Telefonrechnung Abzocke!!!!

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Das Amtsgericht Frankfurt am Main hat zum Aktenzeichen HRB 79601 am 26.04.2010, 12:00 Uhr bekannt gemacht: Veränderungen, 22.04.2010 - DIAL 023 GmbH, Frankfurt am Main, (Solmsstrasse 18, 60486 Frankfurt am Main). Die Gesellschaft ist aufgrund Eröffnung des Insolvenzverfahrens aufgelöst. (unternehmensregister.de)

Es gibt also die DIAL 023 GmbH seit dem 22.04.2010 nicht mehr und es gibt auch keinen Rechtsnachfolger. Die Telekom kann für die DIAL 023 GmbH eigentlich keine Beträge mehr berechnen, weil es schon lange keine DIAL 023 GmbH mehr gibt. Es gibt darum ja auch keine Konten mehr, auf die die Telekom die Beträge dann überweisen könnte.

Außerdem können Forderungen aus Telekommunikationsdienstleistungen wegen dem Fernmeldegeheimnis nicht verkauft oder abgetreten werden (http://www.lawcommunity.de/volltext/210.html). Darum kann auch niemand in deren Namen Forderungen einklagen. Ein Inkasso für die DIAL 023 GmbH ist also eigentlich auch nicht möglich.

Die 010023 GmbH, die nun seit Januar dieses Jahres diese Kennzahl betreibt, hat bestimmt keinen Anspruch auf irgendwelche Entgelte für Leistungen der DIAL 023 GmbH - andernfalls hätte sie ja auch die Schulden von der DIAL 023 GmbH übernehmen müssen und die Gesellschaft wäre dann nicht aufgelöst worden. Obendrein wären alle Forderungen nun mindestens ein Jahr alt. Da wäre zweifellos erst einmal der Insolvenzverwalter zum Zuge gekommen. Und mit der neuen Zuteilung der (alten) 010023-Kennzahl hat die 010023 GmbH auch keine Rechte von der DIAL 023 GmbH erworben. Das kann die Bundesnutzlosagentur nicht bewirken.

Interessant finde ich bei der 010023 GmbH, dass sie eine "Schwesterfirma" der 01018 GmbH ist - gleiche Adresse, gleicher Geschäftsführer. Die 01018 GmbH ist bereits durch die Übernahme der 11861, der Nummer der ehemaligen Fahrplan- und Fahrkarteninformationen der Deutschen Bahn unangenehm aufgefallen. Die 01018 GmbH hatte die 11861 für 199 ct/Min betrieben und für diesen Tarif auch gleich (und gerne) Gespräche weitervermittelt. Hier hat die Bundesnutzlosagentur nach einem Jahr Abzocke tatsächlich die 11861 abgeschaltet und ein Inkassoverbot verfügt. Dagegen hat die 01018 GmbH Klage eingereicht und wurde dann auch gleich wieder aufgeschaltet (!). Man darf der 01018 GmbH (und wahrscheinlich auch ihrer Schwesterfirma) also einiges zutrauen.

Inkassounternehmen können sowieso fast nie ihre phantastischen Kosten einklagen. In diesem Fall hat die Deutsche Telemedien Inkasso GmbH gar keine Chance. Die Telekom hatte für eine DIAL 023 GmbH Entgelt gefordert - das muss man nicht bezahlen. Schließlich gibt es diese Firma seit einem Jahr nicht mehr. Wenn die 010023 GmbH hier Entgelt fordert, muss sie das in ihrem Namen machen. Es ist dabei vollkommen egal, ob die Telekom oder die 010023 GmbH daran schuld ist, dass nicht die richtigen Daten in der Rechnung erschienen sind. Von der 010023 GmbH müsste erst einmal (nachweislich) eine Rechnung zugestellt werden, sonst kann die 010023 GmbH gar keinen Verzug (sprich: Mahn- und Inkassokosten) geltend machen.

Die 010023 ist obendrein auch eine CbC-Kennzahl, die niemand kennt und die niemand, der sich auf deren Webseiten informiert hat, jemals wählen würde. Darum: Man kann von jedem Telekommunikationsdienstleister nach § 45i TKG immer einen Einzelverbindungsnachweis verlangen. Außerdem muss der Anbieter bei einem unerklärlichen Verbindungsaufkommen (Achtung: aber nicht wegen hohen Preisen!) auf Verlangen eine technische Prüfung durchführen und das Protokoll dieser Prüfung innerhalb von acht Wochen vorlegen. Bis zur Vorlage des Protokolls tritt dann kein Verzug ein und wenn kein Protokoll (oder der dann übliche Textbaustein-Unsinn) vorgelegt wird, hat der Anbieter nur noch Anspruch auf einen durchschnittlichen Betrag - also hier eher gar keinen.

