Umwandlung einer GbR in eine GmbH? Aufwand? Timing?

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3 Antworten

Im Prinzip geht es jederzeit, aber man sollte schon ein wenig optimieren. Wozu soll man mitten im Jahr einen Jahresabschluss aufstellen, wo zum Jahresende ohnehin einer aufgestellt wird? Falls die GbR nur eine EÜR macht, ist es aber eigentlich auch egal, da ja bisher kein Jahresabschluss aufgestellt wurde.

"Aufwendig" ist ein dehnbarer Begriff. Wenn in der GbR keine großen stillen Reserven liegen, kann man sich auch überlegen, die Umwandlung sein zu lassen und das GbR-Vermögen an eine bestehende oder neu gegründete GmbH zu verkaufen.

Ansonsten eben das Übliche: Umwandlungsbeschluss, Sachgründungsbericht, handelsrechtliche Übertragung, steuerrechtliche Übertragung und Fortschreibung der Konsequenzen der Übertragung. Die sollte man dann allerdings schon abschätzen können.

blackleather 26.11.2012, 09:46

Sachgründungsbericht,

Das ist das Komplizierteste, vermutlich Teuerste und auch unter Haftungsaspekten Gefährlichste an dem Vorgang. Deswegen macht man das anders:

  1. Bargründung der GmbH

  2. Kapitalerhöhung der bereits im HR eingetragenen GmbH um einen minimalen Betrag (jedenfalls einen, der allerdeutlichst unter dem niedrigstmöglichen Verkehrswert der eingebrachten Assets liegt) und Erfüllung der Einlageverpflichtung durch Sacheinlage.

Ein direkter Kauf aus dem Barvermögen der neugegründeten GmbH wäre eine verdeckte Sacheinlage und hätte deshalb dieselben Folgen wie die unmittelbare Sachgründung.

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EnnoBecker 26.11.2012, 10:43
@blackleather

Ähm, der Fragesteller dachte an Umwandlung.

Formwechsel scheitert m.E. an § 191 (1) UmwG.

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EnnoBecker 26.11.2012, 12:04
@blackleather

Ich würde es anders machen.

Ich würde die (neu gegründete oder zu gründende) GmbH als weiteren Gesellschafter in die GbR aufnehmen (darauf achten, dass sie nicht GF ist wegen § 15 (3)) und nach einer kleinen Schamfrist würde ich die anderen Personen ausscheiden lassen, so dass wir bei der GmbH zu einer Anwachsung §737 BGB kommen.

Oder spricht was dagegen? Okay, die stillen Reserven würden aufgedeckt, aber man kann den Austritt ja ein bisschen steuern und austreten, wenn ein Verlustjahr ist.

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blackleather 26.11.2012, 12:20
@EnnoBecker

Eine GF-Tätigkeit der GmbH in der GbR ist zwar keinem direkten Verbot analog § 6 Abs. 2 Satz 1 GmbHG unterworfen, wäre aber nur über den GF der GmbH überhaupt zu bewerkstelligen. Ist mir in der Praxis aber auch noch nie untergekommen.

Deine Idee hat Charme. Möglicherweise würden dabei noch nicht mal die stillen Reserven aufgedeckt werden müssen, sondern man könnte es per Buchwertübertragung gem. § 6 Abs. 3 EStG machen.

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EnnoBecker 26.11.2012, 12:31
@blackleather

Buchwertübertragung gem. § 6 Abs. 3 EStG

Leider nicht. Durch den Anspruch der Aufgebenden entsteht ja ein Step Up bei der GmbH, zu buchen bei der GmbH "Anlagevermögen an Verbindlichkeit".

Versteuert wird der 16er (falls gewerblich) dann beim Aufgebenden.

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blackleather 26.11.2012, 13:44
@EnnoBecker

Vorausgesetzt, die Aufgebenden übertragen zum Verkehrswert des Anteils (gegen Entgelt). Wenn sie aber gleichzeitig die GmbH-Gesellschafter sind, könnten sie evtl. ein Interesse daran haben, unentgeltlich zu übertragen.

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EnnoBecker 26.11.2012, 13:51
@blackleather

Dann sind wir im § 20 UmwStG. Eine Thematik, mit der ich mich noch nicht allzusehr auseinandergesetzt habe. Ich hab mein Examen noch vor dem SEStEG geschrieben.

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blackleather 26.11.2012, 13:58
@EnnoBecker

Nö, sind wir nicht. § 20 Abs. 1 UmwStG setzt ja voraus, dass der Einbringende die neuen Anteile im Zuge der Einbringung erst bekommt. Entsprechend deinem Vorschlag hat er sie aber schon vorher (die GmbH ist ja bereits fertig gegründet und an der GbR beteiligt!) und kriegt für sein Betriebsvermögen überhaupt nichts.

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EnnoBecker 26.11.2012, 14:08
@blackleather

Dann verstehe ich es jetzt nicht.

Wenn er für sein BV nichts bekommt, dann hat die GmbH etwas geschenkt bekommen. Und schenken kann man nur etwas, was man auch hat. Also haben die Gesellschafter ja vorher zwangsweise entnommen.

