Umkehrhypothek - bekommt man ein zins- und tilgungsfreies Darlehen, das Erben dann zurückzahlen?

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Nein, der Normalfall ist, dass man die Immobilie gegen eine Art rente abgibt.

Die Erben können ggf. zurückkaufen.

Die von institutionellen Anbietern angebotene Umkehrhypothek hat im Grunde mit der echten Hypothek wenig zu tun. Es ist eine Immobilienverrentung. Der Hauseigentümer bekommt sowohl lebenslanges Wohnrecht wie auch eine garantierte monatliche Zahlung und gibt dafür im Gegenzug seine Immobilie preis.

Die Erben brauchen nichts zurück zu zahlen und zwar ganz einfach deswegen, weil sie nichts mehr bekommen, jedenfalls nicht die Immobilie die Gegenstand des Geschäfts ist. Genau das ist ja der Haken bei der Umkehrhypothek: Sie hat mit der Lebensversicherung eins gemeinsam: Sie ist eine Art Glücksspiel. Dieses Glücksspiel findet aber mit gezinkten Karten statt. Die Anbieter von Umkehrhypotheken legen ihren Berechnungen Sterbetafeln zugrunde und machen vom Hauswert satte Sicherheitsabschläge und bei der Lebenserwartung ebenso satte Zuschläge.

Die genannten Umstände führen dazu, dass sich die Umkehrhypothek in Deutschland nie durchgesetzt hat: Die Konditionen waren aus Kundensicht deprimierend schlecht. Außerdem haben die Anbieter immer nur Interesse an Immobilien in guten Lagen. Wer auf dem Lande oder in Problemvierteln wohnt, bekäme erst garkein Angebot.

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