Wenn man erst durch den Inkasso-Drohmahndummfug erfährt, dass die 010023 GmbH fragwürdige Entgelte in Rechnung stellt, kann man das auch eventuell anfechten (müsste aber innerhalb von zwei Wochen nach Kenntnis erfolgen). Im Forum von billiger-telefonieren.de gibt es dazu etliche Threads und Musterschreiben. Eventuell können sich die Betroffenen dort auch zu den ominösen 010023-Forderungen austauschen, bisher sind dort allerdings auch erst zwei beschrieben worden. - Freundliche Grüße - spammemad

die Sache mit der DIAL 023 GmbH und der 0123 GmbH "riecht" nach "Abzocke". Jedenfalls für mich. Habe mir vorgenommen, nie mehr über Call by Call zu telefonieren, weil man da meines Erachten zu sehr auf der Hut vor "schwarzen Schafen" sein muss. Die Ausführungen von "spammemad" finde ich übrigens fundiert und klasse. Möchte mich für diesen Beitrag (wenn auch jetzt erst) bedanken.

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Ganz so einfach ist die Sache nicht. Die Telekom Deutschland GmbH zieht die Telekommunikationskosten anderer Anbieter ein, aber Vertragspartner ist der andere Anbieter. Normalerweise teilt man nach Rechnungszugang der Telekom mit, dass man die Kosten des anderen Anbieters (also in diesem Falle der DIAL 023 GmbH) nicht eingezogen haben möchte (z.B. weil man sie für ungerechtfertigt hält). Die Telekom zieht dann die Kosten des anderen Anbieters nicht ein (und führt an diesen also nichts ab). Genau so hab ich es gemacht. Die DIAL 023 GmbH muss dann ihre Ansprüche selbst geltend machen (so sagte mir der von der Telekom). Wenn die Telekom nichts einzieht und der andere Anbieter sein Geld nicht bekommt, gerät man, wenn man dem anderen Anbieter gegenüber nichts tut, aber in Zahlungsverzug. Das berechtigt den anderen offenbar, gleich ein Inkassobüro einzuschalten (berichtigt mich bitte jemand, wenn ich falsch liege?)

Die DIAL 023 GmbH Solmsstraße 18, 60486 Frankfurt hat bereits im Sommer 2010 den Geschäftsbetrieb eingestellt und seit etwa Ende 2010 (Okt. oder Nov) gibt es sie nicht mehr ( Firma erloschen). Es ist gut möglich, ja sicher, dass man auf der Telekomrechnung Kosten der DIAL 023 GmbH für einen Zeitraum findet (so wars bei mir), an dem die DIAL 023 GmbH den Geschäftsbetrieb bereits eingestellt hatte bzw es die DIAL 023 GmbH lt. Handelsregister überhaupt nicht mehr gab. Da es die Firma DIAL 023 GmbH nicht mehr gibt, ich die Kosten für ungerechtfertigt hielt und vermeiden wollte, dass das Geld irgendwo landet (in dunklen Kanälen verschwindet), wo es nichts zu suchen hat, unterband ich die Kostenerstattung durch die Telekom.

Da ich (nach einem Telefonat mit der Konkursverwalterin gibt es die Firma nicht mehr, das Insolvenzverfahren und der Fall sind für sie abgeschlossen) nicht wusste, an wen ich mich hätte wenden sollen, wartete ich ab. Ich musste keine 4 Wochen warten. Es flatterte eine Mahnung der Deutschen Telemedien Inkasso GmbH ins Haus mit Zusatzkosten, dass mir die Ohren wackelten. Die macht aber nicht Kosten für die in der Telekomrechnung genannte DIAL 023 GmbH geltend, sondern für eine mir bis dahin völlig unbekannte Firma 010023 GmbH mit Sitz Trierer Str. 70-72, 53115 Bonn (also für eine ganz andere Firma).

Das riecht absolut nach Abzocke. Es ist doch sicher so, dass wenn in der Telekomrechnung für eine DIAL023 GmbH Kosten aufgeführt sind, man allenfalls einer DIAL 023 gegenüber eine Zahlungspflicht (wenn überhaupt) hat und nicht gegenüber einer ganz anderen 010023 GmbH?

Ich jedenfalls habe nicht vor, nachzugeben und zu zahlen. Bin aber, wie all die anderen Geschädigten doch auch verunsichert, wie man sich in einem solchen Fall richtig verhalten soll.

Vielleicht hat ein Jurist einen Rat wie man sich richtig gegen diese Abzocke wehrt.

zurückbuchen! den teil der rechnung, welcher korrekt ist bezahlen per überweisung.

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