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blackleather 26.11.2012, 14:14
@EnnoBecker

Muss man denn entnehmen, um zu schenken? Der Grundgedanke des § 6 Abs. 3 EStG ist doch gerade, dass Betriebsvermögen Betriebsvermögen bleibt und nur unentgeltlich den Eigentümer wechselt.

Schenkung mag vorliegen; ob SchSt ausgelöst wird, käme auf die Höhe an.

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EnnoBecker 26.11.2012, 14:42
@blackleather

Hm.... ist den 6(3) überhaupt anwendbar? Immerhin haben wir ja eine KapGes als Empfänger.

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blackleather 26.11.2012, 18:41
@EnnoBecker

Nun, falls nicht und falls die stillen Reserven in jedem Fall aufzudecken sind, könnte man sich aber auch die Anwachsung sparen und gleich an die GmbH verschenken.

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EnnoBecker 26.11.2012, 19:26
@blackleather

Das ist zwar wahr.

Aber bei der Anwachsung kann ich zeitlich steuern und in einem Verlustjahr hineinschenken.

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blackleather 26.11.2012, 19:47
@EnnoBecker

Du denkst an sukzessives Übertragen? Nicht alles auf einmal? Auch interessant...

Das kann ich aber auch, wenn die GmbH nicht GbR-Gesellschafter ist.

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EnnoBecker 26.11.2012, 19:51
@blackleather

Aber vom 6 (3) bist du auch weg, oder?

Ich bin mir da nicht sicher und gucke morgen mal in den Schmidt, wenn ich Zeit dazu finde. Ist aber eher unwahrscheinlich. Leider.

Vielleicht sollte man zu erfahren suchen, welche Werte in der GbR überhaupt vorhanden sind. Dann könnte man gezielter überlegen.

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blackleather 26.11.2012, 20:06
@EnnoBecker

Also, nicht allein deshalb, weil der Empfänger eine KapGes sein soll. Mein Schmidt, § 6, Rz. 488, hält anscheinend die Anwendung des § 6 III für möglich, allerdings wohl nur, wenn keine gesellschaftsrechtlichen Verbindungen bestehen. Anderenfalls läge eine verdeckte Einlage vor.

(Ist allerdings die 2008er Ausgabe; ich weiß nicht, ob inzwischen eine andere Meinung gilt. (Ich habe sie auch nur beschafft, weil ich für ein aktuelles FG-Verfahren die Kommentierung des § 20 vor Einführung der Abgeltungsteuer brauchte.))

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EnnoBecker 26.11.2012, 20:10
@blackleather

Na, DER Teil wird wohl schon weitergelten, ist ja immerhin nach SEStEG.

Dennoch: Mir leuchtet ein Zusammenhang zwischen 6 (3) und KapGes nicht ein, aber ich leuchte da womöglich nach innen und würde diese Lücke gern schließen.

Da weiß ich ja schon, was ich am ersten Advent machen kann.

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EnnoBecker 27.11.2012, 17:28
@blackleather

Mein Schmidt, § 6, Rz. 661, sagt, es ist nicht möglich (§ 6 (3) Satz 1 HS2 Alt1 EStG), um über solche Gebilde nicht die stillen Reserven in die KapGes sickern zu lassen.

Bauchgefühl war also richtig.

Wie geht es nun weiter?

@Fragesteller
Kannst du eigentlich noch folgen?

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blackleather 27.11.2012, 19:00
@EnnoBecker

Bauchgefühl war also richtig.

Herzlichen Glückwunsch!

Wie geht es nun weiter?

Jetzt muss der Fragesteller - der hoffentlich noch folgen konnte - sich entscheiden, was er nun machen will. Anregungen gab es hier ja zuhauf.

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blackleather 27.11.2012, 20:01
@EnnoBecker

Nachgelesen habe ich nicht; meine 2008er Ausgabe geht nur bis Rz. 581. Aber ich vertraue darauf, dass du lesen kannst und weiß, dass du Fachmann genug bist, das Gelesene richtig zu interpretieren. Das ist Grund genug, dir zuzustimmen.

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GbRneu 27.03.2013, 23:49
@blackleather

netter Austausch.

Musste ich mir nach Monaten nochmals geben, weil er so toll ist!

:)

DH DH DH!

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Ich würde mich hier gar nicht mit einer Umwandlung beschäftigen, sondern gleich die GbR auflösen und eine GmbH gründen. Das kann man zu jedem Zeitpunkt während des Jahres machen. Die Vorgaben zur Gründung einer GmbH müssen natürlich erfüllt sein, aber das ist ja eh unvermeidlich.

Meandor 26.11.2012, 13:06

Und wie kommt das Vermögen dann von der GbR in die GmbH?

Wenn die GbR aufgelöst wird, stellt das eine Betriebsaufgabe dar, und das ganze Betriebsvermögen wandert steuerpflichtig in das Privatvermögen. Das kann richtig teuer werden, da die Sachen nicht zum Buchwert rausgehen.

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EnnoBecker 26.11.2012, 19:28
@Meandor

...und wir diskutieren hier oben drüber gerade darüber, wie man das vermeiden kann.

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Hi, hab das gleiche Problem. Gibt es hier schon eine "optimale Antwort"?

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