Teilzeit: Eine Armutsfalle vor allem für Frauen?

4 Antworten

Die Alleinverdiener-Ehe wird durchs Ehegattensplitting und beitragsfreie Krankenversicherung für Ehepartner subventioniert.

Das nur einer in der Familie verdient und keine Kinder vorhanden sind, dürfte ein Ausnahmefall sein bei sehr gut verdienern. Damit ist die beitragsfreie Mitversicherung eher eine Familiensubvention.

Am Ende ihres Erwerbslebens stehen Frauen deshalb oft mit Renten da, die kaum den Lebensunterhalt sichern.

Das dürfte aber eher am geringeren Arbeitseinkommen liegen, denn es gibt den Rentenzuschuss für die Kindererziehungszeiten und entweder eine Witwenrente, oder, wenn die Ehe geschieden wurde, die Übertragung von Ansprüchen.

Wir haben ein anderes Problem.

Das Problem liegt darain, dass Ende der 50er Jahre das Generationenmodell eingeführt wurde, was von vornherein darauf ausgelegt war, dass ein beständiges Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum herrscht.

Die Bevölkerung ist schon 2 Jahrzehnte danach langsamer gewachsen und stagniert schon geraume Zeit.

Desweiteren gab es eben auch Wirtschaftskrisen.

Gleichzeitig hat man sich in der ersten SPD geführten Regierung aber für eine gewisse Zeit die bruttolohnbezogene Rente geleistet, um das Klientel zu bedienen.

Seit ca. 30 Jahren wird nun nur noch am System herum verschlimmbessert, anstatt sich mal zu überlegen, was wirklich langfristig finanzierbar ist.

Unser Sozialsystem besteht zur Zeit aus einer Vielzahl von Verteilungssystemen, die nur Geld kosten, als etwas zu sparen.

  1. Tatsache ist, unser Sozialstaat lässt keinen verhungern. Dafür sorgen ALG II udn Grundsicherung. Ggf. wo es passt Wohngeld.
  2. Wir verteilen Geld zwischen Krankenkassen durch den Gesundheitsfonds, dessen Defizit durch Bundeszuschuss ausgeglichen wird.
  3. Wer zu geringe Rentenansprüche hat, wird durch 1. aufgestockt, damit es zum überleben reicht. Aus Steuermitteln.

WAs passiert ist also, wer gut vorgesorgt hat, wie auch immer, bekommt seine Rente und hat eventuelle Zusatzversorgungen.

Wer schlecht eingezahlt hat, aus welchem Grund auch immer, bekommt den Rest bis zum Existenzminimum aus Steuermitteln.

Wozu also die Vielzahl von Verteilungssystemen?

Machen wir eine steuerfinanzierte Grundrente, die ja auch nicht mehr kosten kann, als Minirente + steuerfinanzierte Zusatzleistungen.

Wer freiwillig besser versorgt werden will, kann das nach freier Wahl machen.

So ein System ist logischer udn für jeden Bürger leichter nachvollziehbar, als alle in ein großes schwarzes Loch Beiträge einzahlen zu lassen, aus dem dann irgendwann Leistungen kommen, die keinen direkten Bezug zur Einzahlung haben, womit wir begrifflich nämlich auch bei Steuern sind und nicht bei Versicherungsbeiträgen.

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Steuerbevollmächtigtenprüfung 1979, Steuerberaterprüfg .1986

Wesentliche Ursache ist Tradition. Wenn Frauen glauben, wie ihre Mütter nicht mehr richtig arbeiten zu müssen, wenn sie Kinder bekommen, kriegen sie im Trennungsfall ein Problem. Jedenfalls dann, wenn nicht ein üppiger Zugewinnausgleich, ein Erbe, ein neuer Partner oder der Job das ausgleicht.

Ich frage mich allerdings, ob es in genau dem Fall jemals anders war! Wenn es für den Mann gerade mal so zum Leben reichte, wurde es in jeder Generation für die nicht oder nur Teilzeit arbeitende Frau eng.

Nicht jede Frau arbeitet nach den Kindern Teilzeit und nicht jede gibt dem Mann die Steuerklasse III. Das hat sich in den letzten Jahren nochmal stark geändert aber bis vor ein paar Jahren war der Ehegattenunterhalt nach einer Scheidung anders geregelt.

Problem ist für mich nicht das Ehegattensplitting und die beitragsfreie Mitversicherung der Ehegatten. Beides ist für mich mehr eine Folge des Art. 6 Grundgesetz. Da steht aber nichts davon, dass wenn sie Kinder haben einer arbeiten soll und der andere nicht oder weniger. Wenn beide arbeiten sind sie gegenüber nicht verheirateten nicht schlechtergestellt und ich denke, dass das auch alle wissen.

Nicht arbeitende oder Teilzeitbeschäftigte Mütter sind ein Auslaufmodell. Ehegattensplitting und beitragsfreie Krankenversicherung nur für die ein Argument, die die Abhängigkeit aus irgendeinem Grund gut finden.

Nicht arbeitende Ehefrauen ohne das Kinder in der Ehe sind, oder wo die Kinder aus dem Haus sind, kenne ich nur aus Familien/Ehen, die einen sehr hohen Lebensstandard haben und dort ist es dann meist so, dass man ohnehin privat versichert ist.

Daher volle Zustimmung. DH.

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"Könnte eine wesentliche Ursache auch das Ehegattensplitting sein?" - Schwachsinn.

Was hat das Steuerrecht mit Rente zu tun?!

Es motiviert evtl. zur Alleinverdiener-Ehe oder die Frau arbeitet dann tendenziell nur per Minijob oder Teilzeit mit.

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Nein, das Ehegattensplitting hat damit nichts zu tun. Schließlich kann man unabhängig von Geschlecht und Einkommenshöhe die Steuerklassenkombinationen fünf/drei, drei/fünf und vier/vier wählen. - Und am Ende kommt das Selbe heraus.

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