Transaktionssteuer für Kleinanleger relevant?

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6 Antworten

Die Steuer kann für semiprofessionelle Trader sehr relevant sein. Glücklicherweise handele ich ausschliesslich in den USA, sonst würden sich meine Transaktionskosten verzehnfachen. Meine Halteperiode liegt zwischen 2 Tagen und einigen Wochen und ich führe hunderte von Transaktionen pro Jahr durch. Diese Steuer hätte mich in 2012 fünf Prozentpunkte gekostet.
Es ist ein Irrglaube das durch diese Steuer nur Institutionen getroffen werden. Mittlerweile können aktive Handelsstrategien auch von Privatanlegern erfolgreich eingesetzt werden, siehe: http://covestor.com/michael-arold/technical-swing

Kleinanleger die Aktienwerte im Depot haben und halten, werden mit der heute noch unbekannten Transaktionssteuer erst bei Verkauf und Kauf von bestimmten Wertpapieren (z. B. Aktien, Aktienfonds) belastet. Aber die Transaktionssteuer wird so gering sein, dass der Kleinanleger davon seine Handelsentscheidungen nicht beeinflussen lassen sollte. Sparpotential bietet sich da eher beim Urlauben, Autofahren, Restaurantbesuchen oder Depotkosten an.

Die Transaktionssteuer wird Dich in Deinen persönlichen Transaktionen nur sehr gering belasten.

Die Transaktionssteuer wird jedoch Fonds belasten, die eine höhere Umschlagfrequenz haben. Üblich sind 0,3-0,5, d.h. einmal in zwei bis drei Jahren wird das Portfolio ausgetauscht. Beträgt die Steuer 0,1% auf alle Käufe, so wären das bei einer typischen Anlagedauer von ca. 30 Jahren (Altersvorsorgevertrag) also ca. 1,0-1,5% (optimistisch gerechnet), die von Deiner Performance abgehen. Manche Fonds haben jedoch auch eher Kurzläufer oder generell eine höhere Umschlagfrequenz (geringere Haltedauer der Positionen), so daß man bei einem Wert von 1,0 (einmal pro Jahr) schon auf einen Abschlag von 3% kommt.

Angesichts magerer Renditen in manchen Altersvorsorgeverträgen ist das doch einiges, vor allem noch durch den fehlenden Zinseszinseffekt potenziert.

Aus meiner Sicht ist diese Steuer komplett Unsinn und nur Finanzpopulismus, denn egal wie hoch sie ist: die Banken werden sie nicht zahlen. Es werden immer die Anleger sein.

Die Finanztransaktionssteuer wurde in erster Linie geschaffen, um den massiven Hoch-Frequenz-Handel per Computer zu reduzieren. Da werden in hoher Geschwindigkeit Milliarden Werte gehandelt. Hier macht sich die neue Steuer auch finanziell für den Händler bemerkbar. Für den Kleinanleger wirkt sich sich nicht so sehr aus.

die Auswirkung bewegt sich im Promillebereich bei der Orderkosten. Und Promille sind beim Autofahren gravierender als bei Depots von Kleinanlegern.

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