Testament kontra Generalvollmacht?

2 Antworten

Meine Lebensgefährtin ist jetzt verstorben, nun kommt der Sohn mit einer Generalvollmacht. Wie verhält sich das rechtlich?

Eindeutig und simpel: Als testamentarischer Erbe bist du Rechtsnachfolger der Vollmachtgeberin und kannst ihre Generalvollmacht jederzeit widerrufen.

Das lässt man den Sohn durch persönliche Übergabe seines Widerrufs oder per Einwurfeinschreiben zugestellt wissen:

"Widerruf der Vollmacht

Ausweislich meiner Erbenstellung gem. Abschrift beigefügten Testaments widerrufe ich hiermit als Rechtnachfolger die von der Vollmachtgeberin (Vor- und Nachname/n, Adresse) am (Datum der Vollmacht) dem Bevollmächtigten (Name, Anschrift und Adresse) erteilte General-Vollmacht (ggf. die bevollmächtigte Tätigkeit genau beschreiben).

Sie ist ab sofort nicht mehr wirksam.

Den ehemals Bevollmächtigten fordere ich weiterhin dazu auf, die Vollmachtsurkunde herauszugeben.

(Ort, Datum)

(Unterschrift des Erben)

Unterschrift des Bevollmächtigten (zur Kenntnisnahme des Widerrufs, nicht zwingend notwendig)"

Trotz Testament bleibt aber der Sohn "pflichtteilsberechigt" was der Zündstoff für weitere Probleme sein wird.

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@Snooopy155

Wegen des Testaments ist der Sohn des Erblassers auf seinen Pflichtteil gesetzt. Das hat aber weder etwas mit seiner Generalvollmacht zu tun noch sehe ich da irgendwelchen Zündstoff, sondern Auskunfstpflicht und Auszahlungsanspruch, der zu erfüllen wäre.

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Alleinerbe und Pflichtteil

Guten Tag,

Erblasser: Verstorbener Vater

Erbberechtigte Personen?: Sohn P. Tochter E.

(Jeweils 1 Halbbruder und 1 Halbschwester mütterlicher Seitz, Mutter ist
vor 18 Jahren verstorben ist und per Pflichtteil wurde von Vater ausbezahlt.)

Mein 95jähriger schwerpflegebedürftiger und verwitweter Vater ist kurz vor Weihnachten verstorben. Er wurde von mir (Sohn P. und meiner Ehefrau) die letzten fast 4 Jahren mit Unterstützung eines ambulanten Pflegedienstes in seinem Häuschen gepflegt und erst Mitte August, nach einem Totalzusammenbruch - und nachdem keine häusliche Pflege mehr möglich war - von mir in einem nahegelegenen Pflegeheim untergebracht (habe eine Generalvollmacht) , dort wurde wirklich für ein Würdiges Weiterleben gesorgt.

Ich hatte meinen Vater, der ja nur 500 € Rente und ca. 10000 € Rest-Ersparnis hatte, ab dort monatlich jeweils 350 € Pflegezuschuss überwiesen, da das Pflegeheim ja sehr, sehr teuer war.

  • Mein Vater hatte 1999 ein notarielles Testament gemacht und mich als "alleinigen und ausschließlichen Erben" für das vorhandene sanierungsbedürftige Häuschen mit kleinem Garten und einen kleineren übriggebliebenen Geldbetrag eingetragen, da er von seiner Tochter E. im Stich gelassen wurde und diese Ihr Erbe bereits vor vielen
    Jahren ausbezahlt bekam (Erbvertag war in einer bekannten Geldkassette und war
    verschwunden).

  • Meine leibliche Schwester E., hatte eigentlich schon vor vielen Jahren ihr Erbe
    ausbezahlt bekommen, sie lebt seit über 15 Jahren mit ihren Freund in einem südlichen Land und lässt den „Herrgott einen guten Mann“ sein

    o der zu jener Zeit aufgesetzte private Erbvertrag ist wieder verschwunden, wie auch damals vor über 18 Jahren das handschriftliche Testament meiner Eltern als meine Mutter starb, in diesem ich außer meinem Vater auch als Erbe erwähnt wurde (es war niemanden etwas nachzuweisen wer das damalige Testament u. später den priv. Erbvertrag entnommen hatte...)

    o Meine Schwester kümmerte sich seither wie auch zuvor nicht mehr um ihren Vater, und auch nicht um meine und meiner Ehefrau "unserer" Entlastung, als sie
    von mir telefonisch von fast 4 Jahren erfuhr, dass unser Vater einen Herzstillstand
    hatte und von nun an pflegebedürftig war.

    o Sie besuchte Vater das letzte Mal vor über 5 Jahren zum 90. Geburtstag für einige Stunden, das war der 2. Besuch seit über 15 Jahren.

Meine Frage:

  • Muss ich meiner Schwester trotz diesen Vorkommnissen den Pflichtteil von 25 % der Gesamterbes ausbezahlen?
  • Das doch sehr renovierungsbedürftige Haus muss erst von mir geräumt und verkauft werden (und ich und meine Ehefrau müssen wieder, wie all die vielen Jahre zuvor, alles
    aus eigener Kraft stemmen und die anderen sonnen sich)
  • Kann ich, wenn ich den Pflichtteil ausbezahlen müsste, eine Stundung beantragen, bis der wahre Wert ermittelt oder durch Verkauf erzielt wird.

Vielen Dank

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