Topfonds bei AVL - kann man dem glauben ?

3 Antworten

Die Frage, ob ein Fonds ausschüttet oder thesauriert ist eher nebensächlich, denn man kann die Ausschüttungen ja wieder anlegen. Zu versteuern sind lfd. Erträge (Dividenden, Zinsen) in beiden Fällen. Viel wichtiger ist die Frage, welches Anlagekonzept man wählt. Beide Fonds sind sehr speziell (China, Finance) und eignen sich nicht als Basisanlage. -> vgl. http://www.arero.de/ Inwieweit schon andere Anlagen vorhanden sind, kann ich nicht beurteilen. Geschlossene Fonds sind generell riskanter, es gibt aber durchaus solide Angebote, etwa im Immobiliensektor. Ohne Beratung ist ein Investment aber nicht zu empfehlen, weil sehr viel von der langfristigen Solidität des Anbieters abhängt.

Der erste (DWS0BJ) ist DWS INVEST CHINESE EQUITIES LC und zeichnet sich durch keine berauschende Performance aus. Hier wäre meine Wahl eher bei Templeton, Aberdeen, Schroders oder First State zu finden. Meinetwegen auch noch den Baring Hong Kong China Fund.

Der zweite (941116) ist FIDELITY FUNDS - GLOBAL FINANCIAL SERVICES FUND, d.h. ein globaler Fonds, der die Bankenindustrie und Finanzdienstleister adressiert. Das sind genau diejenigen, die in der Finanzkrise stark gelitten haben, horrende Abschreibungen wegen Schuldenkrisen vornahmen, staatliche Hilfen benötigten und in der nächsten Krise dieser Sorte wieder geprügelt werden.

Ich verstehe diese bunte Kombination nicht. Es gibt unter den Top-Fonds von AVL doch auch vernünftige Produkte wie Flossbach v Storch Mult. Opp., M&G Global Dividend, DWS Top Dividende oder meinetwegen auch den Pictet Water.

Ohne etwas über Deinen sonstigen Portfolio, Deine Risikobereitschaft, Deine Anlageziele und noch mehr zu wissen, kann man hier keine Aussage machen. Insbesondere kann man auch nicht sagen, ob für Dich überhaupt geschlossene Fonds mit all ihren Limitationen und Risiken sinnvoll sind. Sorry.

PS: Steuerliche Vorteile bei geschlossenen Fonds gibt es in Bezug auf Ausschüttungen nur noch bei Immobilien- und bei Schiffsfonds. Abschreibungsmodelle in z.B. Filmfonds etc. gibt es so nicht mehr.

Nachgelagterte Besteuerungen (also nicht laufend jährlich, sondern zum Zeitpunkt des Verkaufs) gibt es bei geschlossenen Fonds nicht.

Die einzige Option zur steuerlich korrekten nachgelagerten Besteuerung sind Tracker-Zertifikate auf bestehende Fonds oder Indices. Diese bergen bei langfristigen Haltedauern jedoch ihre eigenen Risiken. Emittenten können diese nämlich kündigen.

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@gandalf94305

Danke für die Einschätzung. Da ich aus den Jahren 1998-2002 geschl.Fonds mit anfänglicher steuerl.Abschreibung, die jetzt im Gewinnbereich versteuert werden müssen, dachte ich an diese Art von Anlage. Dabei handelt es sich um 2 Immos, 1 Film und 1 Schiffsfonds, die alle (gut ?) laufen. Seit der Zeit habe ich mich eigentlich nicht wieder mit dieser Art von Anlage beschäftigt.

Die o.g. Fonds werde ich mir näher ansehen und ggf. nochmals mit einer Frage zurückkommen.

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Glauben sollte man gar nichts. Erfahrungen, Kenntnisse (so wie ich z.B. von Gandalf einschätze) sind immer von unsagbarem Wert. Sich "selbst an die Materie ranarbeiten" ist gut und sehr bemerkenswert. Besser war jetzt dein Weg, nochmals nachzufragen. Inhaltlich will ich nichts weiter ergänzen, nur die Methodik hat mich zum Schreiben angeregt. Vielleicht ringst du dich auch durch, Gründeraktien zu nehmen (z.B. mal 2-3 TEuro) von Unternehmen, die kurz vor dem Eintritt ins operative Geschäft stehen. Hier ist u.U. sprunghafter Gewinn drin, denn Gründeraktien hat dir noch nie jemand angeboten. Sie sind von der Anzahl und von der Zeit her immer begrenzt und verbleiben i.d.R. im engen Kreis. Google mal nach.

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