Überstundenabbau statt Krankmeldung rechtens

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6 Antworten

Halló, also sagen wir mal so, verpflichtet bist du nicht während einer ärztl. attestierten Arbeitsunfähigkeit, deine Überstunden zu nehmen.

Es bleibt allein deine Entscheidung. Ich selbst habe mich auch schon für die Überstunden nach einer Zahn OP anstelle einer AU- Schreibung entschieden. Bleibt aber letztlich eine Entscheidung des AN ! K.

Ich selbst habe mich auch schon für die Überstunden nach einer Zahn OP anstelle einer AU- Schreibung entschieden.

So eine AN wünscht sich jeder AG........

;-)

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Nein, auf keinen Fall.

Überstunden sind natürlich durch echte Freizeit auszugleichen. Also dadurch, das bezahlte Stunden nicht geleistet werden müssen.

Weder darf mit Urlaub, noch mit Krankheitszeiten verrechnet werden.

Das ist natürlich nicht rechtens, Mehrarbeitsstunden sind entweder zu vergüten oder in Freizeit auszugleichen. Die Lohnfortzahlung (Entgeltfortzahlung) im Krankheitsfall ist eine der wichtigsten sozialen Leistungen, die der Arbeitgeber aufgrund gesetzlicher Bestimmungen zu erbringen hat. Die gesetzliche Grundlage bildet das Entgeltfortzahlungsgesetz (EFZG). § 3 Abs. 1 EFZG:

Wird ein Arbeitnehmer durch Arbeitsunfähigkeit infolge Krankheit an seiner Arbeitsleistung verhindert, ohne daß ihn ein Verschulden trifft, so hat er Anspruch auf Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall durch den Arbeitgeber für die Zeit der Arbeitsunfähigkeit bis zur Dauer von sechs Wochen. ....

allerdings gilt auch: Vorlage einer ärztlichen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung Es gilt § 5 Abs. 1 Entgeltfortzahlungsgesetz:

Der Arbeitnehmer ist verpflichtet, dem Arbeitgeber die Arbeitsunfähigkeit und deren voraussichtliche Dauer unverzüglich mitzuteilen. Dauert die Arbeitsunfähigkeit länger als drei Kalendertage, hat der Arbeitnehmer eine ärztliche Bescheinigung über das Bestehen der Arbeitsunfähigkeit sowie deren voraussichtliche Dauer spätestens an dem darauffolgenden Arbeitstag vorzulegen. Der Arbeitgeber ist berechtigt, die Vorlage der ärztlichen Bescheinigung früher zu verlangen. http://www.lohn-info.de/lohnfortzahlung_im_krankheitsfall.html

Das kann dein Arbeitgeber nur machen, wenn Du damit einverstanden bist,

Es gibt keine rechtliche Grundlage dazu.

das ist nicht rechtens. Wenn du krank bist, bist du krank. Damit kann die Fehlzeit nicht gegen das Überstundenkonto laufen.

Das Gespräch würde mir jedoch zeigen, dass der Arbeitgeber eigentlich was anderes tun will. Wenn du dich gegen die Vorgehensweise stellst, was du kannst, wird er vermutlich eine Kündigung prüfen.

Ich würde für so eine Firma nicht arbeiten und mir was anderes suchen. Kündigen kann er, wobei es auf das Umfeld ankommt, wie schwer er sich tut (Betriebsrat, Gewerkschaft etc).

Frage Deinen AG doch einmal, ob er noch alle Latten auf dem Zaun hat.

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