Übernahme von Umzugskosten bei Grundsicherung?

2 Antworten

Der Antrag plus Kostenvoranschläge wurde abgegeben, ein Bescheid ist noch nicht erteilt. Ärztliche Bescheinigungen wurden nicht beigefügt. - verstehe ich Dich so richtig?

Ist ein Umzug ins Heim erforderlich, muss das Grundsicherungsamt die Umzugsosten übernehmen:
https://www.biva.de/sozialhilfetraeger-muss-kosten-fuer-umzug-ins-heim-tragen/

Das trifft auf Euch aber ja nicht zu. Einen gleichgelagerten Fall wie Eurem beantwortet ein Rechtsanwalt bei Frag-einen-Anwalt:

Grundsicherung und Umzug
https://www.frag-einen-anwalt.de/Grundsicherung-und-Umzug--f147491.htmlAnwalt wie folgt:

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Wenn also noch keine ärztlichen Atteste eingereicht wurden, sollte dies schnellstens nachgeholt werden als Ergänzung zum Antrag.

Tritt doch eine Zeitverzögerung ein, weil so schnell keine Termine beim Arzt / bei den Ärzten zu bekommen sind, ist es empfehlenswert, ebenfalls als Ergänzung zum Antrag angekündigt werden, dass ärztliche Atteste zum Antrag nachgereicht werden und man solange mit der Entscheidung warten möge.

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Deine Mutter sollte mit diesen Schriftstücken nicht allein zum Grundsicherungsamt gehen, sondern sich begleiten lassen von einem Behördenlotsen / Beistand. Dieser Beistand kann Deiner Mutter hilfreich zur Seite stehen.

Google dazu mit

legitimation eines beistands pdf (die Wörter genau so)

und lade die Datei vom elo-forum runter. Darin erfährst Du die gesetzliche Grundlage für Beistände und dass jeder Bürger ein Recht darauf hat, sich bei Behördengängen von einem Beistand begleiten zu lassen.

In der Info erfährst Du unter anderem, dass wenn der Beistand für Deine Mutter etwas sagt, und sie widerspricht nicht, gilt es so, als hättest sie selbst es gesagt.

Zum Amt mit einer erfahrenen Begleitpersonen zu gehen ist in diesem Fall sehr empfehlenswert.

In Hamburg bietet die Diakonie (auch Diakonisches Werk genannt) die Begleitung von ehrenamtlichen Beiständen / Behördenlotsen an. Google mit Begriffen wie

Für einen ehrenamtlichen Behördenbegleiter = Beistand google jeweils mit dem Wohnort Deiner Mutter (oder dem nächstgrößeren, wenn ihrer klein ist) mit

     Ämterlotsen
     Behördenlotsen
     Behördenbegleiter

Diese Ämterbegleiter sind wertvolle Hilfen und notfalls auch Zeugen, und (die meisten? alle?) haben für diesen ehrenamtlichen Dienst eine kleine Ausbildung genossen und kennen sich bestenfalls mit den Gesetzen aus. (Beim Amt niemals sagen, man hätte einen Zeugen dabei! Zeugen dürfen des Raumes verwiesen werden - Beistände dagegen nicht, auf die haben wir ein Recht.)

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Deine Mutter hat ihren Antrag bestenfalls so abgegeben, dass sie einen Beweis dafür in Händen hat. - Vorsorglich gebe ich Dir meine Hinweise rein zum

Umgang mit Sozialbehörden

(Der Text ist so formuliert, dass ich den Fragesteller direkt anspreche - Du weißt ja, diesmal geht es um Deine Mutter).

Mit dem Amt nichts telefonisch klären (das kann man später nie beweisen). Alles schriftlich machen. Am besten Schreiben, Belege und Anträge persönlich abgeben. - Den Erhalt des Schreibens lässt man sich auf einem mitgebrachten Doppel mit Stempel, Datum und Unterschrift bestätigen. (Dies verlangt man mit ruhigem, freundlichem Ton und reicht das Schreiben rüber, „und hier brauche ich noch Stempel mit Datum und Unterschrift“).

Wenn man nur etwas abgeben will, dann wie üblich ein Schreiben aufsetzen, in dem erklärt wird, was "als Anlage" überreicht wird (sind es mehrere Anlagen, diese mit Nummern versehen aufzählen). - Wiederum dieses Anschreiben auf einem mitgebrachten Doppel mit Stempel und Unterschrift bestätigen lassen.

Diese Bestätigungen sind Gold wert, sie sind mehr wert als ein Einschreibebeleg (mit dem ja nur der Eingang eines Umschlags bestätigt wird).

Mit einer solchen Bestätigung kann von Seiten der Behörde nicht behauptet werden, Schreiben und Belege seien nicht eingegangen. Und wenn doch, eine Fotokopie von deren Bestätigung vorlegen (das Original unbedingt wie eine Kostbarkeit hüten). - Nicht (oder angeblich nicht) abgegebene Unterlagen kann als Verstoß gegen die Mitwirkungspflicht gedeutet werden, was zu Sanktionen führen kann = Kürzung von Geld. - Und: Werden so die Unterlagen / Belege abgegeben, wird erfahrungsgemäß allgemein die Sache zügiger bearbeitet.

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Im Gespräch mit den Mitarbeitern immer korrekt und konzentriert sein. Wenn die Mitarbeiter freundlich und zugewandt sind: Auch Infos im Vertrauen landen in der Akte und können später gegen den „Kunden“ (wie es vollmundig bei Sozialbehörden heißt) verwendet werden.

Da der Umzug aus gesundheitlichen Gründen stattfindet, sollte es keine Probleme geben. 

Man sollte sich  dieses aber auch von Ärzten bestätigen lassen.


Ärzte würden auch bestätigen, dass mein Hund keine Eichhörnchen verträgt.

Der Amtsarzt ist gefragt. 

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