Teilvermietung und Werbungskosten: Wohnungswechsel

2 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Die Zinsen sind nicht abzugsfähig. Mit der Aufgabe der Vermietungsabsicht entstehen auch keine Werbungskosten mehr (siehe § 9 Abs. 1 EStG). Auch eine Umfinanzierung würde nicht helfen.

die Antwort liegt für mich auf der Hand: die Dinge stimmen dann nicht mehr überein. Man zieht in das auf Kredit laufende Objekt. Wären die beiden Objekte rein zufällig identisch und die Finanzierungen haben dieselbe Höhe, könnte man noch deine Annahme vermuten. Aber: wo bitte steht der Kreditgeber ggf. im Grundbuch?

Man müsste alles umschichten, die Kredite, die Finanzierung etc. Dann ginge das.

Vermutlich hast Du Recht, aber mal so grundsätzlich: bei 50 zu 50 sind die Wohnungen vor dem FA theoretisch gleich, und der Kreditgeber steht mit einer Grundschuld im Grundbuch der Immobilie - also ohne Bezug auf die Wohneinheiten

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@Avenger

steht mit einer Grundschuld im Grundbuch der Immobilie - also ohne Bezug auf die Wohneinheiten

Grundbuchrecht ist ja auch nicht Steuerrecht.

Im Steuerrecht hast du zwei Wirtschaftsgüter.

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Dann ginge das.

Nein, auch dann nicht. Die Vermietungsabsicht für die andere, nunmehr selbstbewohnte Wohnung entfällt. Und dank der cleveren Aufteilung des Eigen- und Fremdkapitals beim Immobilienkauf, wandert der Kredit nicht plötzlich von der einen in die andere Wohnung.

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@LittleArrow

Ähnlich ist übrigens der Fall, wo ein vermietetes Objekt - aus welchen Gründen auch immer - zunächst mit Eigenkapital gekauft wird (oder im Erbfall schuldenfrei geerbt wurde) und später dieses gebundene Eigenkapital durch Kreditaufnahme freigesetzt werden soll. Die nachträgliche Kreditaufnahme und damit die anfallenden Zinsen verfehlen die Werbungskosteneigenschaft nach § 9 Abs. 1 EStG.

Da läßt sich aber - zumindest gedanklich - Abhilfe schaffen: Ein Anbau muss für Vermietungszwecke her, dessen Kosten diesmal voll fremdfinanziert werden. Dem Handwerker machst Du dann noch den großzügigen Vorschlag, den Rechnungspreis zu verdoppeln und das Zuviel - bis auf die MwSt und einen persönlichen Bonus von ca. € 10.000 - an Dich auszukehren. Dann hast Du Dein Eigenkapital teilweise freigesetzt, die Abschreibungsbasis erhöht, abzugsfähige Kreditzinsen und das Potential für die temporäre Vermietung Deiner selbstgenutzten Wohneinheit geschaffen. "Temporär", weil dann irgendwann Deine Gesetzeskenntnisse vom EStG auch in Richtung StGB erweitert werden können (Ortswechsel - bildlich wandelt sich das offene "E" vom Anfang zum geschlossenen "B" am dicken Ende. "B" steht auch für "Bau", wie gut das passt);-)

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