe folgende Frage. Ich habe mit meinem Ex-Mann 2 gemeinsame Kinder. Aus einer weiteren Beziehung gibt es ein weiteres Kind, und das 4. Kind mit der nächsten Frau ist bereits unterwegs. Seit Juli 2016 bezahlt er für keins der Kinder Unterhalt. Sobald das 4. Kind da ist, möchte er den Unterhalt über die Beistandschaft neu berechnen lassen. Nun bekomme ich seit 1 Jahr Unterhaltsvorschuss, was natürlich weniger ist, als der eigentlich titulierten Unterhalt. Nun zum eigentlichen Problem: Er hat sich selbstständig gemacht, allerdings bereits nach 10 Monaten Firmeninsolvenz angemeldet. Dass ist soweit auch durch und läuft bereits. Er hat sich im Anschluss wieder eine Arbeitsstelle im Angestelltenverhältnis gesucht, wo er sehr wenig verdient, mit der Begründung "er wolle sich doch nicht krumm arbeiten, wenn ihm sowieso alles über der Pfändungsgrenze gepfändet wird"

Aber wie hoch ist nun eigentlich sein Selbstbehalt? Werden die 3 Kinder nicht berücksichtigt? Immerhin laufen so ja wieder monatlich min. 900 € Schulden auf.

Er behauptet immer er könne nicht zahlen, weil er so wenig verdient. Ich weiß aber auch, dass er nach wie vor im Namen seiner Insolventen Firma Aufträge annimmt. Nur wie soll ich das offiziell beim Jugendamt nachweisen?

Bin um jeden Rat dankbar.

Antwort
von wfwbinder, 31

Also im ungünstigsten Fall ist die Pfändungsfreigrenze bei 3 unhaltsberechtigten Personen (die drei Kinder) 2070,- Euro und nach dem 4. Kind 2230,- Euro.

Ggf. kommt ja noch die Mutter des vierten Kindes dazu.

Kommentar von Mom1987 ,

Ok, schonmal vielen Dank. Was passiert, wenn der Kindvater dann somit eine Pfändungsfreigrenze von momentan 2070 € hat, allerdings keinen Unterhalt bezahlt? Die Pfändungsgrenze ist ja deshalb höher, um seinen Unterhaltszahlungen nachzukommen. Das muss doch irgendwelche Konsequenzen haben, oder liege ich da falsch?

Kommentar von wfwbinder ,

ES bedeutet nichts anderes, als das er, wenn er 2.070,- Euro netto hat, nicht gepfändet wird.

Aber wenn er nur 980,- Euro netto hat, wird auch nichts gepfändet und er kann nicht zahlen.

Die Frage wäre, wenn er nur deshalb wenig verdient, weil er z. B. nur halbtags arbeitet, dann wäre er gerichtlich angreifbar.

Auch wenn er absichtlich weniger verdient, weil er unqualifizierte Arbeit macht.

Kommentar von Mom1987 ,

Soweit ich weiß handelt es sich um eine Vollzeitstelle. Das Jugendamt sagte, man könne ihn dazu drängen noch einen 400 € Job anzunehmen.

Dafür wird er aber kaum Zeit finden, da er ja noch mit seiner insolventen Firma Geld verdient. Wie viel er dabei verdient und in welchem zeitlichen Umfang das geschieht weiß ich leider nicht. Mit Sicherheit wird er aber genug verdienen, um theoretisch Unterhalt bezahlen zu können. Problem ist nur, dass er alles aus selbstständiger Tätigkeit beim Jugendamt nicht angibt, und die dort natürlich weiterhin von dem geringen Angestellten Einkommen ausgehen. Gibt es eine Möglichkeit nachzuweisen, dass er mit seiner Firma auch noch tätig ist und dort jeden Monat Geld reinkommt?

Kommentar von wfwbinder ,

Möglichkeiten gibt es viele, nur die Frage ist, was passiert, wenn Du das Finanzamt, oder das Familiengericht auf die Fährte setzt?

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